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So (gut) ernähren sich Studierende in Deutschland

Neue Studie der Maastricht University und dem Kölner Beratungsunternehmen Constata

Maastricht, Köln (Juni 2017) |  Wer dachte, bei Studierenden in Deutschland stünden täglich Pizza, Pommes und Fastfood auf dem Tisch, liegt falsch. Vielmehr sind laut einer aktuellen Untersuchung zur Studienreihe „Fachkraft 2020“ Gemüse, Salat und Obst die bevorzugten Lebensmittelgruppen. Auch das Selbstkochen steht gegenüber Fertiggerichten und insbesondere Lieferdiensten hoch im Kurs. Und Süßes? Bei Schokolade werden gerade Hochschülerinnen schwach – erst recht in Prüfungsphasen. Rund 19.000 Studierende haben im März 2017 an der Befragung zum studentischen Ernährungsverhalten teilgenommen.

Das Klischee vom auf Fastfood fixierten Studierenden lässt sich angesichts aktueller Daten zur Studienreihe „Fachkraft 2020“ nicht aufrechterhalten – im Gegenteil. Laut einer Untersuchung mit dem Titel „Studium und Ernährung“ kochen etwa 82 Prozent der Befragten mehrmals pro Woche oder täglich selbst. Hingegen werden Fertiggerichte und Lieferdienste von lediglich 18,2 Prozent bzw. 3,3 Prozent der Studierenden regelmäßig in Anspruch genommen. Aber: In beiden Fällen greifen männliche Befragte fast doppelt so häufig zu wie weibliche.

Gemüse und Obst sind Hauptbestandteile der studentischen Ernährung
Auch der Blick auf die Beliebtheit unterschiedlicher Lebensmittelgruppen deutet auf Ausgewogenheit im studentischen Ernährungsverhalten hin. „Gemüse / Salat“ (87,1 %) und „Obst“ (85,3 %) werden am häufigsten verspeist. Knapp gefolgt von „Getreideprodukten / Kartoffeln“ und „Milchprodukten“, die ebenfalls eine Verzehrhäufigkeit von über 80 Prozent aufweisen. Deutlich seltener wird hingegen zu „Fleisch / Wurst“ (62,1 %) und insbesondere „Fisch / Meeresfrüchten“ (16,4 %) gegriffen, wobei auch hier in beiden Fällen eine deutlich höhere Präferenz aufseiten männlicher Studierender gemessen wurde.

Darüber hinaus zeigt sich, dass das studentische Ernährungsverhalten stark an individuelle Lebensstile gekoppelt ist. So wurde ermittelt, dass Charaktere mit hohem Grundinteresse an den Themen „Ernährung“ sowie „Sport / Bewegung“ am häufigsten selbst kochen. Im Gegensatz dazu sind es Studierende mit Hang zum Lebensstil „Ausgehen / Feiern“, die im Wochenverlauf besonders oft essen gehen. Und die höchste Affinität zu Fertiggerichten lassen schließlich diejenigen Befragten erkennen, die sich in ihrer Freizeit am meisten zu „Internet und Games“ hingezogen fühlen.

Beliebteste Süßwaren bei Studierenden: Schokolade und Schokoriegel

Besonderes Augenmerk der durch die takeyoursweets Süßigkeiten GmbH in Auftrag gegebenen Studie liegt auf dem Bereich Süßwaren. Diese werden von 58,2 Prozent der Studierenden „mehrmals pro Woche“ oder „täglich“ verzehrt. Und während die höhere Präferenz für Fleisch und Fisch deutlich auf männlicher Seite liegt, gilt selbiges bei Süßem klar für weibliche Befragte. Der konkrete Vergleich: 64,8 Prozent der Studentinnen essen regelmäßig Süßes, für Studenten gilt dies in lediglich 49,3 Prozent der Fälle.

Als beliebteste Süßwaren konnten „Schokolade und Schokoriegel“ ermittelt werden, deren Verzehrhäufigkeit von fast 40 Prozent deutlich Platz 1 bedeutet. Mit Verzehrhäufigkeiten von jeweils unter 20 Prozent folgen „Süßgebäck / Kuchen“ und „Fruchtgummi / Lakritz“ mit großem Abstand. Interessanterweise ist fast der gesamte weibliche Mehrkonsum von Süßwaren auf die Vorliebe für „Schokolade / Schokoriegel“ zurückzuführen. Denn: Während knapp die Hälfte der befragten Frauen (46,6 %) angab, mehrmals in der Woche oder täglich Schokolade zu essen, sind es auf männlicher Seite weniger als ein Drittel (29,1 %). Dagegen ist das Geschlechterverhältnis bei „Fruchtgummi / Lakritz“ nahezu ausgeglichen.

In Prüfungsphasen steigt der Süßwarenkonsum beträchtlich – gerade auf weiblicher Seite 

Da in vielen Studiengängen die Prüfungsphasen zum Sommersemester 2017 bevorstehen, wurde auch der Süßwarenkonsum in Stress-Situationen in den Blick genommen. Hierzu gaben 47,1 Prozent der weiblichen Studierenden an, im Umfeld / Vorfeld von Hochschulprüfungen häufiger zu Schokolade und Co. zu greifen als in weniger stressigen Semesterphasen. Auf den Süßwarenkonsum männlicher Studierender scheint der Faktor Stress hingegen erheblich weniger Einfluss auszuüben, da hier lediglich 31,8 Prozent einen Mehrkonsum von Süßem angaben.

Die Untersuchung „Studium und Ernährung“ wurde von der Maastricht University in Kooperation mit dem Kölner Beratungsunternehmen Constata herausgegeben. Grundlage hierfür ist eine bundesweite Erhebung zur Studienreihe „Fachkraft 2020“, an der im März 2017 rund 19.000 Studierende teilgenommen haben. In Auftrag gegeben wurde die Studie mit Schwerpunkt Süßwarenkonsum von der takeyoursweets Süßigkeiten GmbH. Die Veröffentlichung steht als PDF – neben einem ausführlichen Blogbeitrag zum Thema studentische Ernährung – unter http://takeyoursweets.de/blog/studenten_essen_gesuender.html zum Download bereit.

Über „Fachkraft 2020“

Die repräsentativen Befragungen zur Studienreihe „Fachkraft 2020“ werden seit September 2012 jeweils zu Semesterbeginn durchgeführt. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Department of Labour Economics der Maastricht University und dem Kölner Beratungsunternehmen Constata verfolgt das Ziel, den akademischen Bildungsdiskurs in Deutschland durch unterschiedlichste Themenkomplexe zu bereichern – darunter aktuell auch die Frage nach Ernährungsgewohnheiten bei angehenden Hochschulabsolventen. Bis dato nahmen an den bundesweiten Befragungen über 200.000 Personen teil. Erhoben wird jeweils über das rund 350.000 Studierende und junge Akademiker zählende Netzwerk Jobmensa (www.jobmensa.de) der Studitemps GmbH.

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