Kongress
O-Töne der 8. Öko-Marketingtage
Rudolf Bühler, Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH)
„Die 8. Öko-Marketingtage sind die erfolgreichsten bisher. Wir haben ein volles Haus und erleben hier tolle Vorträge und Diskussionen. Ich spüre Begeisterung und Aufbruchsstimmung. Die Bio-Branche hat sich wieder gefestigt und blickt optimistisch nach vorne. Bei den nächsten Öko-Marketingtagen wollen wir uns vielleicht noch einen halben Tag mehr Zeit nehmen.“
Christoph Zimmer, Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg
„Mich fasziniert, dass das Publikum schon den ganzen Tag lang superaufmerksam zugehört und mitgedacht hat. Bei den vielen Inputs ist das enorm. Die Teilnehmer sind auch sehr breit aufgestellt: Wir haben Entscheider und Geschäftsleitungen aus unterschiedlichen Branchen, Verarbeitungsbetriebe, Unternehmensberatung, Marketing-Agenturen, Vertreter von Erzeugergemeinschaften und Bio-Musterregionen. Der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel ist ebenso vertreten wie der Naturkostfachhandel. Außerdem freue ich mich, dass einige Junge dabei sind. Marketing wird auf Schloss Kirchberg nicht als Selbstzweck gedacht, sondern um wichtige und gute Themen voranzubringen. Das ist, glaube ich, gut rübergekommen.“
Franz-Theo Gottwald, Leiter der Akademie Schloss Kirchberg
„Ich bin sehr angetan von der positiven Stimmung hier, von der Offenheit für Kooperation, der Bereitschaft zu einem konstruktiven Miteinander und der Bereitschaft, aus alten Mustern rauszukommen. Bio ist in einer neuen Zeit angekommen und um machtpolitisch zu bestehen, müssen wir Synergien bilden und mit vereinter Stimme sprechen.“
Thomas Gutberlet, langjähriger Geschäftsführer von tegut
„Nach meiner Wahrnehmung ist ein neuer Schwung in die Branche gekommen. ‚Mutig, laut und alltagstauglich‘ sind Schlagworte, die ich mitnehme. Die Branche war in ihrer Bubble vielleicht zu sehr von Erfolg verwöhnt und hat jetzt aus Fehlern und Schwächen, in die sie sich reinmanövriert hat, gelernt. Es sind viele junge Leute in die Unternehmen reingekommen, das Publikum hier ist weiblicher und vielfältiger geworden. Da sind junge Menschen, die nicht so viel alten Ballast mit sich rumschleppen und den Mut haben, alte Kategorien aufzubrechen und Neues zu denken. Früher war Bio in den Mainstream bringen zu wollen ein Kampf gegen Windmühlen, das ist heute nicht mehr so. Voelkel auf Wacken beispielsweise – dafür hätte es vor ein paar Jahren noch einen Aufschrei gegeben. Jetzt ist viel mehr möglich geworden. Ich gehe mit einer ganz positiven Stimmung nach Hause.“
Jürgen Mäder, Vorstand Edeka Südwest
„Die Öko-Marketingtage sind für mich ein wichtiger Termin – fast wie Heimkommen. Wir sind hier über viele Jahre zusammengewachsen. Früher hat einen als Mann des Handels keiner ernst genommen, weil es uns vermeintlich nur um Preise geht. Dabei nehme ich Bio total ernst! 2023 hat Aldi in einer Kampagne mit 300 Bio-Artikeln geworben – wir bei Edeka Südwest haben 3.000. Auch in unserem Foodstarter-Programm, mit dem wir Startups und kleinen Produzenten den Zugang zu Edeka-Märkten erleichtern, sind viele Bios dabei. Dazu kommen mutige Kaufleute wie Theresia Quint, die ihr Thekenfleisch komplett auf Bio umgestellt hat. Wir suchen Synergien damit – deshalb gibt es das Format der selbstständigen Kaufleute (SEH). Wir füllen dann auf, was sie nicht lokal oder regional beschaffen können. Es ist auch immer noch so, dass der Kunde Wünsche äußern soll und so das Sortiment in den Märkten mitgestaltet. Wir hatten bei der Edeka Südwest zuletzt ein tolles Umsatzwachstum und das kommt davon, dass wir uns nicht verbiegen, sondern unseren Weg weitergehen.“
Andreas Swoboda, Geschäftsführer von Bio Breadness
„Die Öko-Marketingtage sind das Treffen des ‚inner circle‘ der Bio-Branche. Momentan ändern sich die Gestaltungskräfte – neutral festgestellt. Wir haben in den letzten Monaten sehr viel in die eigene Marke investiert und sind auf jeder Hausmesse gewesen. Es bleibt aber wirklich schwierig, an die Supermarktleiter heranzukommen. Gerade suchen wir nach einem Vertriebler für den Kontakt mit den Kaufleuten.“
Marcus Arzt, Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg
„Was für mich besonders als Impuls von diesen Öko-Marketingtagen ausgeht, ist, dass wir uns als Verbände nochmal neu Gedanken machen müssen: Was ist unsere Verantwortung dabei, den ökologischen Landbau miteinander voranzubringen? Wo können wir im Interesse unserer Mitglieder Märkte gestalten? Wie gemeinsam die Politik beeinflussen? Wenn wir die Energie, die wir in den letzten Jahren immer wieder auch in internen Reibereien aufgebraucht haben, als gemeinsamen Schub aufbringen, dann tun wir unseren Mitgliedern einen guten Dienst.“
Jan Niessen, Professor für Strategische Marktbearbeitung in der Ökobranche
„In den zwei Tagen hier hat sich sehr gut widergespiegelt, wie die Bio-Branche sich bis heute entwickelt hat, und es gibt tatsächlich Ansätze, Bio neu- und weiterzuentwickeln. Sollten wir in ein paar Jahrzehnten 100 Prozent Bio haben – mit einer planetaren Öko-Systemwirtschaft und antifaschistischer Wirtschaftspolitik und einer EU-Öko-Verordnung, die für alle gilt – dann heißt es vielleicht gar nicht mehr Bio. Ich glaube, perspektivisch ist es wichtig, dass wir Bios von dem Begriff ‚Bio‘ auch wegkommen können, sobald wir diesen Planeten vernünftig bewohnen – nicht mehr so extraktiv und ausbeuterisch, wie wir das in den letzten Jahrzehnten gemacht haben. Bald leben hier zehn Milliarden Menschen. Wir können uns nicht wie die Heuschrecken verhalten – sonst sterben wir aus.“
Zum Bericht über die 8. Öko-Marketingtage gelangen Sie hier.







