Obst + Gemüse
Regionales Bio-Fruchtgemüse hat wieder Saison
Erzeugerverband Bio.Fru.Pro will wachsen
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Mit der ersten Gurkenernte im März und den ersten Tomaten im April hat die Hauptsaison für deutsches Fruchtgemüse aus dem Bio-Gewächshausanbau begonnen. Der Handel kann nun zunehmend die Importware aus Südeuropa durch heimisches Gemüse ersetzen. Der Erzeugerverband Bio Fruchtgemüse Produzenten e.V. (Bio.Fru.Pro) sieht eine steigende Nachfrage und warnt davor, dass Importe während der Saison das Bio-Flächenwachstum bremsen.
Während die aktuellen Marktzahlen dem Umsatz von Bio-Gemüse im Jahr 2025 ein sechsprozentiges Wachstum attestierten, sind laut Bio.Fru.Pro auch die Importanteile gestiegen. „Das liegt nicht am Unvermögen unserer Betriebe, ihre Produktionsflächen auszuweiten, sondern am Preisunterschied zwischen regionaler und importierter Ware“, erklärt Michael Schudde, Geschäftsführung Süd des Bio.Fru.Pro. „Mit niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards lassen sich auch niedrige Preise kalkulieren. Beides entspricht aber nicht unserem Qualitätsanspruch.“
Dass die Abhängigkeit eines Marktes von internationalen Lieferketten ernsthafte Risiken birgt, zeige die derzeitige Energiekrise. Bei Störungen könne der vormals günstige Verbraucherpreis unkalkulierbar ansteigen. Gerade die Bio-Produktion mache aktuell deutlich, dass heimisches Fruchtgemüse auch ohne fossile, chemisch-synthetische Stickstoffdünger angeboten werden könne – unabhängig von Blockaden im Welthandel.
„Es stimmt – unsere Produktionskosten sind höher, als die der Kollegen in Spanien. Dafür können wir auch liefern, wenn die internationalen Märkte von der nächsten Verwerfung erfasst werden“, betont Rudolf Dworschak, Vorstand des Bio.Fru.Pro. „Moderne Bio-Gewächshäuser sind langfristige und kostenintensive Investitionen, deshalb brauchen wir für zügiges Wachstum sichere Abnahmezusagen.“
Wenn Handel und Verbraucher mitzögen, sei es mittelfristig möglich, den Markt von April bis November zu 100 Prozent mit Tomaten und Gurken aus heimischem Bio-Anbau zu versorgen. „Die Lebensmittelversorgung hierzulande würde einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, Unabhängigkeit, Resilienz und Ressourcenschutz machen“, so Dworschak.







