Bildung
‚Aktion Streuobst Schule‘ vermittelt Kompetenzen im grünen Klassenzimmer
Apfelbäume auf dem Stundenplan
© Barbara Stadlinger
Äpfel ernten, verschiedene Sorten probieren und selbst frischen Saft pressen: Bei der ‚Aktion Streuobst Schule‘ der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wird die Streuobstwiese zum grünen Klassenzimmer. Mit Beginn des neuen Schuljahres und der laufenden Obsternte startet die Aktion in ihre jährliche Hochsaison. Schüler lernen dabei ganz praktisch mehr über Lebensmittel, Ernährung und ökologische Zusammenhänge.
Rund 280 engagierte Streuobstwiesenführende sind bei der LfL gelistet. Sie begleiten Schulklassen auf den Streuobstwiesen und geben ihr Wissen und ihre Begeisterung für Streuobst weiter. Was es dabei zu entdecken gibt, richtet sich nach der Jahreszeit.
Während der Erntezeit dreht sich beispielsweise vieles um den Apfel: Die Kinder ernten die Früchte, waschen und zerkleinern sie und pressen daraus ihren eigenen Saft. Verschiedene Sorten werden verkostet und verglichen. Dabei erfahren sie etwa, dass aus einem Kilogramm Äpfeln rund 700 Milliliter Saft gewonnen werden können und manche Sorten ihren typischen Geschmack erst nach mehreren Wochen oder Monaten Lagerung entwickeln.
Im Frühjahr stehen dagegen beispielsweise Obstbaumblüte und Bestäubung im Mittelpunkt. Auch Tiere wie Bienen und Käuze oder die Pflanzen unter den Bäumen können genauer unter die Lupe genommen werden. So lernen die Schüler die Streuobstwiese als wertvollen Lebensraum kennen, in dem bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten vorkommen können.
Auch ältere Schüler können auf der Streuobstwiese praktisch lernen: vom Baumschnitt über wirtschaftliche Fragen zu Kalkulation und Vermarktung bis zur Nutzung der Flächen als Wiese oder Weide. Im Hauswirtschaftsunterricht können die geernteten Früchte anschließend beispielsweise zu Kuchen oder Marmelade verarbeitet werden.
Im vergangenen Jahr konnten rund 12.500 Kinder und Jugendliche in Bayern durch die ‚Aktion Streuobst Schule‘ Streuobst praktisch erleben. Interessierte Lehrkräfte können sich direkt an die bei der LfL gelisteten Streuobstwiesenführenden wenden und eine Aktion für ihre Schulklasse vereinbaren. Diese erhalten für jede Schulklassenführung einen Zuschuss durch die Aktion. Kostenlose Unterrichtsmaterialien ergänzen das Angebot.
Wer selbst als Streuobstwiesenführer aktiv werden möchte, kann an einem jährlich angebotenen Einstiegsseminar der LfL teilnehmen. Darüber hinaus stellt die ‚Aktion Streuobst‘ kostenlose Werbe- und Informationsmaterialien für Veranstaltungen rund um das Thema Streuobst zur Verfügung. Damit werden beispielsweise Menschen aus der Landwirtschaft, Landschaftspflegeverbände sowie Obst- und Gartenbauvereine dabei unterstützt, Kinder, Familien und Erwachsene über Pflanzung, Pflege und Nutzung von Streuobstbäumen sowie die Bedeutung von Streuobstwiesen zu informieren.







