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Limonade

Von Saft bis Limo

Beutelsbacher ergänzt Kohlensäure-Getränke um Cola

Die Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei in Weinstadt/Baden-Württemberg macht seit einem dreiviertel Jahrhundert Obst und Gemüse trinkbar. Das geschieht auf faire und natürliche Art und Weise. Die Schwaben produzieren biologisch und nach Demeter-Richtlinien. 2011 stieg das Familienunternehmen mit der Linie Isis bio fresh in die Produktion von Erfrischungsgetränken ein. Jetzt ist das neue Sortiment um ein Bio-Cola ergänzt worden.

Beutelsbacher produziert ein umfangreiches Sortiment an Frucht- und Gemüsesäften, das ständig erweitert wird. Die letzte Stufe der Entwicklung waren im vergangenen Jahr die Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure und Eistees unter der Marke Isis bio. „Isis war sofort ein Erfolg. Weil Bionade im Fachhandel out ist, sind viele Ladner umgestiegen“, resümiert Thomas Maier, zusammen mit Bruder Matthias Geschäftsführer der Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei. Die Neuheiten sind Aufsteiger in der Gruppe der Bio-Getränke.

„Deutschland ist nun mal ein Kohlensäureland. In Frankreich verkauft sich Kohlensäure dagegen schlecht“, weiß Maier. Neu ist bei Isis die trendige Longneckflasche mit 0,33-Liter. Mehrweg, Glas und dem Schraubverschluss blieb Beutelsbacher treu. Die Kelterei arbeitet ausschließlich mit Glas. „Bei Kunststoffen habe ich Migration. Die Verpackung wird von der Fruchtsäure ausgelaugt“, zeigt Maier die Vorteile, der guten alten Glasflasche auf.

Der Getränkehersteller setzt auch auf den Schraubverschluss. Er macht das Getränk convenient. Durch die Wiederverschließbarkeit schützt er anders als der Kronkorken vor Insekten. Unterwegs kann das Getränk zudem in mehreren Portionen verbraucht werden. 

Hoher Saft-Anteil in der Limo

Die Fruchtkomponente schenkt der Limonade Säure und Farbe. Rot, weiß und gelb wechseln sich bei Isis ab. Beutelsbacher Limo zeichnet sich durch hohe Fruchtsaft-Anteile von neun bis elf Prozent aus. Wertvolle Direktsäfte statt profilloser Konzentrate werden verwendet. Der Geschmack ist entsprechend fruchtig mit vielen Nuancen, nicht nur süß-sauer, wie bei billigen konventionellen Limos. Die Kompositionen sind originell und wenden sich an anspruchsvolle Kunden. Direktsäfte haben aber den Nachteil, dass sie sich entmischen. Der kundige Kunde schüttelt die Flasche.

Isis Limo gibt es in den Sorten Holunderblüte, Granatapfel, Cranberry, Orange-Acerola und Bitter-Lemon. Holunderblüte ist eine weiße Limo, sie wird mit Zitrone geschmacklich abgerundet. Aus der Holunderblüte wird ein Kaltauszug gemacht. Die Limo eignet sich auch zum Mischen mit Sekt. Holunder ist ein modernes Getränk und ein Renner unter den Erfrischungsgetränken.

Die Sorte Granatapfel enthält zusätzlich Zitrone und Aronia. Das Getränk ist moussierend und steigt seit fünf Jahren auf der Beliebtheitsskala.

Cranberry ist gleichfalls eine Trend-Frucht. Neun Prozent beträgt der Fruchtsaft-Anteil. Limette, Zitrone und Aronia vervollständigen den Saftanteil. Die süße Komponente bringt bei allen drei Getränken der Bio-Rohrohrzucker.

Orange-Acerola ist das Lieblingsgetränk der Kinder. Elf Prozent Direktsaft machen das Erfrischungsgetränk fruchtig. Zitronen  mit Orangenöl, Orangenblütenextrakt und Fruchtsüße aus Traube und Agave ergeben ein hochwertiges Produkt.

Der Klassiker Bitter Lemon ist ebenfalls im Sortiment. Zehn Prozent Direktsaft werden verwendet. Den Wirkstoff Chinin, der in Afrika zur Malaria-Bekämpfung eingesetzt wurde, enthält das Beutelsbacher Produkt nicht. Stattdessen enthält es neben der namensgebenden Frucht noch Grapefruit und Lemongrasextrakt. Gesüßt wird mit Trauben und Agaven.

Wertvoller Bio-Eistee mit Mate

Zwei Bio-Eistees gehören noch zur Isis-Linie. Konventionell als klebrig, süß und billig bekannt, bewiesen die Fruchtsaft-Spezialisten, dass es auch anders geht. Grüner Eistee enthält Mate, Zitronen, Agaven- und Traubensüße. Der koffeinhaltige Mate-Tee stammt aus Südamerika und wird dort als Heißgetränk konsumiert. Der Alpentee ist aus Kräutern und erhält zusätzlich durch Trauben, Zitronen und Limetten Geschmack, er kann auch heiß serviert werden.

2012 brachte Beutelsbacher Isis bio cola auf den Markt.  Das neue Produkt ist furios gestartet und hat das Zeug zum Renner. Namensgebend für das Getränk ist der Cola-Baum, dessen koffeinhaltige Nuss verwendet wird. Das ebenfalls koffeinhaltige Guarana aus Brasilien ist zusätzlich enthalten. Vanilleschoten, Zimt, Muskat und Karamell sorgen für den typischen Cola-Geschmack. Aus Limetten kommt die saure Komponente. Rohrohrzucker sorgt für die unerlässliche Süße. Die Rezeptur ist recht komplex, um ein akzeptables Geschmacksprofil zu bekommen.

Der gesundheitsschädliche Zusatzstoffe Phosphorsäure ist in der Bio-Herstellung nicht zugelassen. Das ist ein gewichtiges Argument für den Verbraucher zum Umsteigen auf Bio-Cola. Beutelsbacher verzichtet auf Zuckercouleur und verwendet für die Braunfärbung Karamel. „Mit Zuckercouleur wäre die Farbe intensiver“, stellt Maier fest.

Ein weiterer Vorteil der Isis Cola sind die hochwertigen Aromen, die aus Öko-Pflanzenextrakten gewonnen werden. Das ist die sehr empfehlenswerte Kategorie 1 nach der Einstufung des BNN. Andere Hersteller setzen höchstens Kategorie 2 aus dem namensgebenden Rohstoff ein.

Der Preis für eine Flasche Isis liegt bei 0,79 Euro für alle Sorten. Durch den Einheitspreis sind im Handel Mischkisten möglich. Die Flaschen tragen das Bio-Siegel. Isis mit Demeter-Zutaten gibt es nicht.

Der Markt ist in Europa

Hauptmarkt von Beutelsbacher ist Deutschland. Exportiert wird in zwanzig europäische Länder. Übersee ist nicht interessant für eine deutsche Kelterei: „Es macht wenig Sinn den Bio-Orangensaft nach Brasilien zurückzuschicken“, verdeutlicht Maier.

Die Rohstoffbasis ist heute global. Ein Teil der Früchte und des Gemüses stammt von süddeutschen Demeter-Bauern. Der Traubensaft kommt aus den klassischen italienischen Anbaugebieten Piemont, Chieti und der Toskana gekeltert. Orangen, Grapefruits, Zitronen, Ananas, Guaven und Mangos werden aus Nordafrika, Mittelamerika und Asien als Direktsaft importiert.

Des deutschen liebstes Fruchtgetränk wird aber immer noch aus dem Apfel gewonnen. „Apfelsaft ist unser Hauptprodukt. Der Apfel ist wertvoll, auch wenn er nicht so viel Vitamine enthält. Gerade mit seinem Pektin und den Polyphenolen ist er wichtig für die Verdauung“, klärt Maier auf. Ein Apfel muss mindestens 45 Grad Öchsle aufweisen, damit er versaftet werden darf. Für ein ausgewogenes Aroma muss aber das Zucker-Säure-Verhältnis stimmen. Die Bio-Äpfel stammen aus heimischem Anbau.

Die Früchte werden  angeliefert, gewaschen, verlesen und zerkleinert. Die Maische gelangt in die Presse. Dort wird der Saft gewonnen, danach pasteurisiert und zurückgekühlt und in sterilen Tanks bis zur Abfüllung in Flaschen eingelagert. Durch das moderne Aromasicherungsverfahren bleibt der Geschmack weitgehend erhalten. Die Säfte werden heiß abgefüllt bis zum Rand bei der anschließenden Rückkühlung sinkt der Flüssigkeitsstand. Die Limonaden werden kalt abgefüllt mit Kohlensäure versetzt und erst dann pasteurisiert.

Beutelsbacher setzt auf Glas

10.000 Flaschen füllen die Beschäftigten pro Stunde ab. Da Beutelsbacher mit dem Mehrwegsystem arbeitet, muss zuerst das Leergut gereinigt werden. Die Verschlüsse werden maschinell abgeschraubt und recycelt. Kisten und Flaschen werden automatisch gewaschen. Der Flascheninspektor untersucht das Glas optisch-elektronisch auf Sauberkeit und Schäden. Die Kameras sind äußert streng und genau. Auf den 5.000 Paletten-Stellplätzen im Hochregallager wird die Ware bereit gehalten für den Versand.

Seit Mitte April 2010 leistet das Bio-Unternehmen einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Produktionshalle bringt 75 kW  Leistung in der Spitze. In 20 Jahren werden so 820 Tonnen CO2 eingespart. Beutelsbacher ist rundum ökologisch: Die Rohware wird ökologisch erzeugt und die Verarbeitung folgt den gleichen Grundsätzen.

1936 gründeten Christian und Wilhelm Maier im Remstal die Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei. Am Anfang war alles aus einer Hand: In eigenen biologisch-dynamischen  Obstgärten bauten die Brüder die Rohware an und verarbeiteten sie zu Saft. Als die Nachfrage stieg, mussten sie Saftobst dazu kaufen. Beutelsbacher konzentrierte sich schließlich auf die Saftherstellung und gab den eigenen Anbau auf. Das Familien-Unternehmen ist gesund und hat eine nachhaltige Tradition entwickelt.

Ein Erfolgsfaktor bei Beutelsbacher ist der qualifizierte Mitarbeiter. Fruchtsafttechniker ist der Beruf, der dort mehrheitlich ausgeübt wird. Die 40 Vollzeitkräfte werden nach Tarif bezahlt. Das ist in der kleinstrukturierten und wenig finanzkräftigen Bio-Branche nicht selbstverständlich. Für Beutelsbacher zählt das zur unternehmerischen Verantwortung (CSR). Schließlich hat das Haus Tradition: Die Familie Maier gehört zu den Gründungsmitgliedern des 1954 wieder ins Leben gerufenen Demeter-Bundes.

Anton Großkinsky


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