Agrarpolitik
EU-Rat lockert Vorgaben für Bio-Förderung
IFOAM Organics Europe warnt vor Wettbewerb nach unten
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Am Montag hat der Rat der EU sich auf eine partielle Allgemeine Ausrichtung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 geeinigt. Der Entwurf gesteht Mitgliedstaaten künftig mehr Spielraum bei der Förderung des Ökolandbaus zu. Der Bio-Dachverband IFOAM Organics Europe kritisiert den Vorschlag als Rückschritt für den Bio-Sektor und die Resilienz der europäischen Landwirtschaft.
Im Vorschlag der EU-Kommission war in Artikel 10, der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen betrifft, eine verpflichtende Förderung des ökologischen Landbaus vorgesehen. Diese ausdrückliche Verpflichtung ist im Entwurf der Ratspräsidentschaft gestrichen. Auch bei der Unterstützung von Betrieben bei der Umstellung auf umweltfreundliche Bewirtschaftungssysteme sowie mit Blick auf mehrjährige Förderverpflichtungen entfällt der Verweis auf Bio. Die Mitgliedstaaten sollen nach der Ratsposition künftig also selbst entscheiden können, ob sie die Umstellung auf Ökolandbau sowie dessen Beibehaltung finanziell unterstützen.
„In einer Zeit, in der Europa von seinen Landwirten mehr Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit verlangt, ist es nicht akzeptabel, die Unterstützung für ein Bewirtschaftungssystem zu schwächen, das diese Ziele bereits erfüllt“, kritisiert Dóra Drexler, Präsidentin von IFOAM Organics Europe. Der Wegfall der verpflichtenden Förderung untergrabe die Planungssicherheit und Stabilität für Landwirte in der gesamten EU, die bereits in den Ökolandbau investiert haben oder eine Umstellung ihrer Betriebe erwägen. Ohne eine klare Vorgabe auf EU-Ebene bestehe die Gefahr eines Unterbietungswettbewerbs zwischen den Mitgliedstaaten
Eduardo Cuoco, Geschäftsführer des Verbands, betont, unter den extremen Hitzebelastungen im vergangenen Sommer hätten sich ökologisch wirtschaftende Betriebe als widerstandsfähiger erwiesen. Die EU müsse in die Resilienz und Krisenvorsorge ihres Agrarsektors investieren.
IFOAM fordert, 30 Prozent des GAP-Budgets für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen zu reservieren, einschließlich der Bio-Förderung. Der Verband appelliert nun an das EU-Parlament, in seiner Position an einer Verpflichtung zur Förderung des ökologischen Landbaus festzuhalten.







