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Zertifizierung

BKI vergibt erstes Bio-Gruppenzertifikat in Deutschland

Imkerverein Apibio hat externe Kontrolle erfolgreich durchlaufen

BKI vergibt erstes Bio-Gruppenzertifikat in Deutschland © Bio-Kontroll Institut GmbH

Das Bio-Kontroll Institut BKI hat erstmals in Deutschland eine Bio-Gruppenzertifizierung vergeben. Der neu gegründete Imkerverein Apibio aus Heilbronn erhielt im Oktober 2025 als erste Erzeugergruppe das Zertifikat ‚Unternehmergruppe‘. Mit der Bio-Gruppenzertifizierung möchte das BKI Erzeugergruppen dabei unterstützen, in das Kontrollverfahren einzusteigen oder im Verfahren Kosten zu sparen.

Während Gruppenzertifizierungen bislang vor allem aus kleinbäuerlichen Strukturen in Afrika, Asien oder Südamerika bekannt waren, ermöglicht die EU-Bio-Verordnung eine solche gemeinschaftliche Zertifizierung für europäische Erzeuger erst seit 2022. Das Verfahren eröffnet laut BKI neue Chancen, insbesondere für Bereiche wie Honig, Weinbau oder Streuobst, in denen kleinteilige Strukturen bis heute typisch sind.

Nach Angaben des BKI können sich Erzeugergruppen durch die neue Zertifizierungsform erheblich entlasten. Die Kosten könnten um mindestens 50 Prozent sinken, da künftig das interne Kontrollsystem (IKS) den Großteil der Überprüfungen übernimmt. Externe Kontrollen durch die Zertifizierungsstelle sind nur noch bei fünf Prozent der Mitglieder erforderlich, mindestens jedoch bei zehn Betrieben. Ab rund 30 Mitgliedern rechne sich das Modell laut BKI bereits. Neben einem funktionierenden IKS ist ein gemeinsames Vermarktungssystem Voraussetzung.

Der Imkerverein Apibio hat sich mit dem Ziel der Gruppenzertifizierung gegründet. Sein IKS baute er während der Saison 2025 auf und durchlief im September erfolgreich die externe Kontrolle. Mit knapp 30 Mitgliedern ist der Verein nun nach Angaben des BKI deutschlandweit die erste Gruppe mit Bio-Gruppenzertifikat.

Großes Potenzial für eine Bio-Gruppenzertifizierung sieht das BKI auch für Streuobst-Vereine und -Initiativen. Angesichts rückläufiger Bestände – 2020 wurden in Baden-Württemberg noch 7,1 Millionen Streuobstbäume erfasst – könnten höhere Auszahlungspreise für Bio-Mostobst ein Anreiz für den Erhalt der ökologisch wertvollen Flächen sein. Mit Unterstützung der Bio-Musterregion Hohenlohe und des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums hat das BKI eine Machbarkeitsanalyse für Gruppenzertifizierungen im Streuobstbereich angestoßen.

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