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Energiekrise

Liefer- und Filialbäckereien fordern Soforthilfe

Versorgungskrise durch explodierende Energiepreise befürchtet

Liefer- und Filialbäckereien fordern Soforthilfe © Renate Lottis

Durch eine drohende Verzehnfachung der Energiekosten, die nicht über Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben werden können, und drohende Verluste, die wirtschaftlich gesunde Betriebe zur Betriebsschließung zwingen könnten, befürchtet Prof. Dr. Ulrike Detmers, geschäftsführende Gesellschafterin von Mestemacher und Verbandspräsidentin der Filial- und Lieferbäckereien, im schlimmsten Fall eine Versorgungslücke bei Brot und Backwaren. Sie fordert deshalb politische Sofortmaßnahmen.

„Um eine Versorgungskrise zu vermeiden, senden wir SOS an die Politik“, so Detmers. „Für Einzel-, Filial- und Lieferbäckereien gibt es bereits die Bedrohungen durch Personalnot, vakante Leitungsstellen beim Führungskräftenachwuchs und Preiserhöhungen in 2022 gegenüber 2021. Während Preissteigerungen bei Zutaten, Verpackungen, Logistik usw. durch moderate Preishöhungen von Broten und Backwaren an Kunden weitergegeben werden konnten, sind explodierende Energiekosten nicht mehr über weitere Preiserhöhungen zu decken.“

Detmers fordert deshalb folgende politische Sofortmaßnahmen:

  1. Unbürokratische Liquiditätshilfen aus dem Topf der EEG-Milliarden. 17,4 Milliarden Euro liegen aktuell auf dem Konto zur Förderung der erneuerbaren Energien. Ein Teil davon solle verwendet werden, um bei existentiell bedrohten Grundversorgern wie Bäckereien die Zahlungsfähigkeit zu erhalten und Pleiten zu vermeiden.
  2.  Ein einfaches Antragsverfahren bei KfW-Krediten mit günstigen Zinsen und mehrjähriger Tilgungsfreiheit.
  3. Das Energiekostendämpfungsprogramm mit Zuschüssen für Erdgas und Strom solle verlängert werden. Die Beantragung und der Nachweis sollten möglichst einfach sein und auch von Klein- und Mittelstandsbetrieben bearbeitet werden können.

Den Klein- und Mittelstandsbetrieben müsse umgehend politisch die Angst vor der Insolvenz genommen werden. Fehlende Arbeitskräfte, Personallücken bei Betriebsnachfolgern, hybride Arbeitsformen usw. brächten das Leistungsvermögen bei kleinen und mittleren Betrieben schon heute an die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit. Jetzt müsse Ruhe her, damit wieder Hoffnung aufkeimt, meint Detmers in ihrer Funktion als Präsidentin der Filial- und Lieferbäckereien.


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