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Bio in Marokko

Bio in Marokko

In Marokko ist der Agrarsektor mit 15 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren (International Trade Administration, 2017). Die Landwirtschaftliche Produktion in Marokko steht vor Herausforderungen wie der sich verschärfenden Wasserknappheit und Dürren, weswegen die Produktivität großen Schwankungen unterliegt. Der Großteil der marokkanischen Landwirtschaftsbetriebe arbeitet noch nach traditionellen Methoden.

Mit dem im Jahr 2008 ins Leben gerufenen Entwicklungsprogramm Plan Maroc Vert, dem Grünen Plan Marokko, will die Regierung den Agrarsektor zur treibenden Wirtschaftskraft machen. In diesem Rahmen soll auch der nachhaltige und ökologische Landbau gestärkt werden. Unter anderem übernimmt die Regierung die Kosten für die Einführung von Tröpfchenbewässerung und unterstützt die biologische Schädlingsbekämpfung finanziell und durch Schulungen.

1986 exportierte Marokko erstmals Zitrusfrüchte in Bio-Qualität. Seither wurde das Sortiment auf Gemüse, Arznei- und Gewürzpflanzen und andere exotische Produkte ausgedehnt. Die offiziellen Zahlen über die derzeitig vorhandenen Bio-Anbauflächen variieren: Nach FiBL betrug die Gesamtfläche Bio 2017 etwa 180.000 Hektar. Davon sind 170.000 Hektar Wildsammlungsflächen. Dabei handelt es sich um Wildfrüchte, Medizin- und Aromapflanzen.

Die ökologische Anbaufläche ohne Wildsammlung ist auf 10.000 Hektar im Jahr 2017 angewachsen. In den letzten zehn Jahren hat sie sich damit mehr als verdoppelt. Davon sind etwas über 1.500 Hektar mit Zitrusbäumen bepflanzt, und auf zirka 500 Hektar wird Gemüse angebaut.

Die Einnahmen des nationalen Bio-Sektors generieren sich fast ausschließlich aus dem Export. Während 1998 ganze 1.000 Tonnen exportiert wurden, lag das Exportvolumen im Jahr 2013 bei 10.671 Tonnen. Gemüse dominierte den Export, dort vor allem Zucchini, gefolgt von Gurken, Tomaten und Paprika.

Frankreich, Deutschland und die Schweiz waren die ersten europäischen Importeure von Bioprodukten aus Marokko. Die EU ist der wichtigste Zielmarkt. Frankreich importierte fast 90 Prozent der Zitrusfrüchte und 79 Prozent der verarbeiteten Produkte. Deutschland war 2013 mit 61 Prozent des Volumens der führende Importeur von Frühgemüse.

Elke Reinecke

 

Der Bio-Plan für Marokko
2011 unterzeichneten die marokkanische Regierung und FIMABIO, der 2010 gegründete Verband der Biolandwirte Marokkos, eine Rahmenvereinbarung für die Entwicklung des Biosektors bis 2020.
Demnach sollen bis zum Jahr 2020 die zertifizierten Anbauflächen in Marokko auf 40.000 Hektar angewachsen sein, in weiteren zehn Jahren auf 100.000 Hektar. Für den Export ist eine Menge von 60.000 Tonnen für 2020 avisiert, 200.000 Tonnen für das Jahr 2030.
2013 veröffentlichte das marokkanische Landwirtschaftsministerium in Abstimmung mit FIMABIO eine nationale Bio-Verordnung. Eine marokkanische Bio-Zertifizierung befindet sich in der Umsetzung.

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