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100 Jahre Anuga - Bio vom Trend in den Mainstream

Weltleitmesse mit Anuga-Sonderschau Organic Forum

Zum hundertsten Mal versammelt vom 5. bis 9. Oktober 2019 die internationale Leitmesse der globalen Ernährungswirtschaft alle wichtigen Anbieter und Nachfrager für Handel und Gastronomie in Köln. Bio ist in allen Anuga-Hallen präsent und besetzt seit über zehn Jahren eine eigene Fachmesse mit der Anuga Organic. Dazu kommt die Sonderschau Anuga Organic Market als das Schaufenster des aktuellen Bio-Handels, in diesem Jahr größer und vielfältiger als je zuvor.

Wie stark die Bedeutung von Bioprodukten in den vergangenen Jahren gewachsen ist, zeigt ein Blick in die Anuga-Ausstellerdatenbank: Waren es 2013 schon 1.796 Unternehmen mit Bioprodukten, so meldeten sich 2015 bereits 2.030 Anbieter an und 2017 stieg die Zahl auf 2.580 Unternehmen.

Zu verdanken ist dies auch der Weitsicht der Anuga-Organisatoren, die schon kurz nach der Jahrtausendwende Bio als Querschnittsthema und eigene Warengruppe innerhalb der Messe einführten. So wurde schon früh das Bewusstsein auf Bio gelenkt – während zur Jahrtausendwende nur ungefähr ein Prozent der Hersteller auch Bio sichtbar machten, sind es jetzt ein Drittel.

Konzentriert findet sich das Bio-Angebot der Anuga in der Fachmesse Anuga Organic in Halle 5.1. Dort präsentieren in diesem Jahr rund 250 Aussteller aus dem In- und Ausland ein breites und vielseitiges Spektrum von Bio-Angeboten. Es werden ausschließlich Produkte vorgestellt, für die ein Nachweis einer anerkannten, im Markt üblichen Bio-Zertifizierung vorliegt.

Anuga Organic Market 2019: größer als je zuvor

Die Sonderschau Anuga Organic Market kann in diesem Jahr mit Rekordzahlen punkten: 140 Anbieter stellen etwa 2.000 Bio-Produkte aus und bringen ihre ganze Markenvielfalt mit. Verglichen mit der letzten Ausgabe 2017 gibt es über ein Drittel mehr an ausgestellten Produkten und um 50 Prozent mehr Aussteller.

Diese stetige und erfolgreiche Entwicklung begann schon 2001 als in Kooperation mit der bioPress das Bio-Kompetenzzentrum ins Leben gerufen wurde. Bereits zwei Jahre später erweiterte die Anuga die Zusammenarbeit mit bioPress. Im Jahr 2003 fand der erste Organic Market statt. Damals standen 800 Produkte in den Regalen – schon mehr, als der Handel bereit war, zu organisieren.

Viele ausländische Teilnehmer

In diesem Jahr nehmen deutlich mehr Start-Ups am Organic Market teil. Noch auffälliger ist aber der wachsende Andrang aus dem internationalen Umfeld: Über 30 Prozent der Aussteller kommen aus der EU und auch dem nicht-europäischen Ausland. Teilnehmer aus den USA, Indien oder Peru teilen sich den Platz mit solchen aus Litauen, Italien oder dem schon lange als Teilnehmer präsenten Dänemark.

Für Anuga-Aussteller ist der Organic Market eine ausgezeichnete Möglichkeit zur werbewirksamen Zweitplatzierung: An allen Regalplätzen wird bei ihren Bio-Produkten direkt auf die Messestände in allen Hallen hingewiesen. Auch Nicht-Aussteller können auf der weltgrößten Lebensmittelmesse ihre Produkte präsentieren und im Ausstellerkatalog als verbundene Unternehmen sichtbar werden.

Frische und Genuss im Fokus

Im Fokus stehen wieder die Frischetheken, die U-förmig als Mittelpunkt des Organic Markets gestaltet sind. So können die Besucher sich über etwa 100 Käsesorten freuen und echte Bio-Qualität verkosten. Für Fragen rund um den Käse wird an allen fünf Messetagen der Käse-Sommelier Karsten Buhr vor Ort sein, der in einem Bio-Supermarkt in Bochum als Pächter eine der größten Bio-Käsetheken der Republik betreibt. Auch die Fleisch- und Wurst-Liebhaber kommen nicht zu kurz. Nur der Bio-Fisch ist bisher zu vernachlässigen.

Fairer Kaffee aus Wildsammlung

Die Bio-Kaffeebar wird von der Kölner Urwaldkaffee GmbH betrieben und bietet als ganz besondere Spezialität kolumbianischen Kaffee aus Wildsammlung, der direkt von den dortigen Kleinbauern kommt. Die Kaffees sind zwar noch in der Umstellung auf  Bio-Zertifizierung, aber uns ist es ein Anliegen, die hinter den Projekten stehenden mehr als 1.000 indigenen Bauern zu unterstützen. Obwohl diese Kaffees den Biokriterien bei weitem entsprechen, zögert der Handel und verlangt ein Biosiegel.

Das Weinhaus Krauss, das schon seit über 35 Jahren ökologischen Weinbau im Zellertal betreibt, betreut das Weinregal mit Verkostung.

Neue Unverpackt-Station

Und auch der Organic Market ist dem Unverpackt-Trend gefolgt. Ein breites Angebot an Bioprodukten in Unverpackt-Spendern, in so genannten Gravity Bins oder Scoop Bins füllt eine Regalwand. Die Unverpackt-Waren stammen vom Bio-Großhändler Rhein-Main-Reformwaren.
Als Unverpackt-Angebot sind zirka 150 Produkte seiner Eigenmarke Planet Nature zu haben: Saaten, Getreide, Reis, Zucker, Salz oder Trockenfrüchte.

Organic Forum vor Ort

Nicht nur von Angebot und Vielfalt her ist der Organic Market größer als je zuvor. Die Fläche ist von 220 auf 260 Quadratmeter gestiegen. Dazu wurde das Organic Forum umgesiedelt. Bisher fanden die Veranstaltungen des Forums im entfernten Konferenzzentrum statt. Nun ist der Veranstaltungsort zum ersten Male direkt dem Organic Market angegliedert.

Das Programm wurde auf die Tage von Samstag bis Dienstag ausgeweitet: Insgesamt finden knapp 30 Veranstaltungen statt, von Vorträgen ausgewiesener Bio-Experten bis Gesprächsrunden mit Teilnehmern von tegut…-Chef Thomas Gutberlet über den Zukunftsforscher Eike Wenzel bis zur Grünen-Sprecherin für Ernährungspolitik Renate Künast.

Elke Reinecke


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