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Lebensmittelsicherheit

Hoher Schadstoffgehalt in Meeresalgen

In getrockneten Meeresalgen, wie sie etwa in der asiatischen Küche verwendet werden, wurden hohe Gehalte an Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium festgestellt. Auch die gemessenen Jodgehalte waren meist zu hoch und könnten eventuell gesundheitsschädlich wirken. Dies teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mit.

Einige Meeresalgen neigen dazu, Schadstoffe, wie Schwermetalle oder andere Kontaminanten aus der Umwelt, aufzunehmen und anzureichern. Aus diesem Grund haben die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer im Jahr 2013 im Rahmen eines bundesweiten Monitoring-Programms getrocknete Algenblätter auf ihre Belastung überprüft. In 2018 wurde dann eine erneute Untersuchung vorgenommen.

Getestet wurden in der zweiten Testreihe 165 Proben von getrockneten Meeresalgen. Sowohl die Werte für Blei als auch Arsen und Aluminium befanden sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie schon fünf Jahre zuvor, doch von einem gesundheitlichen Risiko sei nach derzeitigem Stand nicht auszugehen.

Beim Spurenelement Jod wurde aber sogar teilweise gegen geltende Lebensmittelvorschriften verstoßen. Hier kann ein Zuviel der Schilddrüse schaden, daher sind bei Produkten mit einem Jodgehalt über der maximal tolerierbaren Obergrenze von 20 Milligramm pro Kilogramm Warnhinweise sowie Angaben zum Jodgehalt und zur maximalen Verzehrmenge vorgeschrieben. Die Obergrenze wurde bei gut drei Vierteln der Algenproben überschritten, bei acht Prozent gab es auch keinerlei Warnhinweise oder Verbraucherinformationen. Solche Lebensmittel sind nicht verkehrsfähig.

Die Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen und Mangan seien zwar ebenfalls in relativ hohen Mengen nachgewiesen worden, bei diesen sei jedoch nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen.

 

Weitere Informationen:

 

Monitoring-Bericht 2018

BfR-Stellungnahme „Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen“


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