Start / News / Bio-Tops / EU-Rat lockert Vorgaben für Bio-Förderung

Agrarpolitik

EU-Rat lockert Vorgaben für Bio-Förderung

IFOAM Organics Europe warnt vor Wettbewerb nach unten

EU-Rat lockert Vorgaben für Bio-Förderung © stock.adobe.com / Melinda Nagy

Am Montag hat der Rat der EU sich auf eine partielle Allgemeine Ausrichtung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 geeinigt. Der Entwurf gesteht Mitgliedstaaten künftig mehr Spielraum bei der Förderung des Ökolandbaus zu. Der Bio-Dachverband IFOAM Organics Europe kritisiert den Vorschlag als Rückschritt für den Bio-Sektor und die Resilienz der europäischen Landwirtschaft.

Im Vorschlag der EU-Kommission war in Artikel 10, der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen betrifft, eine verpflichtende Förderung des ökologischen Landbaus vorgesehen. Diese ausdrückliche Verpflichtung ist im Entwurf der Ratspräsidentschaft gestrichen. Auch bei der Unterstützung von Betrieben bei der Umstellung auf umweltfreundliche Bewirtschaftungssysteme sowie mit Blick auf mehrjährige Förderverpflichtungen entfällt der Verweis auf Bio. Die Mitgliedstaaten sollen nach der Ratsposition künftig also selbst entscheiden können, ob sie die Umstellung auf Ökolandbau sowie dessen Beibehaltung finanziell unterstützen.

„In einer Zeit, in der Europa von seinen Landwirten mehr Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit verlangt, ist es nicht akzeptabel, die Unterstützung für ein Bewirtschaftungssystem zu schwächen, das diese Ziele bereits erfüllt“, kritisiert Dóra Drexler, Präsidentin von IFOAM Organics Europe. Der Wegfall der verpflichtenden Förderung untergrabe die Planungssicherheit und Stabilität für Landwirte in der gesamten EU, die bereits in den Ökolandbau investiert haben oder eine Umstellung ihrer Betriebe erwägen. Ohne eine klare Vorgabe auf EU-Ebene bestehe die Gefahr eines Unterbietungswettbewerbs zwischen den Mitgliedstaaten

Eduardo Cuoco, Geschäftsführer des Verbands, betont, unter den extremen Hitzebelastungen im vergangenen Sommer hätten sich ökologisch wirtschaftende Betriebe als widerstandsfähiger erwiesen. Die EU müsse in die Resilienz und Krisenvorsorge ihres Agrarsektors investieren.

IFOAM fordert, 30 Prozent des GAP-Budgets für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen zu reservieren, einschließlich der Bio-Förderung. Der Verband appelliert nun an das EU-Parlament, in seiner Position an einer Verpflichtung zur Förderung des ökologischen Landbaus festzuhalten.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Studie: GAP-Reform führt zu 500-Millionen-Euro-Lücke bei Bio-Förderung

BÖLW fordert Kurskorrektur

Studie: GAP-Reform führt zu 500-Millionen-Euro-Lücke bei Bio-Förderung © stock.adobe.com / riebevonsehl

500 bis 700 Millionen Euro mehr als in der aktuellen Förderperiode müssten Bund und Länder nach dem derzeitigen Kommissionsvorschlag für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027 aufbringen, um die geplante Förderung für den Ökolandbau zu bewerkstelligen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Agrarökonomen Sebastian Lakner im Auftrag des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Hauptgrund sei die geplante Absenkung der EU-Kofinanzierung für Agrarumweltmaßnahmen.

24.06.2026mehr...
Stichwörter: Verbände, Umstellung, Förderung, IFOAM, Agrarpolitik, Ökolandbau, Umstellung auf Öko-Landbau, Förderpolitik, EU-Agrarrat, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, IFOAM EU, GAP, Eduardo Cuoco, Fördergelder, Dora Drexler

GAP ab 2028: Verbände fordern mehr Differenzierung

Verbände-Plattform veröffentlicht Stellungnahme

GAP ab 2028: Verbände fordern mehr Differenzierung

Am Mittwoch beginnt die Agrarministerkonferenz in Würzburg. Zu diesem Anlass haben gestern 36 Verbände eine Stellungnahme zur nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 veröffentlicht. Nach dem Prinzip ‚Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen‘ soll die von der EU vorgesehene degressive flächenbezogene Einkommensstützung (DABIS) demnach stärker differenziert und insbesondere auf betriebliche Umweltleistungen ausgerichtet werden. Die Basisprämie solle außerdem im Schnitt so niedrig wie möglich ausfallen.

22.09.2026mehr...
Stichwörter: Verbände, Umstellung, Förderung, IFOAM, Agrarpolitik, Ökolandbau, Umstellung auf Öko-Landbau, Förderpolitik, EU-Agrarrat, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, IFOAM EU, GAP, Eduardo Cuoco, Fördergelder, Dora Drexler

IFOAM Organics Europe bekommt neue Präsidentin

Nachfolgerin von Jan Plagge wird Dóra Drexler

IFOAM Organics Europe bekommt neue Präsidentin © IFOAM Organics Europe

Die Mitglieder des Bio-Dachverbands IFOAM Organics Europe haben auf ihrer gestrigen Generalversammlung einen neuen Vorstand für die Amtszeit bis 2029 gewählt. Jan Plagge, langjähriger Präsident seit 2018, konnte laut Satzung kein viertes Mal kandidieren und schied aus seinem Amt aus. Seine Nachfolgerin wird die bisherige Vizepräsidentin Dóra Drexler, Geschäftsführerin des ungarischen Forschungsinstituts für ökologischen Landbau ÖMKI.

25.06.2026mehr...
Stichwörter: Verbände, Umstellung, Förderung, IFOAM, Agrarpolitik, Ökolandbau, Umstellung auf Öko-Landbau, Förderpolitik, EU-Agrarrat, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, IFOAM EU, GAP, Eduardo Cuoco, Fördergelder, Dora Drexler

„Nur starke Bauern machen starken Umweltschutz“

Thomas Lang spricht bei Anhörung im bayerischen Landtag zur Agrarförderung

03.04.2025mehr...
Stichwörter: Verbände, Umstellung, Förderung, IFOAM, Agrarpolitik, Ökolandbau, Umstellung auf Öko-Landbau, Förderpolitik, EU-Agrarrat, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, IFOAM EU, GAP, Eduardo Cuoco, Fördergelder, Dora Drexler


GAP ab 2028: Verbände fordern Kurswechsel

Plattform warnt vor Rückfall in die pauschale Flächenförderung

02.12.2025mehr...
Stichwörter: Verbände, Umstellung, Förderung, IFOAM, Agrarpolitik, Ökolandbau, Umstellung auf Öko-Landbau, Förderpolitik, EU-Agrarrat, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, IFOAM EU, GAP, Eduardo Cuoco, Fördergelder, Dora Drexler