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Öko-Landbau

Nachbarländer weiten Bio-Flächen aus

Naturland sieht schwierigere Rahmenbedingungen in Deutschland

Die Bio-Branche in Europa ist weiter auf Wachstumskurs. Allerdings fällt dieses Wachstum je nach Land sehr unterschiedlich aus. Deutschland ist nach wie vor der mit Abstand größte Markt für Bio-Produkte. 2012 haben die deutschen Verbraucher erstmals mehr als sieben Milliarden Euro dafür ausgegeben, gut sechs Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Doch an den deutschen Bauern geht dieses Wachstum inzwischen größtenteils vorbei, immer weniger deutsche Betriebe stellen um. Die meisten Nachbarländer hingegen weiten ihre Bio-Flächen kontinuierlich aus. Besonders stark ist das Wachstum in den neuen EU-Staaten und bei den Beitrittskandidaten.

„Die Rahmenbedingungen für den Öko-Landbau in Deutschland sind im vergangenen Jahr schwieriger geworden. Die Möglichkeit, mit der nationalen Umsetzungen der EU-Agrarreform die dringend nötige ökologische Agrarwende endlich einzuleiten, wurde von der alten Bundesregierung nicht genutzt“, sagte Naturland Präsidiumsvorsitzender Hans Hohenester.

Daten zur aktuellen Lage der Öko-Branche in ganz Europa sowie Analysen der politischen Rahmenbedingungen liefert das Handbuch Ökologischer Landbau in Europa – Perspektiven und Entwicklungen, das im Rahmen der Internationalen Grünen Woche Berlin vom 17. bis 26. Januar vorgestellt wird. Auf gut 200 Seiten findet man dort Zahlen zum aktuellen Stand und der Entwicklung von Öko-Flächen, Unternehmen, Markt und Handel in den 28 EU-Mitgliedsstaaten, in den EU-Beitrittskandidatenländern sowie in den EFTA-Ländern.

Der Band ist damit eine Informationsquelle für alle, die sich mit Themen des Öko-Landbaus in Europa befassen. Herausgeber sind die EU-Gruppe der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM EU) sowie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Die deutsche Ausgabe wurde von Naturland betreut.

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