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Neue Märkte für Bio-Hersteller: vom Kantinenteller zum Onlineshop
Herbsttagung der AöL erkundet neue Absatzchancen
© Jens Brehl
Wie Bio-Unternehmen neue Absatzmärkte und Zielgruppen erschließen können, stand im Mittelpunkt der Herbsttagung der Assoziation ökologischer Lebensmittelherstellerinnen und -hersteller (AöL). Unter dem Motto ‚Neue Märkte, Neue Möglichkeiten‘ diskutierten am 21. Oktober in Fulda über 80 Teilnehmer aus Unternehmen, Politik und Marktforschung über Chancen in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV), im Export sowie im E-Commerce und Direktvertrieb (D2C).
Michael Böhm von Ecozept stellte das Projekt ‚Strukturanalyse Bio-Außer-Haus-Verpflegung‘ vor. „Der Einstieg in die AHV braucht realistische Ziele, bezogen auf Zeithorizont und Markt, bietet aber ein steigendes Marktpotenzial und kann den Kundenkreis erweitern“, so Böhm.
Wie das in der Praxis aussieht, berichteten zwei Mitgliedsunternehmen. „AHV bedeutet andere EntscheiderInnen, vor allem Köchinnen und Köche, andere Anforderungen, zum Beispiel an Gebinde und Sensoriktests, sowie eine andere Erfolgslogik, die auch auf Verfügbarkeit abzielt“, so Walter Kindermann von der organic veggie food GmbH (Soto). Philipp Thiel von der ÖMA Beer GmbH (Ökologische Molkereien Allgäu) betonte, „es braucht Geduld, Geduld, Geduld, aber AHV kann sich im etablierten Geschäft wirklich lohnen.“
Exportstrategien für ökologische Lebensmittelhersteller
Thomas Zebunke vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) stellte das Projekt INOT (International Network on Organic Trade) vor. Es will Netzwerke bilden, Wissen bündeln und Orientierung schaffen sowie Biointegrität und fairen Handel stärken.
Wie wichtig der Schritt ins Ausland sein kann, zeigte Franz Xaver Ladenburger von der Heimatsmühle GmbH & Co. KG: „Klar war: Wenn wir als Unternehmen in der bisherigen Größenordnung weiter bestehen wollen, dann müssen wir uns um die ausländischen Märkte kümmern und nach draußen gehen.” Der gelungene, nachhaltige Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen sei für die Heimatsmühle enorm wichtig und gründe auch auf Auslandsaktivitäten wie den Unternehmerreisen des BMLEH.
Ralf Pohle von Food – Made in Germany e.V. gab Infos zum Vorgehen für Unternehmen, in den Export einzusteigen. Er ging dabei auf Aspekte wie Sortiment, Zielländer, Exportwege, die nötige Vorbereitung und mögliche Partner, die unterstützen können, ein.
Neue Zielgruppen durch E-Commerce und D2C
Strategieberater Kai-Markus Hock (Hock Management) erklärte, wie Unternehmen den passenden Online-Vertriebsweg finden. „Dabei helfen drei Fragen: Wen erreiche ich digital zusätzlich? Was macht mein Produkt online kaufbar? Woran erkenne ich, dass sich der Kanal lohnt?“, so Hock.
Frank von Glan von der Hügli Nahrungsmittel GmbH berichtete von Erfahrungen mit Amazon, dem eigenen Onlineshop und Online-Kampagnen. „Der Umsatz ist durchaus relevant, der zusätzliche Absatzweg stärkt die Markenresilienz, und mit strategisch zwischengeschalteten Partnern kann E-Commerce eine gute Ergänzung zum klassischen D2C-Vertrieb sein“, so von Glan.
Einen ganz anderen, analogen D2C-Weg präsentierte Felix Wasmuth von der Märkisches Landbrot GmbH. Das Unternehmen setzt auf Sichtbarkeit auf traditionelle Art mit eigenem Laden, Marktstand und direkter Präsenz der Marke am Produktionsstandort.
„Neue Märkte erschließen heißt für Bio-Unternehmen, realistische Ziele zu setzen, Geduld mitzubringen und die passenden Partner zu finden. Die Tagung hat gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind und wie viel Erfahrung in unserer Mitgliedschaft steckt”, so Anne Baumann, geschäftsführende Vorständin der AöL.







