Ökobarometer
Ökobarometer 2017: Mehr Bio in Kantinen gefragt
Der Kauf von Bio-Lebensmitteln ist für viele Verbraucher selbstverständlich geworden. Fast ein Viertel (22 Prozent) kaufen häufig oder sogar ausschließlich Produkte aus dem Ökolandbau. Immerhin die Hälfte (49 Prozent) aller Kunden greifen gelegentlich zu Bio-Ware. So die Ergebnisse des Ökobarometer 2017 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Bio hat Potenzial in der Gemeinschaftsverpflegung
Ein Schwerpunktthema des diesjährigen Ökobarometers war der Bio-Lebensmittelverzehr in der Gemeinschaftsverpflegung – also in Kantinen oder Mensas. Die Umfrage unter Kantinennutzer zeigt, dass das Angebot an Bio-Gerichten dort ausbaufähig ist. Von diesen können nur 18 Prozent täglich mindestens ein Bio-Gericht aus dem Speisenangebot auswählen. Das Interesse ist jedoch deutlich größer: 69 Prozent der insgesamt befragten Berufstätigen oder Auszubildenden/Studenten sind Bio-Gerichten gegenüber aufgeschlossen.
Von diesen Befragten wären 96 Prozent bereit, einen Aufpreis für dieses Angebot zu bezahlen. Für zwei Drittel von ihnen dürfte ein Bio-Gericht im Vergleich zu einem konventionellen mindestens einen Euro mehr kosten, 14 Prozent finden sogar einen Preisaufschlag von mehr als zwei Euro für Bio-Speisen als angemessen.
Der Außer-Haus-Verzehr, zu dem Kantinenangebote zählen, hat einen Anteil von einem Drittel am deutschen Lebensmittelmarkt. Das zeigt, welch großes Potenzial für eine Steigerung des Bioanteils in diesem Bereich liegt.
Vielfältige Kauforte für Bio-Lebensmittel
Im Hinblick auf Kauforte für Bio-Lebensmittel bietet die Handelslandschaft mittlerweile vielfältige Möglichkeiten. Spitzenreiter sind die Supermärkte, die von 86 Prozent der Befragten als Einkaufsort für Bio-Lebensmittel genannt wurden.
Discounter und Wochenmärkte (70 bzw. 58 Prozent) folgen als Einkaufstätten. Den Einkauf beim Bäcker, direkt beim Erzeuger, beim Bio- oder Naturkostladen sowie Metzger benennen je 50 Prozent der befragten Bio-Konsumenten als Bezugsquelle für Bio-Lebensmittel.
Gründe für den Bio-Kauf
Die Kaufgründe für Bio-Lebensmittel sind ebenso vielfältig: Artgerechte Tierhaltung und weniger Zusatz- und Verarbeitungsstoffe belegen gemeinsam Platz eins der Rangliste und wurden von 90 Prozent der Befragten als Kaufgrund angegeben. Die regionale Herkunft der Produkte verbunden mit einer Unterstützung regionaler Betriebe sowie eine möglichst geringe Schadstoffbelastung folgen ebenfalls gemeinsam auf Rang zwei für 87 Prozent der Befragten als Kaufargumente. Darüber hinaus rangieren eine gesunde Ernährung (84 Prozent), gefolgt von dem eigenen Beitrag zur Unterstützung des ökologischen Landbaus (82 Prozent) sowie des Umweltschutzes (81 Prozent) oben auf der Liste der Kaufmotive.
Hintergrund zur Studie
Das Ökobarometer wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft regelmäßig in Auftrag gegeben und ist fester Bestandteil des Bundesprogramms ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Es ist eine repräsentative telefonische Umfrage zum Konsum von Biolebensmitteln. Die aktuelle Studie wurde vom Marktforschungsinstitut infas im Dezember 2016 und Januar 2017 auf der Basis von 1.004 Interviews durchgeführt und ausgewertet. Das vorherige Ökobarometer stammt aus dem Jahr 2016.







