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Percy Schmeiser ist gestorben

Am 13. Oktober 2020 ist der kanadische Farmer und Aktivist Percy Schmeiser im Alter von 89 Jahren gestorben. Für seinen Widerstand gegen Monsanto und die Grüne Gentechnik wurde er 2007 zusammen mit seiner Frau mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Percy Schmeiser, der aus Bruno in der kanadischen Provinz Saskatchewan stammte, wurde Ende der 1990er Jahre von Monsanto verklagt, weil er dessen gentechnisch verändertes Rapssaatgut ohne Lizenz genutzt hätte. Schmeiser hatte auf seinem Feld gentechnisch veränderte Roundup-Ready-Rapspflanzen von Monsanto durch Einsatz dessen Herbizids Roundup selektiert und die Saat weiter verwendet.

Der Farmer behauptete, die gentechnisch veränderten Pflanzen seien ohne sein Zutun durch Übertrag von Nachbarfeldern oder vorbeifahrenden LKWs auf seinem Feld gelandet. Der Fall ging an den Obersten Gerichtshof Kanadas, der entschied, dass Schmeiser das Patent von Monsanto verletze, dem Unternehmen aber keinen Schadenersatz zahlen muss. Denn der Farmer behandelte die neu angepflanzten Äcker nie mit Roundup – hatte also keinen wirtschaftlichen Nutzen durch das veränderte Saatgut.

Gemeinsam mit seiner Frau Louise wurde Percy Schmeiser zu einer Symbolfigur im Kampf unabhängiger Landwirte um ihre Rechte. Er trat für strenge Regulierungen und Haftungspflichten für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ein. Weltweit warnte er bei zahlreichen Vortragsreisen vor der Ausbreitung und dem Einsatz von genmanipulierten Pflanzen in der Landwirtschaft. Dafür wurde er im Oktober 2000 mit dem Mahatma Gandhi Award geehrt und 2007 zusammen mit seiner Frau mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Gerade erst ist eine Verfilmung seines Lebens (‚Percy‘) in verschiedenen kanadischen Kinos angelaufen. Gespielt wird der engagierte Farmer von Oscar-Preisträger Christopher Walken.


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