Start / Ausgaben / BioPress 58 - Februar 2009 / Bio-Geflügelwurst sucht Käufer

Geflügel

Bio-Geflügelwurst sucht Käufer

Leichte Produkte für ernährungsbewusste Konsumenten

Putenschnitzel und Hähnchen-Brustfilet sind im Zeitalter der schnellen Küche die gefragtesten Geflügel-Produkte. Im Bio-Bereich wird es den Lieferanten aus den Händen gerissen. Sind die Edel-teile ausgelöst, bleibt Verarbeitungsfleisch zurück, das zu bekömmlicher Wurst wird. „Der Handel hat ein großes Interesse an Bio-Geflügel sowohl bei Fleisch als auch bei Wurst. Dieses Interesse rührt nicht zuletzt von den Bio-Konzepten der Discounter her, gegenüber denen sich der klassische Lebensmitteleinzelhandel mit einem eigenen Angebot positionieren muss,” erklärt Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof. Das Wachstum wird nach seiner Ansicht vom Interesse der Verbraucher an gesunder Ernährung, Qualität und Sicherheit getrieben. Die Verfügbarkeit auf dem Markt ist gut, obwohl die Zahl der Anbieter nicht groß ist.  Putenschnitzel und Hähnchen-Brustfilet sind im Zeitalter der schnellen Küche die gefragtesten Geflügel-Produkte. Im Bio-Bereich wird es den Lieferanten aus den Händen gerissen. Sind die Edel-teile ausgelöst, bleibt Verarbeitungsfleisch zurück, das zu bekömmlicher Wurst wird. „Der Handel hat ein großes Interesse an Bio-Geflügel sowohl bei Fleisch als auch bei Wurst. Dieses Interesse rührt nicht zuletzt von den Bio-Konzepten der Discounter her, gegenüber denen sich der klassische Lebensmitteleinzelhandel mit einem eigenen Angebot positionieren muss,” erklärt Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof. Das Wachstum wird nach seiner Ansicht vom Interesse der Verbraucher an gesunder Ernährung, Qualität und Sicherheit getrieben. Die Verfügbarkeit auf dem Markt ist gut, obwohl die Zahl der Anbieter nicht groß ist. 


Geflügelwurst hat nicht den Stellenwert beim Verbraucher wie das Geflügelfleisch, weiß Martin Bauer aus jahrelanger Vertriebsarbeit bei Roberts Bio-Geflügel. „Nur wer den Bereich des Verarbeitungsfleisches im Griff hat, kann weiterkommen. Deswegen wären Abnehmer, die größere Mengen Wurst nähmen, sehr willkommen,” betont Stefan Mutter von Freiland Puten Fahrenzhausen.

Bio-Geflügelwurst ist inte­ressant für Menschen, die eine leichte Ernährung bevorzugen oder aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch zu sich nehmen. Dann muss die Wurst, wie im Bio-Bereich üblich, zu 100 Prozent aus Geflügel bestehen. Die Freiland Puten haben zum Beispiel eine Halal-Zertifizierung. Der konventionelle Marktführer Wiesenhof bietet dem Lebens­mitteleinzelhandel eine Range an Bio-Geflügelwurst. Marktführer im Bio-Bereich ist GWE aus Emstek mit der Marke Biofino. Im Fachhandel dominierte in den vergangenen Jahren Roberts Bio-Geflügel. Überwiegend werden Brühwurst und Würstchen hergestellt. Die bevorzugte Verkaufsform ist geschnitten in SB, wie es der moderne Verbraucher gewohnt ist.

Marke Wiesenhof auch in Bio

Geflügelspezialist Wiesenhof  bietet drei Sorten Bio-Aufschnitt an. Bio-Putenbrust, -Fleischwurst und -Jagdwurst aus 100 Prozent Geflügelfleisch gibt es in der 70 Gramm Fächer-Packung für die Selbstbedienung im klassischen Lebensmitteleinzelhandel. Wiesenhof arbeitet nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand.” Die Tiere stammen von Vertragslandwirten aus Deutschland. Eigene Schlachtereien und Verarbeitungsbetriebe schaffen Integration auf allen Stufen. „Mit ihrem umfassenden Qualitäts- und Herkunftskonzept steht die Marke Wiesenhof für höchste Produktgüte und Verbrauchersicherheit,” betont Marketing-Geschäftsführer Dr. Ingo Stryck.

Biofiono aus Emstek ist größter Bio-Geflügel Anbieter auf dem deutschen Markt. Angeboten werden Bio-Geflügel-Schinkenwurst, Bio-Geflügel-Jagdwurst,  Bio-Geflügel-Bierschinken, Bio-Putenbrust geräuchert stückig  oder in 80 Gramm SB-Verpackung. Neu im Programm sind Bio-Geflügel-Wiener und Bio-Geflügel-Salami. Die Produkte werden im klassischen Lebensmitteileinzelhandel und in Metzgereien angeboten.

Biofino wirbt um zusätzliches Vertrauen  durch  Naturland-Zertifizierung und ausschließ­liche Bio-Produktion.  Kunden sind nicht die Nur-Bio-Käufer, sondern die Auch-Bio-Käufer  und qualitätsbewusste Konsumenten, wie Geschäftsfüh­rer Christoph Reents erklärt. Der stellt nach den Erfahrungen von Biofino die gleichen Leistungs- und Produktanforderungen wie an konventionelle Betriebe, ungeachtet der Bio-Rohstoffknappheiten und -möglichkeiten, sowie der Betriebsgröße. Das Potenzial im Bereich Bio-Geflügel-Wurstwaren ist nach Reents Ansicht noch nicht ausgeschöpft.


Bio-Geflügelwurst ausreichend verfügbar

Freiland Puten Fahrenzhausen hat die Bronze-Kelly-Pute, die hervorragend für die Bio-Zucht geeignet ist, und glänzt mit einem Bio-Sortiment von acht Wurstsorten in SB und Bedienung:  Mortadella, Schinkenwurst, Fleischwurst Goldmedaille, Gelbwurst, Leberwurst fein, Wiener, Bratwurst, Rostbratwürstchen, Weißwurst, Bockwurst und Mini-Salamis.

Freiland Puten vertreibt im Naturkostfachhandel. Im LEH ist die Bio-Geflü­gelwurst noch nicht zu finden, „obwohl gerade im Wurstbereich ausreichend Menge da wäre“ teilt Stefan Mutter mit. Die Eintrittskarte in diesen Bereich sind Putenschnitzel und Hähnchenbrust-Filet. „Die wiederum sind extrem knapp und für diesen Bereich bestimmt auch zu teuer“, ergänzt Mutter.  

Das umfangreichste Sortiment an Bio-Geflügelwurst bot Robert’s Bio-Geflügel an. Von Aufschnitt, über Würstchen bis Rohwurst war alles im Sortiment.

Aus für Robert´s

Nach dem Vermarktungsverbot für den Geflügelhof Franzsander in Delbrück und der Vertriebsfirma Robert´s Bio-Geflügel steht eine Neuordnung der Bioland-Vermarkter an. Bei Kontrollen war festgestellt worden, dass Franzsander konventionelles Futter eingesetzt hat. Bioland strebt eine Nachfolgelösung an, wie Bioland-Präsident Dosch erklärte. Das Unternehmen war im Naturkostfachhandel, im Selbstständigen Lebensmitteleinzelhandel  (SEH),  in  Metzgereien, Gastronomie und der Außer-Haus-Verpflegung vertreten.

Anton Großkinsky


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