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Bio-Süßwaren auf der Überholspur

Zahlen + Fakten auf der ISM

Bio-Süßwaren sind erst seit kurzer Zeit ein wirkliches Thema im traditionellen Lebensmitteleinzelhandel. Umso höher sind aber auch derzeit die Wachstumsraten.


Markus Rippin, Agromilagro research
Ausgehend von einem recht niedrigen absoluten Umsatzniveau in 2006 haben die Wachstumsraten im Jahr 2007 bei einer Verdoppelung des Umsatzes wohl mit die höchsten Bio-Wachstumsraten von allen Warengruppen erzielt. Dies geht aus den aktuellen Daten des AC Nielsen Handelspanels für Bio-Süßgebäck im LEH hervor.

Auch die GfK hat in noch unveröffentlichten Datenauswertungen für den Gesamtmarkt ähnliche Wachstumsraten für andere Artikelgruppen ermittelt. Dieses Wachstum lässt jetzt die traditionellen Markenhersteller nicht kalt und so zeugt eine deutlich gestiegene Angebotsvielfalt bei Bio-Süßwaren auf der Internationalen Süßwarenmesse ISM von diesem Wachstumstrend. Auch ein voll be­suchter Europasaal bei dem Bio-Rahmenprogramm zeugt von dem großen Interesse.

25 Millionen Euro Umsatz in 2007

So erzielte die Warengruppe Bio-Süßgebäck im LEH in 2007 mit etwa 25 Millionen Euro Umsatz, einen Umsatzanteil am gesamten Süßgebäckumsatz von 2,4 Prozent. Verglichen mit den nahezu 30 Prozent bei Gemüsesäften oder 17 Prozent bei Müsli noch ein bescheidener Wert. Aber ein entsprechend großes Wachstumspotential kann in dieser Warengruppe vermutet werden. Das sehen auch viele Hersteller so und zeigten auf der ISM in Köln Ende Januar hochinteressante Neuentwicklungen. Man darf gespannt sein, wie sich die Vermarktung dieser Innovationen in den kommenden Monaten im LEH entwickeln wird.

LEH hat 60 Prozent Marktanteil

Beim Umsatz mit Bio-Süßgebäck hält der LEH inzwischen schon einen Anteil von knapp 60 Prozent. Dabei bestreiten die Discounter bereits 25 Prozent des Bio-Süßgebäckumsatzes. Sie haben innerhalb kürzester Zeit und mit einem extrem schmalen Sortiment von einigen wenigen Artikeln bereits Umsätze von knapp 11 Millionen Euro laut AC Nielsen Handelspanel erzielt. Von diesem Umsatz entfällt allein auf Aldi mit seinen gerade einmal vier Süßgebäckartikeln ein Umsatz von knapp acht Millionen Euro. Die Drogeriemärkte generierten in 2007 mit dieser Warengruppe 7,7 Millionen Euro und die Verbrauchermärkte knapp fünf Millionen Euro.

Vor allem die Drogerie- und Verbrauchermärkte haben in den letzten zwei Jahren kräftig Marktanteile an die Discounter abgeben müssen. Ein Vergleich der Wachstumsraten zeigt jedoch, dass die Vollsortimenter wieder erstarken und entgegen dem rückläufigen Wachstums-Trend im Discount steigende Zuwachsraten erzielen können. Die Strategie, auf Vielfalt, Markenqualität und Innovationen zu setzen, scheint aufzugehen. Es wird also ein spannendes Jahr 2008 werden.

Preisaufschläge für Bio werden sinken

Als Folge der steigenden Preise auf den Weltmärkten für konventionelle Rohstoffe und einer entsprechenden Verteuerung der Endprodukte auch auf Verbraucherpreisniveau, sinken die Aufschläge, die interessierte Kunden für die Bio-Variante zahlen müssen. Eine Entwicklung, welche die Nachfrage nach Bio-Produkten weiter nähren wird. So liegen derzeit die Aufpreise für viele Bio-Süßwarenartikel im LEH durchschnittlich bei über 100 Prozent. Das wird sich ändern. Bei Schokolade jedenfalls sind Preisunterschiede je nach Marke von fünf bis 50 Prozent schon erreicht. Da mit zunehmender Absatzmenge von Bio-Artikeln auch die fixen Stückkosten sinken werden, ist hier noch einiges Potential für Preissenkungen vorhanden, ohne den Preis der Rohware beim Erzeuger drücken zu müssen. Dieses Einsparpotential haben die konventionellen Pendants jedoch nicht.

Markus Rippin


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