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Grüne Gentechnik löst Hungerproblem nicht

Die Zahl der Menschen, die nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt sind, ist auf über eine Milliarde gestiegen. Diese Tatsache wird gerne ignoriert. Umso erfreulicher war die Resonanz auf die Einladung zur 3. Trochtelfinger Tafelrunde, der 100 Gäste ins ALB-GOLD Kundenzentrum nach Trochtelfingen folgten.

Bereits am Nachmittag wurden in einem Fachgespräch aktuelle Fragen zur Pflanzenzüchtung und Gentechnik und Chancen für hochwertige regionale Lebensmittel diskutiert, bei der sich Bauern, Berater und Unternehmer aus der Lebensmittelverarbeitung über den aktuellen Stand informierten.

Prof. Dr. Suman Sahai, Humangenetikerin an der Universität Heidelberg und Direktorin der Gene Campaign in Indien, und Dr. Rudolf Buntzel, Beauftragter für Welternährungsfragen des Evangelischen Entwicklungsdienstes, brachten es auf den Punkt: Es ist genug für alle da.

Buntzel erläutert die Problematik am Beispiel der Entwicklungsländer: Obwohl genügend Agrarflächen vorhanden sind, werden auf den Feldern Energiepflanzen oder Früchte angebaut, um diese für gutes Geld nach Europa oder in die USA zu exportieren.
Für Klaus Freidler ist die Situation eindeutig. Er sieht in der Vorgehensweise der Agro-Konzerne das Bestreben, die Lebensmittelkette weltweit zu kontrollieren. Durch teilweise sehr zweifelhafte Methoden werden Landwirte von der Verwendung der neuen Technologie „überzeugt“.

Zum Teil wird patentiertes Saatgut anfangs zu niedrigen Preisen angeboten, um nach einer gewissen Einführungsphase, wenn ein bestimmter Grad der Abhängigkeit entstanden ist, dann die Preise zu erhöhen und Patentgebühren  nachzufordern.

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