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Lebensmittelpreis

Wahrheit im Marktregal

Öko-Hersteller fordern enkeltaugliche Preispolitik

Fulda, 09.05.2019  |  Bio boomt! Immer mehr Kunden entdecken die Vorteile von Bio-Lebensmitteln. 2018 gaben die Konsumenten in Deutschland 5,5 Prozent mehr Geld für Bio-Lebensmittel aus, insgesamt 10,91 Mrd. Euro. Damit Produzenten und Hersteller weiterhin in der Lage sind, ökologische Produkte herzustellen, sollte die Preispolitik der gesamten Lebensmittelkette zukunftsweisend sein. Das postulierten die Verarbeiter des Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) bei ihrer Jahresversammlung in Fulda.

„Es ist zwingend erforderlich, dass in der gesamten Handelskette enkeltaugliche Preispolitik gefahren wird“, so der geschäftsführende Vorstand der AöL, Dr. Alexander Beck. „Die Kosten, die durch die Lebensmittelerzeugung entstehen, müssen eingepreist und die Verursacher von Umweltschäden haftbar gemacht werden. Aktuell bezahlen Verbraucher ihre Lebensmittel zweimal: Einmal an der Ladentheke und ein zweites Mal über Steuern, hohe Wasserkosten und eine kaputte Umwelt.“

Biolandwirte bewahren unsere Umwelt, schonen die Artenvielfalt und fördern das Bodenleben, da sie keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen. Stattdessen pflanzen sie Hecken, legen Blühstreifen an und setzen auf lange Fruchtfolgen. Bioverarbeiter nehmen deren Rohwaren ab, gehen mit verschiedenen Qualitäten um und machen aus ihnen marktfähige, vielfältige Produkte. Biolebensmittel schonen damit die Umwelt und erscheinen deswegen so teuer. „Umweltkosten zu internalisieren ist das einzig zukunftsfähige Konzept“, so Beck. “Erst dann können die Preise eine sinnvolle Lenkungsfunktion für einen enkeltauglichen Lebensstil einnehmen.”

Hintergrund

Unsere Lebensmittelpreise sind bislang trügerisch niedrig. Es fehlen die „versteckten Kosten”. Genauer meint das Nitrat, Feinstaub und Treibhausgase, die bei der konventionellen Lebensmittelerzeugung entstehen und durch Agrarsubventionen sogar noch gefördert werden. Aber auch Schäden durch Bodenerosion, Überdüngung von natürlichen Lebensräumen, Lebensmittelabfälle, Antibiotikaresistenzen oder Lebensmittelimporte beispielsweise aus wasserarmen Gebieten gehören dazu. Diese Folgekosten stehen derzeit nicht auf dem Preisschild. Die Bürger zahlen sie über Steuern, Abgaben und Krankenkassenbeiträge. Oder die Natur bezahlt, deutlich an Insektensterben, Klimaerhitzung und dem damit einhergehenden Leiden der Menschen im globalen Süden und den nachfolgenden Generationen.


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