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Pioniere gesucht!

Biodiversität muss zum Wettbewerbsfaktor für Unternehmen werden

Bad Brückenau, 18.12.2018 |Kaputte Böden, Wassernot, einseitiges Essen, fehlende Arzneimittel und Vieles mehr. Dieses düstere Bild könnte Realität werden, sollten wir nicht endlich aufhören, die biologische Vielfalt unserer Erde zu zerstören. Das zu ändern liegt nicht nur in der Verantwortung der Politiker, sondern auch wirtschaftender Unternehmen. Hersteller von Öko-Lebensmitteln sind sich dessen bewusst und fördern schon heute die Biodiversität.

„Maßnahmen für biologische Vielfalt zahlen sich nicht kurzfristig in barer Münze aus. Im Gegenteil: oft bedeuten sie höhere Kosten und Investitionen für Unternehmen“, so der geschäftsführende Vorstand der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Dr. Alexander Beck. „Trotzdem brauchen wir Pioniere, die Biodiversitätsleistungen in marktfähige Konzepte umsetzen und Biodiversität zum Wettbewerbsfaktor machen.“

Was tun Verarbeiter der AöL schon heute, um die biologische Vielfalt zu erhalten? Sie nehmen Erzeugnisse ab, die ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide angebaut wurden. Das ist bereits eine wichtige Grundlage für eine stabile und ökologische Landwirtschaft. In der Produktion gehen sie mit unterschiedlichen Erntequalitäten um und passen ihre Verarbeitung der natürlichen Vielfalt an, wie z. B. der von alten Sorten oder Fleisch von alten Rassen. Viele haben ein Umweltmanagementsystem eingeführt, mit dem sie ihren gesamten Herstellungsprozess überprüfen und Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen ihrer Verarbeitung auf die Umwelt zu verringern. Auch an den Firmenstandorten wird einiges getan: hier legt die Kollegenschaft Streuobstwiesen an, pflanzt Hecken oder baut Insektenhotels, in denen Bienen und Co einen neuen Lebensraum finden und kommen per Fahrrad zur Arbeit.

Die Politik muss diese Bestrebungen dringend unterstützen und darüber hinaus agieren. Deswegen lauten unsere Forderungen:

- Gesellschaftlich-politische Ziele festlegen und Anreize für Unternehmen schaffen, um biologische Vielfalt zu fördern

- Informationen zur Verfügung zu stellen und Informationsangebote zu fördern, die zeigen, wie Biodiversität in das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement integriert werden kann

- Forschungsprojekte zu Biodiversität fördern

- Biodiversität in politische Programme zu integrieren, wie dem Produktumweltfußabdruck, auch wenn sie schwer messbar ist

- Umwelt- und biodiversitätsbewusste Unternehmen bei der öffentlichen Beschaffung bevorzugen

 

Hintergrundinfos:

Die Leistungen der AöL-Firmen, aktuelle Filme zum Thema und Verbandspositionen zu Biodiversität und Saatgut sind Teil der AöL-Biodiversitätskampagne „Vielfalt verbindet“: www.aoel.org/vielfaltverbindet



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