Neue Gentechnik
Grüne Woche: EU-Pläne zur Gentechnik in der Kritik
Podium warnt vor Ende der Kennzeichnung
Am Eröffnungstag der Grünen Woche in Berlin haben Vertreter aus Bio-Landwirtschaft, Handel und der ‚Ohne Gentechnik‘-Siegelvergabe heute vor den EU-Plänen zur Deregulierung Neuer Gentechnik gewarnt. Der geplante Wegfall der Kennzeichnungspflicht schränke die Transparenz bei Lebensmitteln massiv ein und nehme Verbrauchern die Möglichkeit, gentechnisch veränderte Produkte sicher zu erkennen, warnten Podiumsteilnehmer von Bioland, dem Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Alnatura und dennree.
„Transparenz ist kein Nice-to-have, sondern die Grundlage von Vertrauen“, stellte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting klar. Der einzige erkennbare Grund für die Abschaffung der Kennzeichnungspflicht sei es, den Verbrauchern etwas zu verschleiern und das Vertrauen so zu untergraben. Sollte die Änderung des EU-Gentechnikrechts tatsächlich grünes Licht bekommen, wären das Bio- sowie das ‚Ohne Gentechnik‘-Siegel die letzten verlässlichen Orientierungspunkte im Supermarkt, um gentechnisch veränderte Produkte zu vermeiden.
„Was hier als Fortschritt verkauft wird, ist in Wahrheit ein trojanisches Pferd. Unter dem Deckmantel von Innovation drohen Abhängigkeiten durch Patente, Kontrollverlust über Saatgut und eine schleichende Aushöhlung europäischer Grundwerte wie Wahlfreiheit und Ernährungssouveränität“, erklärte Carolin Pagel, Leiterin Politik bei Bioland. Das starke bisherige EU-Gentechnikrecht aufzugeben, wäre in ihren Augen ein „historischer Fehler“.
Auch Podiumsvertreter aus dem Bio-Handel forderten, dass eine lückenlose Kennzeichnung vom Acker bis ins Regal beibehalten wird. „Unsere Kundinnen und Kunden wollen sehr genau wissen, wie ihre Lebensmittel produziert werden“, betonte Gunther Weiss, verantwortlich für Qualitätsmanagement bei Alnatura. „Wenn staatliche Regeln Transparenz abbauen, steigt der Druck auf Handel und Hersteller, diese Lücke selbst zu schließen“, ergänzte Lukas Nossol, Kommunikationsleiter bei dennree. Wahlfreiheit dürfe jedoch nicht privatisiert werden, sondern sei eine politische Verantwortung.
Die Referenten forderten die Politik, insbesondere das EU-Parlament auf, sich nicht von vagen Versprechen täuschen zu lassen, sondern die Notbremse zu ziehen, um eine klare Kennzeichnung zum Schutz der Verbraucher und eine wirksame Patentbegrenzung zum Schutz der Landwirte sicherzustellen.
Der Presse-Talk ‚Sicher gentechnikfrei – bald nur noch bei Bio und ‚Ohne Gentechnik‘?‘ wurde vom VLOG gemeinsam mit Bioland organisiert.







