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We Care: Neues Nachhaltigkeitssiegel

Neues Siegel zeichnet unternehmerische Verantwortung entlang der Lieferkette aus

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hat am Mittwoch das neue Unternehmenssiegel ‚We Care‘ vorgestellt. Es bestätigt zertifizierten Unternehmen, dass sie vom Anbau in den Ursprungsländern bzw. der Region bis zum heimischen Standort umfassende ökologische und soziale Kriterien einhalten. Damit sollen Lücken bei bestehenden Standards geschlossen werden.

Mit Einbeziehung der Lieferkette geht We Care einen Schritt weiter als andere Managementsysteme. Viele der im Lebensmittelbereich üblichen Standards oder Zeichen fokussieren einzelne Produktketten, nicht aber Unternehmen als Ganzes. Sie betrachten lediglich einzelne Aspekte der Herstellung oder des Einkaufs, jedoch nicht alle wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. We Care will diese Lücken schließen, andere anspruchsvolle Nachhaltigkeitsstandards integrieren und diese sinnvoll ergänzen.

Der Standard prüft die nachhaltige Arbeitsweise eines Unternehmens anhand von vier Handlungsfeldern: Unternehmensführung, Lieferkettenmanagement, Umweltmanagement und Mitarbeiterverantwortung. Diese sind wiederum in insgesamt 164 Kriterien gegliedert. Am Unternehmensstandort geht es zum Beispiel um Themen wie gentechnikfreie Sortimente, Erhalt von Biodiversität, Tierwohl, Reduzierung der Treibhausgasemissionen oder Bezahlung mindestens nach Tarif- bzw. Mindestlohn.

Im Handlungsfeld Lieferkettenmanagement ist festgelegt, wie ein Unternehmen seine Verantwortung entlang der Lieferkette aktiv gestalten, sie formulieren und in der Umsetzung dokumentieren muss. Zum Beispiel verlangt We Care von einem zertifizierten Unternehmen Sofortmaßnahmen, wenn in dessen Lieferkette Sozial-, Umwelt- oder Tierwohlstandards verletzt werden.

FiBL Deutschland ist der Träger des We-Care-Siegels. Unter seinem Dach erfolgt die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Standards durch einen unabhängigen Steuerungsausschuss, in dem Vertreter aus Wissenschaft, Verarbeitung, Handel und Zertifizierung repräsentiert sind.

Das Handelsunternehmen Alnatura, der Lebensmittelhersteller Lebensbaum sowie der internationale Zertifizierer Kiwa gaben als Praxispartner Impulse und Rückmeldungen zum Standard. Alnatura und Lebensbaum haben auch als erste Unternehmen die Pilotzertifizierung durchlaufen.

Dazu Hans-Ulrich Schatz, Geschäftsführer von Lebensbaum: „Die Lieferkette ist der entscheidende Faktor, um aus einem herkömmlichen Produkt ein nachhaltiges zu machen. Es ist uns ein zentrales Anliegen, sie zum Wohle von Mensch und Natur zu gestalten. Mit der We-Care-Zertifizierung führen wir diese Bemühungen nach höchsten Standards fort.“

Mit Walter Lang, Peter Riegel Weinimport, PrimaVera Naturkorn, Tradin Organic, Midsona und Bohlsener Mühle sind bereits sechs weitere Unternehmen zertifiziert bzw. zum Audit angemeldet. Zertifizieren lassen können sich alle Unternehmen, die selbst Lebensmittel importieren, verarbeiten oder herstellen, die Lebensmittel bei anderen Unternehmen herstellen lassen und die ihre Rohwaren oder Fertigprodukte auch als Groß- oder Einzelhändler vertreiben.

Weitere Informationen zum We-Care-Standard finden sich unter www.we-care-siegel.org.


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