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Julia Klöckner will Pestizide im Ökolandbau erlauben

Julia Klöckner will Pestizide im Ökolandbau erlauben
Julia Klöckner, designierte Bundeslandwirtschaftsministerin

Berlin, 20.2.2018  |  Die designierte Bundesland- wirtschaftsministerin der zukünftigen schwarz-roten Koalition, Julia Klöckner (CDU), liefert schon vor Antritt ihres Amtes den Beweis, dass die Führung eines Ministeriums nicht unbedingt mit Fachkompetenz einhergehen muss. Sie äußerte sich in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland darüber, im Ökolandbau chemisch-synthetische Pestizide zuzulassen, weil die Landwirte sonst „in nassen Jahren ein erhebliches Problem“ hätten.

Diese Aussage führt nicht nur die Prinzipien des Ökolandbaus ad absurdum, sie beweist vielmehr, wie sehr die Fixierung auf die vom agrarindustriellen Komplex geschaffenen Abhängigkeiten in den Köpfen verankert ist. Der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) antwortete ihr mit Sachkenntnis: Der Einsatz von Pestiziden im ökologischen Landbau sei „weder rechtlich möglich, noch erforderlich. Denn Bio funktioniert. In Deutschland auf 1,4 Millionen Hektar und in fast 30.000 Betrieben.“

Anton Hofreiter von den Grünen attestiert ihr schon mal einen Schnellschuss und erhofft sich von der zukünftigen Regierung eine „ausgegorene und abgestimmte Landwirtschaftspolitik“. 

Sicher ist: Mit ein wenig Sachkenntnis Klöckners zu dem Thema hätte sie den Eindruck in der Öffentlichkeit vermieden, sie wolle mit der Giftspritze die Regeln des Ökolandbaus neu schreiben.


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