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Save our Soils

Strauchtomaten, Basilikumsamen, ein wenig fruchtbarer Kompost und vor allem eine Botschaft – das ist das ‚Soilmate’. Zum Start der Kampagne ‚Rettet unsere Böden’ („Save Our Soils“) ist das Starterkit für den
Bioanbau vor der eigenen Haustür jetzt in vielen Geschäften erhältlich. Was sich genau dahinter verbirgt,
erklärt der Initiator der Kampagne und Geschäftsführer von Eosta, Volkert Engelsman.

Herr Engelsman, worum geht es bei der Kampagne Rettet unsere Böden?

„Wir haben die Kampagne ins Leben gerufen, weil unsere Böden und damit unsere Nahrungsgrundlagen bedroht sind! Untersuchungen der UN zeigen dramatische Ergebnisse: Jede Minute wird weltweit eine Fläche von rund 30 Fußballfeldern an fruchtbaren Böden zerstört oder geschädigt.

Daraus ergibt sich eine völlig unterschätzte Bedrohung, denn für 99,7 Prozent unserer Lebensmittel sind biologisch aktive und gesunde Böden die Grundlage. Viele sind sich des Ursprungs gesunder Lebensmittel nicht mehr bewusst. Mit ‚Rettet unsere Böden’ wollen wir die Verbraucher wieder auf den ‚Boden der Tatsachen’ zurückholen.“

Bei Ihrer Aktion in Berlin haben Sie sich ja wortwörtlich auf den Boden der Tatsachen begeben. Was genau war die Idee?

„Wir möchten mit der Kampagne auf die Bodenproblematik aufmerksam machen und gleichzeitig wirksame und nachhaltige Lösungen aufzeigen. Deshalb haben Renate Künast, Sarah Wiener und ich uns unter dem Motto ‚Steckt die Hände in die Erde, nicht die Köpfe in den Sand!’ als Stadtgärtner engagiert und mitten in Berlin Kartoffeln, Gemüse, Basilikum und Tomaten angepflanzt.“

Was muss Ihrer Meinung nach getan werden, um unsere Böden zu retten?

„Die weltweite Bodenzerstörung ist Folge eines Landbaus, der nur auf raschen Ertrag bedacht ist. Deshalb müssen sich sowohl Bio-Bauern, als auch konventionelle Landwirte für die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit einsetzen. Die Kampagne zeigt den Biolandbau nicht als Einzigen, aber mit Sicherheit besten Weg gegen die Bödenzerstörung.

Die Kampagne arbeitet auch mit NGO's und Einzelhandelsketten zusammen, um die Verbraucher über die dramatischen Entwicklungen zu informieren und ihrer Verantwortung bewusst zu machen. Denn letztendlich haben die Verbraucher einen gewaltigen Einfluss: Mit dem Kauf biologischer Produkte kann JEDER einen Beitrag leisten.“

Wie genau wollen Sie das erreichen?

„Wir haben nach einer praktischen Lösung gesucht und das ‚Soilmate’ erfunden: Eine Art Starterkit für den Bioanbau vor der eigenen Haustür oder auf der Fensterbank. Es beinhaltet Strauchtomaten, Basilikumsamen, ein wenig fruchtbaren Kompost und alle benötigten Informationen. Das Soilmate ist eine innovative Idee, mit der Millionen Menschen zur Rettung unserer Böden beitragen können.“

Wie schätzen Sie den Erfolg der Kampagne ein?

„Sie ist ja gerade erst gestartet, aber wir konnten bereits viele Unterstützer gewinnen. Mittlerweile haben sich rund 40 Or­ganisationen, darunter die Welternährungsorganisation FAO, NABU, BÖLW, Bioland, Naturland, Demeter, aber auch bekannte Biounternehmen wie Alnatura, Rapunzel und Lebensbaum angeschlossen. Das ist eine tolle Basis, um viel ‚Boden gutzumachen’. Darauf sind wir sehr stolz.“
www.rettetunsereboeden.de

In der Praxis bedeutet das: die Entwicklung eines umfassenden Kommunikationssystems, das die Anonymität zwischen Erzeuger und Konsument aufbricht.

Die Arbeit der Erzeuger und deren ökologische und soziale Leistungen werden transparent und authentisch dargestellt und die Sorgen der Verbraucher in Bezug auf Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft ernst genommen.

Diese Transparenz ermöglicht es dem Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen und Verantwortung für die Welt, in der er leben möchte, zu übernehmen.

Anuga Bio-Kompetenzzentrum
Mo. 7. Okt. 13, 14:00 h Pressezentrum Ost

Thema:
Save our Food mit Projektpatin Sarah Wiener. Anschließend Guerilla Gardening Säaktion am Busbahnhof Anuga-Eingang West. Ein Stück Pflaster wird aufgerissen und Saat ausgebracht.

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