Start / Ausgaben / BioPress 78 - Januar 2014 / Hidden Champions der Biobranche

Hidden Champions der Biobranche

Auf der Suche nach den mittelständischen Marktführern

Unternehmensberatung Roland Schön + Partner und bioPress starten ein gemeinsames Projekt. Vor 14 Jahren hat die CMA mit bioPress in den Handel hinein geschaut und tausende Kaufleute mit Lust auf Bio gefunden. Als Folge dieser Zusammenarbeit baute der LEH seine Bio-Sortimente aus. Das neue Projekt soll zeigen, was die nachhaltigsten Wege in den Biomarkt ausmacht.

Bereits in den neunziger Jahren hat Professor Hermann Simon den Begriff der Hidden Champions geprägt. Hidden Champions, das sind relativ unbekannte mittelständische Weltmarktführer (über 1.500 Unternehmen, z.B. Brita Wasserfilter, Kärcher, Webasto).

Sie gelten als die Speerspitze der deutschen Wirtschaft weil sie es durch ihre Spezialisierung und ihre Erfolgsstrategie geschafft haben, sich selbst in umkämpften Märkten gegen die Global Players der Großindustrie durchzusetzen. Die­se Firmen operieren extrem kundennah.

Markenzeichen: Einzigartigkeit

Hidden Champions leben in engen Marktnischen – oder schaffen sie sich. Sie entwickeln einzigartige Produkte, einzigartige Problemlösungen oder haben sich auf homogene Zielgruppen spezialisiert. Hidden Champions haben ihr Produkt als Innovatoren selbst eingeführt, mitunter Ihre Position als Pionier im Markt behauptet.

Die Wettbewerbsvorteile beruhen selten auf Kostenvorteilen sondern fast immer auf Produktqualität, Innovation und überragende Leistungen. Die richtige Strategie, nicht primär Kapital oder Größe, waren die wesentlichen Erfolgsursachen dafür.

Die Biobranche hat in den letzten Jahren allein in Deutschland ein gewaltiges Wachstum auf über sieben Milliarden Euro zu verzeichnen. Die Wachstumsgrenzen sind bei einem Marktanteil von fünf Prozent noch lange nicht erreicht.

Biomarkt in den eigenen Händen behalten

Was muss die Biobranche anlässlich der weiteren Wachstumsszenarien tun, um nicht unter die Räder großer Lebensmittelkonzerne zu kommen? Bio alleine ist kein Mehrwert und keine Nische mehr. Die Märkte haben sich stark verändert, Bio wächst überproportional im LEH und viele Vermarktungswege sind hinzu gekommen.

Was kann die Biobranche von den mittelständischen Hidden Champions lernen um ihre Eigenständigkeit nicht zu verlieren?

Viele Pioniere der Anfangszeit (wie Bruno Fischer, Allos, Tautropfen u.a.) standen persönlich für Glaubwürdigkeit und Transparenz, sind aber an ihre Leistungsgrenzen gestoßen und haben das Unternehmen verkauft.

Wer sind die „Hidden Champions der Biobranche“ die heute noch selbständig agieren können und welche Strategie hat diese bisher erfolgreich gemacht?

Gemeinsam mehr erreichen

bioPress und der Strategieexperte Roland E. Schön starten auf der Biofach gemeinsam ein Projekt, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Eine wesentliche Absicht da­bei ist, herauszufinden, wem die Zukunft in der Biobranche gehören und welche Unternehmensstrategie die richtige sein wird.

Folgende Arbeitsschritte sind geplant

  • Systematisch die aktuellen Hidden Champions der Biobranche identifizieren.

  • Durch eine Fragebogenerhebung und persönliche Interviews die Erfolgsfaktoren ermitteln bzw. die Hypothesen (siehe Kasten links) verifizieren und anpassen.

  • Bisherige Strategien erfolgreicher Biopioniere beschreiben bzw. Kriterien über die Strategien der zukünftigen Hidden Champions des Biomarktes ermitteln.

  • Veröffentlichung der Ergebnisse (anonymisiert) als Beitrag zur Weiterentwicklung und Dialog in der Branche.


Wir laden Sie ein zu einem persönlichen Kennenlernen und Dialog auf der Biofach ein:
Halle 6, Stand 411


Für die Teilnahme an der Fragebogenerhebung bitte den Fragebogen anfordern.

Email an:  
em@biopress.de,
Stichwort: Hidden Champions-Umfrage

 

Erfolgsstrategien der Bio-Marktführer – Hypothesen

Was haben die bis­herigen Champions richtig gemacht?

  • Kräftekonzentration auf das Kerngeschäft ohne faule Kompromisse. Keine Verzettelung der Kräfte sowie Vertrauen auf eigene Stärken.

  • Fokus auf die Lösung brennender Kundenbedürfnisse und –wünsche (Produkt/Prozess) sowohl bei den Endkunden als auch bei den Handelspartnern/Lieferanten.

  • Klare, hochgesteckte Ziele um führender Anbieter im relevanten Markt (idealerweise Nr. 1 Deutschland-/Europaweit) zu werden oder zu sein.

  • Globales Ökologisches Denken aber Realisierung nationaler/lokaler Produktions- und Vermarktungsstrategien.

  • Werte orientierte und wertorientierte Kundennähe. Nutzen- und Qualitätsorientierung wichtiger als Kapitalorientierung.

  • Kontinuierliche Innovation in den Produkten und transparenten Wertschöpfungsprozessen

  • Starke Antriebskräfte in der Marktentwicklung. Weniger stark in Technologie und hochmodernen Produktionssystemen.

  • Klare Wettbewerbsvorteile in Produkt, Service, Partnerschaften sowie sozialer Mitarbeitergestaltung und nachhaltiger Produktion.

  • Mehr Arbeit als bewältigt werden kann, sorgfältige Auswahl und Einbeziehung leistungswilliger und werteorientier- ter Mitarbeiter.

Roland E. Schön, Roland Schön + Partner, Erfolg durch Einzigartigkeit, Dipl.-Wirtsch.-Ing., Strategieberater und -Coach für Ganzheitliche Strategieentwicklung und –umsetzung im Mittelstand. Strategiepreisträger 2012 des Bundesverbandes StrategieForum.

Neben Führungsaufgaben in der Industrie war er viele Jahre tätig als Berater für ökologische Pionierunternehmen und hat Firmen beraten wie Isofloc, Gutex Dämmsysteme, Haus Rabenhorst, Taifun-Tofuprodukte oder BKK advita.

In den achtziger Jahren Initiator und Gründungsherausgeber des regionalen Umweltmagazins Umwelt Direkt (Rhein-Neckar-Dreieck) und geschäftsführender Gesellschafter eines Umweltverlages. Herausgabe der ersten Messemagazine zur BioFach ab 1992. Entwicklung der BioFach-Qualitäts- und Zulassungskriterien 1996.

Leiter des StrategieForums der Metropolregion Rhein-Neckar sowie Sprecher der Regionalleiter von 30 bundesweiten StrategieCentren des Bundesverbandes StrategieForum e.V.

Da er selbst in einem Familienbetrieb aufgewachsen ist, kennt er die Situation und Anforderungen mittelständischer Betriebe aus eigener Erfahrung.

Internet: www.RolandSchoen.de

 


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