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Sortimente

Bio auf und neben dem Grill – vom Steak bis zur Kohle

Bio auf und neben dem Grill – vom Steak bis zur Kohle

Die Grillsaison eignet sich hervorragend für sortimentsübergreifende Aktionen im Handel, seien es ein spezieller Produktflyer, ein Thementisch oder – etwas aufwändiger – ein Kundenabend mit Life-Grillen. Zugleich lässt sich dabei gut die Vielfalt an passenden Bio-Produkten darstellen – beziehungsweise der eigene Vorrat im Ladensortiment rechtzeitig ergänzen. Dazu zählt an erster Stelle das Grillgut selbst: Fleisch und Wurst, vegetarische, vegane Fleischalternativen, Käse, Pilze oder Gemüse. Ergänzend bieten sich Gewürzmischungen und Marinaden sowie Senf, Ketchup und andere praktische Grillsaucen an. Schließlich lässt sich das Spektrum mit ökologischer Grillkohle abrunden.

Grillfleisch wird edler, auch bei Convenience

Nach wie vor dominiert auf dem Grillrost der Deutschen Fleischliches in Form von Würstchen, Steaks und Co. Bio-Produkte taten sich im Freizeit-Segment anfangs eher schwer, vermutlich wegen des höheren Preises. Mittlerweile umfasst das generell gewachsene Interesse der Verbraucher an einer guten Haltung der Tiere, inklusive von GVO-freiem Futter, aber auch das Grillvergnügen. Genauso wie eine möglichst regionale, ansonsten zumindest nachvollziehbare Herkunft.

Der Bio-Metzger aus der Region hat insofern beste Chancen. Auf diese Ansprüche eingestellt hat sich zum Beispiel die Biopark Markt GmbH, die sich um den bundesweiten, professionellen Ankauf und die Vermarktung von Biofleisch der rund 700 Mitglieder des Biopark Verbands kümmert.

Unter dem Grundsatz Qualität statt Quantität steht die gesamte Produktpalette an naturbelassenen Fleischteilen zur Auswahl – sei es für Handelsketten, Fleischereien, Großverbraucher oder Gastronomen.
Bio-Convenience aus dem SB-Regal stellt eine beliebte und praktische Alternative dar. Biofino etwa produziert schon seit 15 Jahren Bio-Geflügel-Produkte, wobei von der Aufzucht der Tiere auf Naturland-Höfen bis zur Veredelung im eigenen Betrieb alles in einer geschlossenen Prozesskette geschieht. Über die Charge auf der Verpackung können auch Endkunden die Herkunft bis zum Landwirt oder zu der Farmeinheit zurückverfolgen.

Das bisherige Angebot ergänzt Biofino jetzt mit einem speziellen, fertig vorbereiteten Grill-Sortiment. Ansprechend und sicher in ASP-Siegelschalen verpackt, gibt es unterschiedlich gewürzte und marinierte Hähnchen- und Puten-Edelstücke. Als Innovation hat das Unternehmen hier mit Joghurtmarinade veredelte Hähn­chen-Bruststeaks in Sorten wie Zitrone-Pfeffer oder BBQ gelauncht. Dazu kommen Spieße, Flügel und Medaillons sowie Würstchen im 10er-Vakuumpack. Produziert wird frisch auf tägliche Bestellung, wobei das Grillsortiment bis Ende September laufen soll.

Horst Bühler von der gleichnamigen Bio-Metzgerei meint seinerseits, es würde nicht nur quer durch alle Altersklassen gegrillt, sondern auch ganzjährig. Grillen habe dabei inzwischen in beinahe jedem Haushalt einen Event-Charakter entwickelt. Und weiter: „Wir erkennen eine steigende Nachfrage nach Rindfleisch und eine generell deutliche Tendenz zu hochwertigen Steaks wie zum Beispiel Rumpsteak.“

Dem kommt sein Betrieb mit einer Palette von Spareribs über Holzfäller- bis zu Lamm-- oder eben Rumpsteak entgegen, die je nach Produkt mit optimierten Marinaden verfeinert sind. Für ausgefallene Abwechslung auf dem Rost sorgen zusätzlich die neuen Hähnchenschenkel-Drumsticks  und Grillfackeln: auf Spießen gewickelte, gewürzte Schweinebauchscheiben, die über der Glut besonders knusprig werden.

Würstchen, inklusive von Geflügelwürstchen, hat Bühler gleichfalls im Programm, wobei unter den Mini-Grillern die Mischung aus Klassik-, Käse- und Chili-Würstchen bisher besonders gut gelaufen sei. Die lange Haltbarkeit von 45 Tagen ebenso wie die Naturland-Qualität dürften dabei zum Erfolg beitragen.  

Grillen mit BioLust ist für die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten ein großes Thema. Rund 15 Grill-Fleisch- und -Wurstartikel können Kaufleute hier ordern. Rostbratwürste grob oder fein, große oder kleine bis hin zu Großpackungen mit Haltbarkeiten von 21 bis 28 und frische Bratwürste bis sieben Tagen sind im Programm. Dazu kommen verschiedene Klassiker vom Schwein, die es grillfertig in Paprika- oder Kräutermarinade gibt.

Veggi-Grillwürste müssen sich nicht mehr verstecken

Würstchen sind zugleich das Grillprodukt, für das Verbraucher besonders leicht eine vegetarische oder vegane Alternative mit Biss finden, wobei diese genauso in der Pfanne gebraten werden können. Die bevorzugt kleinen Würstchen basieren überwiegend auf Soja oder Tofu; Gewürze und Kräuter unterstützen den charakteristischen Geschmack der einzelnen Sorten.

Neben Tofu-Grillknackern wie sie Life Food /Tukan oder die Tofumanufaktur Nagel anbieten, gibt es noch weitere Varianten. Topas hat sich auf würzige Seitanprodukte (aus Weizeneiweiß) spezialisiert. Angelehnt an beliebte Fleischwürstchen gibt es gekräuterte Wheaty Thuringen, kurze Frankenberger und die originelle scharfe rote Merguez, die wie das ganze Sortiment praktischerweise gefrier-tau-stabil sind.

Bei Nagel und bei pur vegan findet man mit Seitan Bratwürstchen Thüringer Art und Tofu-Knackern gleich beide Fleischalternativen. Wieder runden  aufeinander abgestimmte, natürliche Zutaten von klassischen Bratwurstgewürzen bis zu Umami-würzigem Steinpilzpulver das Aroma ab.

Dass sich sogar die von Bratlingen bekannte Mischung aus Getreide und Gemüse dazu eignet, um in Würstchenform auf den Grill zu kommen, will jetzt die glücklich ohne GmbH zeigen und stellte auf der Biofach vegane Griller mit Couscous, Grünkern sowie Käse-Spinat vor.

Vor allem die junge Generation mag Abwechslung auf dem Grill
Unabhängig von der Jahreszeit erfreuen sich derzeit Burger wieder großer Beliebtheit. Allerdings geht der Trend weg von der einfachen Hackfleischscheibe zwischen Salatblatt, Käsescheibe und Softbrötchen hin zu Gourmetvarianten mit edlem Rinderhack, Steakfleisch, exotischen Früchten, Körnerbrötchen und mehr. Tatsächlich lassen sich die Pattie-Scheiben, das Herz des Ganzen, auch grillen. Die Branche greift das Thema auf und bietet vereinzelt schon gut gewürzte und geformte Hackpatties an.

Doch sogar hier muss es nicht immer Fleisch sein. So stellte Bio Frische auf der Biofach unter dem Motto „Grillgenuss 3.0 - nach Fleisch und Fleischersatz“ ihre Bio-Portobello Mushro Meatz vor. Die Riesenchampignons werden vom Global-Gap- und Gäa-zertifizierten Biopilzhof Leipzigerland kultiviert.

Durch ein längeres und trockeneres Wachstum erreicht der Betrieb eine feste Konsistenz der handtellergroßen Kappen, die sich auf diese Weise sehr gut zum schnellen Grillen eignen und zwischen die Brötchenhälften füllen lassen. Daneben punkten die Pilze mit einem vergleichsweise intensiven Aroma (umami) und wenig Fett. Geliefert wird lose oder auf Schälchen foliert.

Pilze lassen sich natürlich auch anders als Grillgut nutzen, etwa Wiesenchampignons neben Gemüse auf Spießen oder aromatische Kräuterseitlinge wie die vom Biopilzhof. Deren kräftige Stiele bleiben beim Erhitzen bissfest und werden etwa mit Knoblauchbutter oder Kräuterdips genossen.

Neben Päckchen mit mariniertem Gemüse sorgen ansonsten Grillkäse für weitere Abwechslung. Die Andechser Molkerei bietet dazu einen griechischen Weißkäse aus Kuh-, Ziegen- und Schafkäse als Grill- und Backkäse an; Vallée Verte hat einen Halloumi im Programm. Durch die traditionelle zyprische Herstellung ohne Milchsäurebakterien und Kochen in Molke ähnelt die Konsistenz der salzigeren Spezialität Mozzarella, doch bleibt er auch bei Hitze formstabil.

Bereits gewürzte Grillkäse führen unter anderem Züger Frischkäse (Provençal und Barbecue, 2 x 80 g) und bio-verde (Crostello Brat- und Grillkäse 2x100g mit mediterranen Kräutern). Und auch die sogenannten VegiBelle-Käsealternativen aus fermentiertem Tofu von Nagel passen gut in diese Auswahl.

Würzmischungen und Grillsaucen als i-Tüpfelchen

Für Grillfans, die ihr Grillgut gern selber vorbereiten, bieten sich flüssige Fertigmarinaden und spezielle Gewürzmischungen an. Erstere finden sich im Sortiment von Beltane und das gleich in fünf Varianten von Barbecue bis zu Honey-Chili.

Wie bei den Fleischalternativen wird auf die flexible Anwendung hingewiesen, in diesem Fall durch die Bezeichnung als Grill- und Wok- Produkt. Von daher seien die Flüssigmarinaden ganzjährig erhältlich, informiert Beltane. Allerdings gebe es von März bis September verstärkte Ak- tionstätigkeiten.

Was die trockenen Gewürze betrifft, können Verbraucher mit fertigen Mischungen auf einfache Weise Alternativen zu Pfeffer und Salz bekommen, wie die bunten Mischungen aus  hochwertigen Bio-Kräutern und -Gewürzen von Lebensbaum mit Kräuterwürze & Grillen und von Herbaria Maestro di BBQ.

Bleiben die fertigen Saucen, die neben Würstchen und Co. auf den Teller gehören. Hier ist die Bio-Auswahl ebenfalls groß und im wahrsten Sinne des Wortes bunt. Das beginnt bei Ketchup, einem Klassiker, bei dem es trotzdem immer wieder Neuheiten gibt. So hat Byodo in dieser Saison zusätzlich einen normalen und einen Kinderketchup mit weniger Salz und Zucker in der Squeezeflasche aufgenommen, die optisch mit der Mayonnaise- und der Senfflasche  harmonieren.

Die Glücklich ohne GmbH nennt ihre Ketchups im Glas oder Glasflasche Ur-Tomate. So wollen sie auf den hohen Tomatenanteil hinweisen, wobei Zutaten wie Äpfel, Orangensaft, Meersalz, Koriander und Chili für einen fruchtig-würzigen Charakter sorgen sollen.

Senf gehört für viele zum Bratwürstchen einfach dazu. Er eignet sich auch gut zum Anrühren von Dips, Butter oder Dressings. In Bio-Qualität gibt es Senfe in allen möglichen Schärfegraden zum einen von Feinkostanbietern und zum anderen von spezialisierten Senfmühlen.

Münchner Kindl hat passend zur Saison auch gleich einen Flyer „Grillen mit Senf“ entwickelt. Ihr zweites  Standbein sind die Grillsaucen unter dem kultig aufgemachten Markennamen Dirty Harry und weitere. Die Anbieterauswahl ist auch hier groß.

Neben Saucenfritz, die ebenfalls eher junge Grillfans ansprechen, und Sanchon / Petersilchen, die mit verschiedenen Länderspezialitäten Inte- resse wecken, gehört auch Naba dazu. Ihre Marke NAbio richte sich an eine junge, anspruchsvolle Zielgruppe, die sich bewusst aber abwechslungsreich ernähren will, nicht viel Zeit hat und immer wieder Neues im Handel erwarte, beschreibt es das Unternehmen. Zum anderen müssten die Produkte auch einfach gut schmecken. Und diese Aussagen treffen in unterschiedlicher Gewichtung zweifellos auf das Gros der genannten Grillprodukte zu.

Bettina Pabel

Öko auch unten drunter

Während auf dem Grillrost durchaus oft und gern Bio-Qualität liegt, sieht es bei der Kohle anders aus. Doch auch dazu gibt es ökologische Alternativen. So setzt etwa das Start-up Nero als Rohstoff auf heimisches Buchen- und Eichenholz aus nachhaltig bewirtschafteten und von Naturland zertifizierten Wäldern. Die Produktion selber erfolgt in einem für Umweltschutz ausgezeichneten Holzkohlewerk im nahen Frankreich. Trotz dieser Vorzüge koste die Nero-Kohle nicht mehr als andere qualitativ vergleichbare Holzkohle, betont das Unternehmen, das sein Angebot mit Öko-Grillanzünder und weiterem Zubehör ergänzt.Eine interessante Idee hat auch Dr. Goerg in die Tat umgesetzt und bietet jetzt eine umweltfreundliche Grillkohle an, die passend zum Sortiment aus hochwertigen Bio-Kokosnussprodukten zu 100 Prozent aus den Nussschalen besteht. Zum Glühen gebracht, weisen die Würfel nach eigenen Angaben eine außergewöhnlich lange Brenndauer auf, sind geruchsneutral und funkenfrei.


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