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Tierproduktion

Durch weniger Kraftfutter nachhaltigere globale Tierproduktion

Neue Studie über Anbau von Futtermitteln

Frick, 16.12.2015  |   Ein Verzicht auf den Anbau von Futtermitteln auf Ackerland würde sich positiv auf die Nahrungsmittelverfügbarkeit und wichtige Umweltindikatoren, wie Treibhausgasemissionen und Stickstoffüberschüsse, auswirken. Dies zeigt eine neue Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) im Auftrag der Welternährungsorganisation (FAO). Weniger Konkurrenz zwischen Futter- und Nahrungsmittelproduktion erweist sich dabei als wirksamer Ansatz zur nachhaltigen Ernährung der rund 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050. Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich in der Fachzeitschrift „Interface“ der Royal Society publiziert worden.

Eine neue Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), die in der Fachzeitschrift „Interface“ der Royal Society publiziert wurde, zeigt, dass die Reduktion von Kraftfutter eine gangbare Alternative sein kann, um die Welternährung auf umweltfreundliche Weise zu sichern.

Die Modellrechnungen zeigen auf, dass die negativen Umweltwirkungen der Landwirtschaft bis ins Jahr 2050 weiter drastisch ansteigen werden, sollten sich die Prognosen der Welternährungsorganisation bewahrheiten. Ein Hauptgrund liegt darin, dass die Nutztiere immer intensiver, also mit ackerbaulich produziertem Futter wie Weizen, Mais und Soja, gefüttert werden. Für die Intensivierung der Produktion wird das ohnehin schon schwindende Ackerland zunehmend für die Futterproduktion statt für den Anbau von pflanzlicher Nahrung für die Menschen gebraucht. Das Kraftfutter für Tiere steht damit in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung. 
Die Studie zeigt, dass durch die Reduktion der Kraftfutterproduktion mehr pflanzliche Nahrung produziert werden kann – bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt und Reduktion des Ausstosses von Klimagasen. Die Berechnungen zeigen, dass sich bei vollkommenem Verzicht auf die Futtermittelproduktion auf Ackerland die Menge tierischer Produkte in der menschlichen Ernährung bis 2050 global etwa halbieren (53 % weniger) würde. Dies betrifft vor allem das Angebot an Schweinefleisch, Geflügel und Eiern.

Weide ist umweltfreundlicher als Kraftfutter

Der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Umweltschäden der Landwirtschaft wird seit Langem kontrovers diskutiert. Eine gängige Schlussfolgerung lautet, dass die Tierhaltung weiter intensiviert werden müsse, also mehr energiereiches Kraftfutter auf den Äckern produziert werden soll. Denn nur damit könnte der prognostizierte stark wachsende Bedarf der Weltbevölkerung an tierischen Lebensmitteln gedeckt und die Treibhausgase pro Kilogramm Fleisch reduziert werden. Die neue Studie des FiBL zeigt jedoch, dass ein Verzicht auf Kraftfuttermittel die nachhaltigere Lösung für die Ernährung der Weltbevölkerung wäre. Diese Strategie birgt den Berechnungen zufolge ein grosses Potenzial. Sie ergänzt bisher schon bekannte Ansätze zur Ernährungssicherung in idealer Weise, so etwa die Verbesserung der Effizienz der Nahrungsmittelproduktion, -verteilung und -verwertung. 

Neu entwickeltes Modellsystem vielfältig nutzbar

Zur Berechnung verschiedener Szenarien der Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und der Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf die Umwelt haben die Welternährungsorganisation FAO, die Alpen-Adria Universität in Wien, die Universität Aberdeen und das FiBL ein globales Modellsystem erstellt. Es kann die komplexen Stoffströme und die daraus resultierenden Produktionsmengen und Umweltwirkungen unseres Ernährungssystems berechnen. So können Änderungen in den Produktionsverfahren und im Nahrungsmittelkonsum umfassend analysiert werden. Das System ist konsistent mit den globalen Statistiken der Welternährungsorganisation und kann in Zukunft zur Beantwortung vielfältiger Fragestellungen zur Nachhaltigkeit von Landwirtschaft- und Ernährungssystemen genutzt werden.

Link zur Studie in der Zeitschrift „Interface“ der Royal Society (in Englisch)
>    http://rsif.royalsocietypublishing.org/lookup/doi/10.1098/rsif.2015.0891

Link zur Seite für Nachhaltigkeitsanalyse des FiBL
>    http://www.fibl.org/de/themen/nachhaltigkeitsbewertung.html 
 

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