Markt
Bio auf Rekordkurs – Vollsortimenter gewinnen kaum Marktanteile
DHBW-Studie: Discounter und Drogeriemärkte sind Wachstumstreiber
Der deutsche Bio-Markt dürfte 2026 um 5,5 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro wachsen. Damit entwickelt sich Bio fast viermal so dynamisch wie der übrige Lebensmittelmarkt. Das zeigt ein neues Whitepaper der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn und des Marktforschungsunternehmens Kantar. Der klassische Lebensmittelvollsortimenthandel behauptet demnach seine Position, gewinnt aber trotz des boomenden Bio-Marktes kaum zusätzliche Marktanteile.
Nach der Studie ‚Bio 2026 – Warum Kund:innen Bio kaufen und was Hersteller und Handel daraus lernen können‘ verteilt sich das Wachstum sehr unterschiedlich auf die Vertriebskanäle. Während Discounter ihren Anteil am Bio-Umsatz seit 2020 von 29,0 auf 32,2 Prozent und Drogeriemärkte von 12,5 auf 16,9 Prozent steigern konnten, verharrt der LEH-Vollsortimenthandel nahezu unverändert bei rund 29 Prozent. Sein Marktanteil stieg lediglich um 0,2 Prozentpunkte. Absolut legte sein Bio-Umsatz dennoch um 1,3 Milliarden Euro zu. Der Bio-Fachhandel verlor dagegen deutlich an Boden. Seit Anteil ist seit 2020 um gut sechs Prozentpunkte auf rund 15 Prozent gesunken.
Zugleich wächst die Dominanz der Bio-Handelsmarken. Sie erreichen inzwischen einen Umsatzanteil von 67,7 Prozent – 20 Prozentpunkte mehr als die Handelsmarken im gesamten Lebensmittelmarkt. Seit 2020 haben Bio-Handelsmarken rund 5,4 Milliarden Euro Umsatz hinzugewonnen, während eigenständige Bio-Herstellermarken rund 1,2 Milliarden Euro verloren.
Die Studienautoren sehen Potenzial für weiteres Bio-Wachstum: Zwar kaufen 91 Prozent der Verbraucher zumindest selten Bio-Produkte, aber nur 28 Prozent regelmäßig. Mit 45 Prozent bilden Gelegenheitskäufer die größte Gruppe. Die Studie sieht deshalb insbesondere in der stärkeren Ansprache der Gelegenheitskäufer große Chancen.
bioPress wird die Studie in seiner Printausgabe Januar 2027 ausführlich analysieren. Dabei rückt auch die Frage in den Mittelpunkt, warum der Lebensmittelvollsortimenthandel seine Marktposition bei Bio bislang kaum ausbauen kann – und welche Chancen breite und tiefe Bio-Sortimente für die selbstständigen Kaufleute bieten.







