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Pestizide

Anti-Pestizid-Tag: Menschen vor Giften schützen

Aus den katastrophalen Chemieunfällen durch Pestizidproduktion, an die dieser Tag erinnert, hat die Welt viel zu wenig gelernt.

In Deutschland, aber auch international steigt der Verbrauch von Pestiziden und anderen Agrarchemie-Produkten. Dabei ist die pestizidbasierte Agrarproduktion eine Sackgasse und das exakte Gegenteil von Nachhaltigkeit. Wir zerstören damit nach und nach unsere Lebensgrundlagen. Minister Schmidt muss endlich ein echtes Pestizid-Ausstiegsprogramm auf den Weg bringen. Dass es sehr gut auch ohne Gift geht, beweisen die Öko-Bauern seit Jahrzehnten.

In Europa wird seit der Krebswarnung der WHO-Experten immerhin verstärkt über das Allround-Pflanzengift Glyphosat diskutiert. Wenn man sich ansieht, was der Stoff in den Sojagebieten Südamerikas anrichtet, müsste er schon längst verboten sein. Dort gibt es eine deutliche Zunahme von Krebs, Nierenversagen, Fehlgeburten und Missbildungen. Unionspolitiker behaupten deshalb, dass es bei uns doch gar nicht so schlimm sei und wir deshalb nichts unternehmen müssten. Das ist unfassbar zynisch. Es darf keine EU-Neuzulassung für Glyphosat geben, das sagen jetzt auch fast hundert unabhängige Wissenschaftler aus aller Welt. 

Der Fall Glyphosat macht klar, dass die Pestizid-Zulassungsverfahren dringend reformiert werden müssen: Ackergifte müssen gründlich, unabhängig und transparent geprüft werden, solange ein Teil der Agrarproduktion noch auf sie angewiesen ist. Dabei ist Glyphosat nur ein Beispiel von vielen. Fast 1.500 Pestizide sind in Deutschland zugelassen. Der Verbrauch von sogenannten Neonikotinoiden, die für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden, hat trotz eines Teilverbots zugenommen. In Deutschland gibt es immer wieder größere und kleinere Unfälle mit Agrarchemikalien. Wir brauchen dringend eine Pestizidreduktionsstrategie. 

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