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Natexpo 2022: von E-Commerce bis Bio-Regional

Mit Innovation durch die Krise

Natexpo 2022: von E-Commerce bis Bio-Regional © NicolasRodet.com

Vom 18. bis 20. September wird die nächste französische Bio-Fachmesse auf der Eurexpo in Lyon stattfinden. Neu ist in diesem Jahr ein eigener Bereich für den E-Commerce. Dazu soll das Thema bio-regional im Fokus stehen. Durch verschiedene Bühnen für Startups werden Newcomer besonders gefördert: ob im Bereich von Lebensmitteln, Textilalternativen oder Naturkosmetik.

Die Hälfte der Franzosen gibt an, dass sie in den letzten drei Jahren ihre Einkaufsgewohnheiten oder ihr Essverhalten geändert haben. Laut Informationen der Agence Bio gehören Produkte aus der Region und kurze Lieferketten zu ihren fünf wichtigsten Anliegen für eine gesunde und bessere Ernährung. Die Natexpo stellt mit Blick auf Ernährungssouveränität Produkte aus der Region in den Mittelpunkt. Zehn regionale Pavillons, ein Viertel der Ausstellungsfläche, legen ein besonderes Augenmerk auf Bio-Unternehmen, die in ihren Gemeinden und lokalen Communities aktiv sind.

Mit genauen Informationen sollen sich neue potenzielle Partner selbst ein Bild von den regionalen Alleinstellungsmerkmalen der Firmen machen können: Dazu gehören der Umkreis, in dem die Zutaten bezogen werden, der Prozentsatz der Zutaten, die aus einer lokalen Lieferkette stammen, der Ort, an dem das Produkt hergestellt und verpackt wird, sowie Infos über regionale Label.

Darüber hinaus soll auch der lokale Aspekt durch Vorträge hervorgehoben werden. Im Bereich der Expertenplattform ‚Agora‘ können sich Besucher etwa zu folgenden Themen weiterbilden:

  • Lokale Produkte: Erfahrungen aus einer französischen Low-Carbon-Fabrik
  • Lokales Sortiment: das wichtigste Verkaufsargument in Bioläden
  • Wie eine lokale Marke einen vertikalen Markt unterstützt und entwickelt: am Beispiel der Marke Isère

Auvergnes-Rhône-Alpes: Spitzenreiter in Verarbeitung und LEH
Die Gastgeberregion der Messe Auvergnes-Rhône-Alpes ist nach der Non-Profit-Netzwerkorganisation ‚Cluster Bio‘ führend in Bezug auf die Bio-Verarbeitung und den Bio-Einzelhandel (3.100 Unternehmen) und steht bei der Anzahl der Bio-Farmen (7.321 Betriebe) sowie der ökologisch bewirtschafteten Fläche (10,5 Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtfläche) an dritter Stelle. Im letzten Jahr hat die Landwirtschaftskammer der Region mehr als 6.000 Landwirte bei der Umstellung auf Bio unterstützt, und im zweiten Halbjahr wurden zwei Drittel der neuen Bioläden Frankreichs in Auvergne-Rhône-Alpes eröffnet.

Als besonders im Trend hebt Adrien Petit, Direktor des Cluster Bio Auvergne-Rhône-Alpes, ökologische Verpackungen und Pfandsysteme, pflanzliche Alternativen, Lacto-Fermentation, Zero Waste sowie ‚Augmented Organic‘, das heißt Bio-Ansätze mit zusätzlichen lokalen oder veganen Garantien, hervor.

Bio-Stars auf dem Weg zum Erfolg

20 Prozent der Messe werden von jungen Bio-Unternehmen eingenommen, die sich über verschiedene Standformate der Natexpo besonders profilieren können: das Bio-Gründungszentrum (‚The Organic Incubator‘), das vielversprechende Startups im Bereich der Bio-Lebensmittel zusammenbringt; das ‚Labor‘, das Spezialisten für Kreislaufwirtschaft und technologische Öko-Innovationen eine Plattform bietet; das Kosmetikzentrum und der ‚Big Splash‘, mit dem Startups und Kleinunternehmen einen Schub für ihr Marktwachstum erhalten sollen.

Bereits erfolgreich am Markt behauptet hat sich Cap Bambou mit seinen natürlichen Alternativen zu Plastikprodukten für Bad, Küche und Kinderbetreuung. Das 2018 gegründete Startup hat seinen Umsatz zwischen 2019 und 2021 verzehnfacht. Alterosac, gegründet 2016, hat sich auf Textilalternativen aus Leinen, Hanf- und Baumwolle spezialisiert. In den ersten Jahren konnte es mit seinen Taschen, Küchentüchern, Kaffeefiltern oder Abschminktüchern ein Umsatzwachstum von 300 Prozent verzeichnen.

WPR, Auslandund E-Commerce

Ökologische Waschmittel und Naturkosmetik (mit den Marken Ecobulle Bio, Cosmébulle und Bulle Verte) liefert das französische Familienunternehmen CDS, gegründet 1988, aus der Region Drôme Provençale. Seine Produkte sind in Bio- und Unverpackt-Läden bereits weit verbreitet.

Aus dem Ausland erwartet werden etwa We Love The Planet, die feste Deodorants und Sonnencremes anbieten und am Gemeinschaftsstand der Exportagentur Ecolive ausstellen, und die Keks- und Kuchenhersteller Farm Brothers.

Zu den erfolgreichen teilnehmenden Marken gehört auch der Hersteller Yogi Tea, der zwischen 2020 und 2021 ein zweistelliges Umsatzwachstum von über zwölf Prozent verzeichnete. Seine zweite Marke Choice hat sich seit ihrer Gründung in den Vereinigten Staaten weltweit weiterentwickelt und kam 2021 nach Frankreich.

Als wesentliche Neuerung ist in diesem Jahr die Einrichtung eines dem E-Commerce gewidmeten Bereichs geplant. Angesichts der neuen Relevanz von Online-Einkäufen seit Corona können sich Bio-Fachleute, die ihren Online-Verkauf ausbauen möchten, Informationen und Beratung holen: über Lagerverwaltung, click & collect, Lieferthemen, Online-Marktplätze und mehr.

Lena Renner


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