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Bio-Vollkornbrot, eine langhaltbare Erfolgsgeschichte

Bio-Vollkornbrot, eine langhaltbare Erfolgsgeschichte © Agentur Baganz
13. Verleihung des Mestemacher Preises Spitzenvater des Jahres 2018 im Hotel InterContinental:
Initiatorin und Projektleiterin Prof. Dr. Ulrike Detmers mit den Siegervätern Andreas Altwicker (l), Jürgen Gerold Ott (2. v. rechts), Peter Justenhoven (1. v. rechts) und dem Festredner PD Dr. med. Otfried Debus (2.v. links).

Gütersloh, 15. Februar 2018 | Die Großbäckerei Mestemacher in Gütersloh kann sich in ihrem Segment zu Recht als eine der Bio-Pioniere bezeichnen. Seit 1985 hat das familiengeführte Unternehmen den Anteil ihres Bio-Segments auf 20 Prozent des gesamten Brotumsatzes gesteigert. Die vergangenen Jahre brachten eine Stabilisierung auf hohem Niveau.

Die Zahlen sprechen für sich, denn in über 30 Jahren sind die Gesamtumsätze mit Westfälischem Pumpernickel,  Roggenvollkornbrot, internationalen Brotspezialitäten und TK - Plattenkuchen von 3,2 Mio. Euro im Jahr 1985 auf 158,3 Mio. Euro im Jahr 2017 gestiegen. Davon generiert das Unternehmen 71 Prozent des Umsatzes im Inland und 29 Prozent mit dem Auslandsgeschäft.

Die Bio-Brot Bäckerei zählt seit 1985 zu den Unterstützern der grünen Agrarwende. Seitdem Renate Künast 2001, also vor 17 Jahren, als damalige Bundesministerin für Verbraucherschutz das deutsche Bio Siegel eingeführt hat, informiert sie sich bei ihrem Besuch auf der Nürnberg Messe immer wieder persönlich auch bei Mestemacher über die Entwicklungen der Bio-Branche. Dass der Boom der Branche auch den Weichenstellungen der Politik vergangener Jahre geschuldet ist, dürfte sie mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen.

Weiteres Wachstum könnte einen limitierenden Faktor haben
Derzeit bereitet, so Prof. Dr. Ulrike Detmers, insbesondere ein Thema sehr große Sorgen, nämlich der seit Jahren nachweisbare Rückgang der Anbaufläche für Roggen. Die veränderten Witterungsverhältnisse in den traditionellen Anbaugebieten des Getreides stellen ein weiteres Risiko für die Stabilität der Erträge dar. Detmers ist Gesellschafterin, Geschäftsführungsmitglied und Sprecherin der Mestemacher-Gruppe.

Auf der Plattform „destatis.de“ des Statistischen Bundesamtes ist amtlich festgestellt: Im Jahr 2017 hat sich die Anbaufläche für Roggen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent, d. h. um ca. 32.000 Hektar verringert und zwar auf nur noch 538.400 Hektar. Noch dramatischer war im vergangenen Jahr der Einbruch in den Erntemengen des Getreides, der witterungsbedingt um über 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2016/17 zurückging. In den letzten zwei Jahren lag der gesamte Minderertrag sogar bei 22 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt 2017 wurden bei Mestemacher pro Monat über 15 Mio. Brotpackungen zum Verkauf im SB-Brotregal ausgeliefert. Dafür benötigten die Großbäcker über 13.000 Tonnen konventionellen und ca. 8.700 Tonnen Bio-Roggen pro Jahr.

In dem Unternehmen befürchtet man deshalb zukünftige Versorgungsengpässe und Preissprünge für Brotroggen. Die Preise für konventionellen Brotroggen haben sich 2017 um 17 Prozent erhöht. Bio-Roggen ist vergleichsweise noch knapper und hat sich 2017 im Durchschnitt in der Bilanz der Einkaufspreise mit 40 Prozent verteuert. Rationalisierungen in der Produktion und der harte Wettbewerbsdruck sorgten jedoch dafür, dass die Brotpreise bei Mestemacher stabil blieben. Der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr konnte mit einem Plus von 1,4 Prozent sogar noch einmal leicht gesteigert werden.

Generationenfolge bei der Detmers-Gruppe

Seit 2017 ist die Tochter Christine Detmers mit ihrem Hintergrund von  Betriebswirtschaft, Marketing und Strategischem Management als nächste Generation auch unternehmerisch aktiv. Sie verantwortet als geschäftsführende Gesellschafterin die Bereiche Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für die Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH, ein von der Mestemacher-Gruppe eigentümerbezogener selbstständiger Müsli Produzent.

Dieser Betrieb war ursprünglich ebenso wie die 1985 zugekaufte Firma Mestemacher ein Bäckereibetrieb, ab dem Jahr wurde die Brotproduktion eingestellt und die Aktivitäten konzentrierten sich seither auf die Müsli-Produktion. Rund fünfzig  Beschäftigte sind  bei der Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH tätig. Das Unternehmen produziert bis zu 80 Prozent der Umsätze mit Bio Müslis und Bio Crunchies. Das Bio Produktportfolio stellt das Unternehmen hauptsächlich für die Eigenmarken ausgewählter Großkunden her.  Christine Detmers leitet den Familienbetrieb in der vierten Generation. Sie engagiert sich für den Umweltschutz und setzt sich dafür ein, dass ökologische und soziale Standards in der globalen Lieferkette stabilisiert werden.

Vom weltweiten Bio-Boom profitierenund sich engagieren

Die wirtschaftlichen Erfolge der Mestemacher-Gruppe werden seit 2000 durch soziales Engagement für die Gleichstellung von Frau und Mann und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert. Unter der Leitung der Initiatorin, Prof. Dr. Ulrike Detmers,  setzt sich Mestemacher dafür ein, dass Leitungsgremien paritätischer mit Mitgliedern beider Geschlechter besetzt werden und Männer es als Selbstverständlichkeit ansehen, sich intensiver um die Familie zu kümmern, damit die Frau beruflich erfolgreich sein kann.

2017 wurden zum ersten Mal mit dem neuen Preis „Gemeinsam Leben“ in 4 Preisgruppen je eine Großfamilie, ein Mehrgenerationenhaus, eine Wohngemeinschaft und der renommierte Hamburger Überseeclub e. V. für geschlechterübergreifendes „Brücken bauen“ ausgezeichnet.
Die 13. Verleihung des Mestemacher Preises „Spitzenvater des Jahres 2018“ fand statt am 9. März im Hotel InterContinental Berlin unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Prof. Dr. Ulrike Detmers begründet ihr Engagement für die Männeremanzipation folgendermaßen: "Väter brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn sie Kinder, Küche und Karriere mit der Mutter teilen."

Der Spitzenvater-Preis würdigt das praktizierte partnerschaftliche Ehe- und Familienmodell. Das Projekt "Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres" strebt danach, die Wichtigkeit der Rolle des Vaters für die Entwicklung des Kleinst-, Klein und Schulkindes ins öffentliche Bewusstsein zu rufen. Das Projekt bricht mit der traditionellen Vorstellung, dass für die ersten Monate und Lebensjahre allein die Mutter zuständig ist. Betont wird vielmehr die Notwendigkeit einer intensiven Beziehung zwischen Vätern und ihren Kindern von Anfang an.  

Geehrt werden seit 2006 jedes Jahr zwei Spitzenväter mit jeweils 5.000 Euro. Die diesjährigen Preisträger sind wohnhaft in Bonn und in der Region Stuttgart. In diesem Jahr gibt es zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 2.500 Euro für einen Sonderpreisträger aus München.  

Mestemacher richtet zusätzlich zu den Preisen die Feierlichkeit für über 200 Gäste im 5-Sterne Hotel InterContinental in Berlin aus. Ein großer Festakt mit Gala-Lunch und hochwertiger musikalischer Begleitung, der den Preisträgern als außergewöhnlich in Erinnerung bleibt.

Thomas W. Baier


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