Fairer Handel
Gepa mit Umsatzrekord und Absatzrückgang
Fair Plus-Zeichen fällt weg
Im Geschäftsjahr 2025 hat die Gepa einen Großhandelsumsatz von 104 Millionen Euro erreicht – ein Plus von 22,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings war das Wachstum stark von höheren Preisen getrieben. Für die wichtigsten Produktgruppen Kaffee und Schokolade vermeldet die Gepa einen moderaten Absatzrückgang im einstelligen Bereich. Fast 90 Prozent des Umsatzes wurden mit Bio-Produkten erwirtschaftet. Die neuen Zahlen wurden heute bei der Jahrespressekonferenz des Fairhandels-Unternehmens vorgestellt.
„Erstmals bewegen wir uns mit dem im Geschäftsjahr 2025 erwirtschafteten Umsatz im dreistelligen Millionenbereich – trotz aller Herausforderungen ein Rekordwert“, erklärte der Kaufmännische Geschäftsführer Matthias Kroth. Für fast 127 Millionen Euro kauften Verbraucher im Vorjahr Gepa-Produkte; sie hätten die Anpassung der Endverbrauchspreise aufgrund hoher Rohwarenpreise damit überwiegend akzeptiert.
Besonders stark wuchs der Umsatz mit Schokolade: um knapp 27 Prozent auf gut 29 Millionen Euro. Der Kaffeeumsatz stieg um fast acht Prozent auf fast 37 Millionen Euro. Auf Kakao und Kaffee entfielen 85 Prozent des Rohwaren-Einkaufsvolumens.
Dieses Jahr feiert die Gepa den 40. Geburtstag ihres Kaffee-Klassikers Organico, der auch heute noch der beliebteste Kaffee-Artikel des Unternehmens sei. Mit der neuesten Sorte ‚organico blonde fairness‘, die sich durch eine helle Röstung bei niedriger Temperatur auszeichnet, sollen besonders junge Zielgruppen angesprochen werden.
Die wichtigsten Absatzkanäle sind für die Gepa der Lebensmitteleinzel-, Bio- und Naturkosthandel. Hier werden mit knapp 39 Millionen Euro rund 37 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. 2025 lag der Umsatz-Anstieg bei gut 13 Prozent.
EmpCo wird Fair Plus-Zeichen zum Verhängnis
Eine Herausforderung, die das Jahresergebnis 2025 belastet hat, ist laut Kroth die EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers Directive), mit der die Regeln für Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel verschärft werden. Da nach der Richtlinie nur noch extern zertifizierte Siegel genutzt werden dürfen, muss die Gepa künftig auf ihr Fair Plus-Zeichen verzichten. Die Änderung sei ein großer Kraftakt gewesen, in deren Zuge auch Verpackungsmaterial vernichtet werden musste. Inzwischen sei allerdings ein Großteil der Verpackungen EmpCo-konform und bis zum Stichtag am 27. September werde die Umstellung abgeschlossen sein, versicherte Peter Schaumberger, Geschäftsführer Marke und Vertrieb.
Bereits EmpCo-konform sind die neuen Nussriegel ‚nut with me!‘, welche die Gepa im Februar dieses Jahres auf den Markt gebracht hat. Die enthaltenen Nüsse stammen zum Beispiel von der Cashew-Genossenschaft La Sureñita in Honduras, mit der die Gepa bereits seit 38 Jahren kooperiert. Dort werden alle Aufgaben von der Verarbeitung bis zum Export von Frauen übernommen. Andrea Fütterer, Leiterin der Abteilung Grundsatz und Politik, machte in diesem Kontext auf das UN-Jahr ‚Frauen in der Landwirtschaft‘ aufmerksam. Deren struktureller Benachteiligung, dem schlechteren Zugang zu Land, Technologie und Krediten will die Gepa mit der Zusammenarbeit etwas entgegensetzen.
Dass kostendeckende Erzeugerpreise auf EU-Ebene gesetzlich verpflichtend werden, ist die Forderung des Appells ‚Landwirtschaft braucht Fairness‘, der vom Forum Fairer Handel initiiert wurde und von der Gepa unterstützt wird.
Die Treue der Kunden auch in Krisenzeiten hob Kroth hervor und blickt daher optimistisch in die Zukunft. „Der Faire Handel macht im Globalen Süden einen wichtigen Unterschied. Wir haben es in der Hand“, so Schaumberger.







