Gründung
Bauernverband gründet AMI
ZMP und CMA werden liquidiert
Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) gegründet als Nachfolgeorganisation der ZMP. AMI wird Daten, Berichte und Analysen rund um die Agrarmärkte für alle Interessierten in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft bis hin zum Handel und für öffentliche Stellen anbieten. AMI will alle Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft und Verlage informieren. AMI wird in den kommenden Tagen und Wochen mit allen Gespräche über den jeweiligen branchen-, produkt- bzw. unternehmensspezifischen Informationsbedarf aufnehmen. Neben der umfassenden, objektiven und neutralen Marktberichterstattung wird die neu gegründete Gesellschaft auch Marktanalysen für einzelne Unternehmen und sonstige Auftraggeber anbieten, wie der DBV mitteilte.
Die Agrarmarkt Informations-GmbH wird schwerpunktmäßig in Bonn tätig sein. Sitz der Gesellschaft ist Berlin. Mit dem Aufbau der Gesellschaft wurde Carl von Butler als Geschäftsführer betraut. Der Gesellschafterkreis der AMI GmbH setzt sich zusammen aus Fachverlagen und Verbänden der Land- und Ernährungswirtschaft. Die künftige Struktur von AMI wird damit wesentlich davon abhängen, welche Nachfrage an Marktdaten aus der Branche besteht bzw. welche Erlöse hier erwartet werden können. Davon hängen Art und Umfang der Bio-Berichterstattung ab.
Der Umfang der Bio-Berichterstattung ist noch nicht ersichtlich. „Klar ist, wir brauchen eine Bio-Marktberichterstattung. Das ist ein unschätzbarer Wert“, erklärt Prof. Ulrich Hamm von der Uni Kassel. Ohne einen transparenten Markt mit einem gleichen Informationsstand für alle gibt es keinen fairen Wettbewerb. Hamm hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Bio-Branche eine eigene Lösung unabhängig vom Bauernverband anstrebt.
Vermarktbar sind in erster Linie die Verbraucher-Erhebungen, während die Primärerhebung der Erzeugerpreise möglicherweise unwirtschaftlich ist. „Daten, die nicht verkauft werden können, werden nicht erhoben“, erklärte Dr. Hans-Christoph Behr, der bei der ZMP für die Bio-Berichterstattung verantwortlich war.
ZMP und CMA werden liquidiert, das heißt abgewickelt, ohne in Insolvenz zu gehen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Februar zum Absatzfond entzog der CMA und ZMP die finanzielle Grundlage. Die Richter hatten die Zwangsabgabe für Bauern und Lebensmittelhersteller für verfassungswidrig erklärt. Daraus wurde die Arbeit der beiden Organisationen finanziert.
Die Bio-Branche profitierte von der ZMP, wie die Hersteller erkennen ließen. „Die Preiserhebungen können wir nutzen und wären auch bereit, für die Leistung zu bezahlen“, erklärt Bernhard Strauch vom Apfel-Lieferant Ökobo.







