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Verkürztes Leiden

Klöckner strebt kürzere Transportwege für Tiere an. Ein echter Kurswechsel fehlt allerdings

Verkürztes Leiden
Mehr regionale Schlachtereien sollen Transportwege verkürzen.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, vereinbarte mit den Bundesländern, mittlere regionale Schlachtbetriebe stärker zu fördern. Auf diese Weise sollen Tiere auf kürzeren Wegen transportiert werden. Man kann dies unter die vielen Absichtserklärungen einreihen, die keine grundlegende Richtungsänderung einleiten.

Hinsichtlich des Themas 'Tierwohl und Tiertransporte' preschte das Landwirtschaftsministerium bisher nicht gerade voran. Beispielsweise sorgten Berichte des ZDF in der ARD im März 2019 für einen Skandal, die aufzeigten, wie qualvoll Tiere in Nicht-EU-Staaten exportiert werden. Sechs Länderminister warfen dem Bund vor, das Problem innerhalb der EU nicht zu klären. Direkt wurde auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner angesprochen, tätig zu werden. Klöckner wies dies als "überstürzt" zurück. Ende 2020 nahm schließlich ein Untersuchungsausschuss zum Tierschutz bei Tiertransporten seine Arbeit auf, den Julia Klöckner mit vielen Absichtserklärungen einleitete.

Konkret sollen in der aktuellen Vereinbarung mittlere Schlachtbetriebe gefördert werden, wie sie landwirtschaftliche Erzeuger und Landmetzger betreiben. Bislang waren sie von Fördergeldern ausgenommen, die nur kleine und Kleinstunternehmen erhielten. Auflagen an mittlere Betriebe sind: Sie müssen darlegen, dass sie „vorrangig einer regional ausgerichteten Wertschöpfungskette und der Verkürzung von Tiertransportzeiten dienen und bestehende Schlachtungs- und Fleischverarbeitungsunternehmen nicht verdrängt oder signifikant geschwächt werden“.

Die Haltung der Grünen ist hier klarer: „Wir fordern eine Begrenzung der Dauer von Tiertransporten auf vier Stunden innerhalb Deutschlands und acht Stunden bei internationalen Transporten. Lebendexporte in außereuropäische Länder müssen verboten werden, wenn der Schutz der Tiere auf dem Weg dorthin nicht gewährleistet werden kann.“ Forderungen sind natürlich wohlfeil, wenn man sie nicht durchsetzen muss. Immerhin kritisierte Renate Künast 2001 etwa im ‚Zeitgespräch‘ die langen Transportwege, und hätte sie bis 2005 als Landwirtschaftsministerin stärker eindämmen können. Wichtiger für die Gegenwart ist, dass die Begrenzung etwa beim Verband Bioland bereits Praxis ist: Tiertransporte dürfen maximal vier Stunden und 200 Kilometer umfassen. Hier ist Bio wieder einmal Vorreiter und die Bundesministerin hinkt hinterher.


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