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25 Prozent plus bei Fairtrade-Süßwaren

TransFair und gepa auf der ISM

Schokolade, Honig, Bonbons und Co - süße Köstlichkeiten mit Fairtrade-Siegel sind gefragt wie nie. Der Absatz von fair gehandelten Süßigkeiten konnte im vergangenen Jahr um 25 Prozent gesteigert werden. Diese erfreuliche Bilanz stellten die Siegelorganisation TransFair e.V. und ihr wichtigster Lizenznehmer, das Fair Handelshaus gepa, auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln vor. "Faire Süßigkeiten machen nicht nur den Verbrauchern hierzulande Freude, sondern stärken insbesondere die Produzenten in den Ländern des Südens", fasste Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V., den doppelten Nutzen fair gehandelter Süßwaren zusammen.

Bio und fair legt zu

Im Jahr 2006 erzielten Fairtrade-Süßigkeiten einen geschätzten Umsatz von 20 Millionen Euro, dies bedeutet ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz stieg mit 1.400 Tonnen um 25 Prozent. Einhergehend mit den steigenden Absatzzahlen erhöhte sich auch der Bio-Anteil bei Fairtrade-gesiegelten Süßwaren. Insgesamt sind bereits über 53 Prozent des süßen Produktsegments bio-zertifiziert, bei Honig sind es 30 Prozent und bei Kakaoprodukten sogar 76 Prozent. Die Edelschokoladen-Manufaktur Zotter hat aktuell ihr gesamtes Produktsortiment auf bio umgestellt.

Zuwächse bei gepa

Auch im Jahr 2006 konnte das Fair Handelshaus gepa für seine Süßwaren mit Fairtrade-Siegel mit 11 Prozent wieder ein zweistelliges Absatzplus verzeichnen. "Ein schönes Ergebnis", so gepa-Geschäftsführer Thomas Speck. "Besonders stark wachsen wir in der Vertriebsschiene Lebensmittelhandel, Bio- und Naturkosthandel. So haben wir uns bei Biotafelschokoladen im klassischen Supermarkt mit rund 40 Prozent mehr Absatz und Umsatz weiterhin als Marktführer behauptet." Speziell für Jugendliche hat die gepa bei Produkten wie Schokotäfelchen, Gummibärchen oder Waffelschnitten eine neue Verpackungslinie konzipiert. "Jung, frisch und trendy", so bezeichnete Speck das neue Design, das bei der Zielgruppe gut ankam. Insgesamt sehr gefragt waren Saisonprodukte wie Adventskalender, Schokobischöfe, Osterhasen und Schokofußbälle, die vor allem in Weltläden verkauft werden.

Fairtrade macht stark

Von der fairen Nascherei profitieren in erster Linie die Produzentenkooperativen in Afrika, Lateinamerika und Asien: Sie erhalten durch festgelegte Mindestpreise und Fairtrade-Prämien die Möglichkeit, ihre Gemeinschaft aus eigener Kraft zu stärken und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.  

Fairtrade-Neuheiten

Seit Dezember 2006 laden zwei Dinkelgebäck-Varianten mit Fairtrade-Siegel von der Sommer & Co. Feinbäckerei zum Knabbern ein. Die bio-zertifizierten Kekssorten Pesetas und Paracinis sind mit Quinoa aus Bolivien, Kakao aus der Dominikanischen Republik und Paranüssen aus Peru verfeinert und im Bio- und Naturkostladen erhältlich. Eine weitere Bereicherung für Verbraucherinnen und Verbraucher ist auch der erste Fairtrade-gesiegelte Streuzucker. Den braunen Rohrzucker aus Malawi gibt es seit Dezember 2006 in allen Filialen der Discountkette Lidl zu kaufen. Seit Jahresbeginn ist das Traditionsunternehmen Stollwerck neuer Lizenznehmer bei TransFair. Der Kölner Schokoladenhersteller bietet ab sofort zwei Fairtrade-gesiegelte Schokoladensorten an. 

Honig Jubiläum

Seit 10 Jahren gibt es Fairtrade-gesiegelten Honig auf dem deutschen Markt. In dieser Zeit gingen acht Millionen fair gehandelte Honiggläser über die Ladentheke. So wie Bienenzüchter Miguel Perez Gutierrez aus Mexiko sind Imker aus 26 Produzentengruppen in Chile, Guatemala, Nicaragua und Sambia froh darüber, ihren Honig an den Fairen Handel verkaufen zu können. "Das Wichtige daran ist nicht nur der höhere Preis, sondern vor allem, dass wir einen festen Absatzmarkt haben", berichtet Miguel über seine Arbeit. In den 10 Jahren konnten die Honig-Kooperativen von einer Fairtrade-Prämie in Höhe von 600.000 Euro profitieren. Mit Hilfe der Prämie werden soziale Gemeinschaftsprojekte, wie der Bau einer Schule oder Investitionen in die Gesundheitsvorsorge, finanziert.

Hintergrund

TransFair e.V. vergibt sein Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair e.V. wird von 38 Organisationen wie zum Beispiel Misereor, Brot für die Welt, UNICEF, BUND und der Verbraucher Initiative getragen. Für über eine Million benachteiligte Produzentenfamilien in 58 Ländern schafft der Faire Handel mit dem Siegel nachhaltig bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Produkte mit TransFair-Siegel sind in 800 Kantinen und Hotels sowie in über 27.000 Supermärkten, Weltläden und vielen Naturkostmärkten erhältlich.

Die gepa handelt seit über 30 Jahren mit Genossenschaften und sozial engagierten Unternehmen aus Lateinamerika, Afrika und Asien zu fairen Preisen und langfristigen Handelsbeziehungen. Im Geschäftsjahr 2005/2006 erzielte die gepa einen Großhandelsumsatz von rund 45 Millionen Euro. Das Fair Handelshaus ist bei Süßwaren mit seinem breiten Sortiment wichtigster Lizenznehmer von TransFair. Die Bonbons werden von der Firma Bodeta in Oschersleben hergestellt, die auch auf der ISM ausstellen.


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