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EU-Öko-Verordnung stellt kleinstrukturierte Öko-Landwirtschaft in Frage

DBV-Ökobeauftragter: „Wachstumschancen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen werden verspielt“

„Seit über zwei Jahren stellt die EU-Kommission mit einem wenig praxistauglichen Revisionsentwurf der EU-Öko-Verordnung die Weiterentwicklung der Bio-Landwirtschaft in Frage. Aufgrund der guten Marktsituation bietet die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft für eine Reihe von landwirtschaftlichen Betrieben eine gute Perspektive. Das EU-Parlament und der Agrarrat sind sich in Kernelementen der Überarbeitung der Öko-Verordnung einig. Die EU-Kommission verhindert aber eine Einigung im Trilogverfahren mit EU-Parlament, Agrarrat und Kommission. Dabei sind zahlreiche vernünftige Änderungsvorschläge aus der Praxis vorgelegt worden.“ Dies kritisierte der Öko-Beauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Heinrich Graf von Bassewitz, in Brüssel. Er appellierte an EU-Kommissar Phil Hogan, endlich die Vorschläge über Sondergrenzwerte für Ökoprodukte zurückzuziehen und stattdessen für eine harmonisierte Umsetzung der geltenden Rechtslage und eine bessere Zusammenarbeit der Behörden in der EU zu sorgen.

Nach neuesten Aussagen der EU-Kommission sei ab 2019 mit dem Inkrafttreten einer neuen EU-Öko-Verordnung zu rechnen. Damit habe der Ökolandbau weitere drei Jahre keine Planungssicherheit. Im Umstellen auf Öko-Landwirtschaft sieht von Bassewitz gerade derzeit wirtschaftliche Chancen für die Betriebe, da die Nachfrage nach Bio-Produkten größer sei als das heimische Angebot.

Die EU-Kommission will in der neuen Öko-Verordnung unter anderem einen Null-Grenzwert für Rückstände einführen, einen sogenannten Babyfoodstandard. Ein vom DBV angeregtes Hearing des europäischen Bauernverbandes COPA über Rückstände in Produkten des ökologischen Landbaus zeigte dagegen die unüberbrückbaren Probleme für die landwirtschaftlichen Betriebe auf, die mit einer Umsetzung des Vorschlages der EU-Kommission verbunden wären. Der DBV-Öko-Beauftrage befürchtet, dass die Pläne der Kommission in weiten Teilen Europas das Aus für den Ökolandbau bedeuten würden. „Die im Hearing dargestellten Erfahrungen mit dem Babyfoodstandard zeigen, dass die Umsetzung des Kommissionsvorschlags 30 bis 50 Prozent der Öko-Betriebe ihre Existenz kosten könnte. Ökolandbau könnte zukünftig nur noch in den wenigen von Industrie unberührten Regionen der EU betrieben werden“, stellte er fest. „Besonders Öko-Betriebe mit kleinen Flächen seien gefährdet. Aufgrund ubiquitär vorhandener Umweltgifte und unbeabsichtigter Abdrift bei Pflanzenschutzmaßnahmen würden zudem Konflikte innerhalb der Landwirtschaft angeheizt“, warnte von Bassewitz. „Die EU-Kommission verspielt derzeit die Wachstumschancen.“

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