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Thüringen

Regionales Bio stärken

Flurfahrt des Thüringer Ökoherz mit Agrarminister Reinholz

Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz will die regionale Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Produkten in Thüringen stärken. Das sagte der Minister während einer Öko-Flurfahrt, die ihn gemeinsam mit Vertretern des Thüringer Ökoherz und von Anbauverbänden zu ökologisch wirtschaftenden Agrarbetrieben in Saalburg und Letzenburg führte.

Dabei stand das Thema regionale Wertschöpfung durch Bioprodukte im Vordergrund. „Problematisch für Thüringen sind die fehlenden Verarbeitungskapazitäten für ökologisch erzeugte Urprodukte“, stellte Reinholz fest. Noch sind die Thüringer Bäcker wenig interessiert an der Verarbeitung von Ökogetreide. „Von Seiten der Verbraucher fehlt ein klareres Signal, den Mehrwert regionaler Bioprodukte durch einen Aufpreis zu honorieren“, sagte der Minister.

Das Thüringer Agrarmarketing wird künftig stärker als bisher Synergieeffekte bei der Absatzförderung für regionale und biologische Produkte nutzen. Ein hohes Potenzial sehen der Landwirtschaftsminister und der Verein Thüringer Ökoherz in der Außer-Haus-Verpflegung mit Bio-Produkten aus der Region. Reinholz, dessen Ministerium sich bereits für regionale Produkte in der Schulverpflegung einsetzt, bekräftigte, regionale Wertschöpfungsketten verstärkt unterstützen zu wollen. „Dazu bedarf es allerdings auch der Eigeninitiative und Kreativität der Akteure entlang der Lebensmittelkette“, so der Minister. Das praktische Beispiel dafür zeigte der Besuch auf den Biohöfen Wolfram und Petruschke, die das Bio-Seehotel Zeulenroda beliefern.

Reinholz hält an dem Ziel fest, den Anteil des Ökolandbaus im Freistaat bis zum Jahr 2020 auf zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche auszuweiten. Durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen soll der ökologische Landbau in der neuen EU-Förderperiode unterstützt werden. Ökobetriebe können nicht nur von der Flächenförderung profitieren, sondern ihnen stehen prinzipiell Fördermöglichkeiten, z.B. aus den Bereichen Investition, Innovation und Forschung, Bildung und Beratung, Kooperation und Vermarktung, offen. Diese Maßnahmen gilt es optimal aufeinander abzustimmen und zu nutzen. „Eine sichere Aussage darüber, was im Einzelnen möglich sein wird, kann aber leider derzeit noch nicht getroffen werden“, bedauerte Reinholz. Denn noch stehen die Rahmenbedingungen für die neue EU-Förderperiode nicht fest.
Bei einer Gesprächsrunde im Bio-Seehotel Zeulenroda erläuterte Reinholz nochmals die Entscheidung seines Ministeriums, die Umstellungsförderung für ein Jahr auszusetzen. „Es ist die gerechteste Möglichkeit, mit den vorhandenen Haushaltsmitteln alle gleichberechtigten Agrar,- Umwelt- und Klimaschutzziele umzusetzen. Auch ökologische Betriebe profitieren nicht unerheblich von der Verlängerung der Programme“.

In Thüringen bewirtschafteten 274 Betriebe rund 35.600 Hektar Land nach ökologischen Richtlinien. Dies entspricht etwa 4,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Thüringer Landesregierung fördert die Umstellung auf den ökologischen Landbau und die Beibehaltung der ökologischen Produktionsweise über das Programm zur Förderung von umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP).

Auf Grund begrenzter Haushaltsmittel fiel die Entscheidung, 2013 keine Neuantragstellung im KULAP zuzulassen, bestehende Verträge aber um ein Jahr zu verlängern. Neuumstellungen auf die ökologische Produktionsweise werden derzeit nicht gefördert.

Thüringer Ökoherz ist der Förderverein des ökologischen Landbaus, der Landschaftspflege, des Naturschutzes und der naturgemäßen Lebensführung. Der Dachverband ist seit über 20 Jahren Interessensvertreter der verschiedenen ökologischen Anbauverbände. Der Verein erhält jährlich eine Förderung durch das Land. Für 2012 und 2013 wurden  jeweils 30.600 Euro bewilligt.

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