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Bio verbindet zukunftsweisend

Eine deutsch-ukrainische Fachreise zeigte Innovationen auf und stärkte den Austausch mit Blick auf gemeinsame Ziele

Bio verbindet zukunftsweisend © Stefan Dreesmann
Bei der zweistündigen Führung konnten sich die ukrainischen Bio-Landwirt:innen gemeinsam mit Boris Voelkel ein eindrucksvolles Bild von der Produktion am dynamisch wachsenden Voelkel-Standort in Pevestorf machen.

Vom 13. bis 22. September 2025 reiste eine ukrainische Delegation von 20 Biolandwirten, Bioberatern und Behördenvertretern im Rahmen des Projektes ‚Deutsch-Ukrainische Kooperation Ökolandbau (COA)‘ in das deutsche Bundesland Niedersachsen. Ziel der Fachinformationsfahrt war es, die Vielfalt und Innovationskraft des ökologischen Landbaus in Norddeutschland kennenzulernen und Impulse für die Weiterentwicklung der Bio-Branche in der Ukraine zu sammeln.

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Ökologische Züchtung von Getreide und Erbsen. Maryna Voloshyna (Cultivari – Getreidezüchtungsforschung in Neu Darchau) führte die Gruppe in ukrainischer Sprache durch den Prozess.

In nur fünf Tagen besuchte die Gruppe 16 sehr unterschiedliche Bio-Betriebe und -Organisationen – vom weltweit größten Bio-Saft-Unternehmen Voelkel über Mühlen und genossenschaftliche Verarbeitungsbetriebe bis hin zu Pionieren der ökologischen Pflanzen- und Tierzüchtung. Auf den besuchten Biohöfen, die zum Teil schon jahrzehntelang ökologisch wirtschaften, standen die Milch- und Käseproduktion, der Gemüse- und Obstanbau, Gemüsekisten, gemeinschaftlicher Bodenbesitz und Hofgemeinschaften im Mittelpunkt. Abgerundet wurde das Programm durch Begegnungen in Bio-Hotels, Restaurants und Supermärkten, die beispielhaft zeigten, wie umfassend die Prinzipien des Ökolandbaus in der Region verankert sind.

Mit einem Einblick in die ökologische Züchtung von Getreide und Erbsen zeigte das Programm einen wichtigen Kernaspekt der Bio-Qualität auf. Maryna Voloshyna von Cultivari, einer Getreidezüchtungsforschung in Neu Darchau im Wendland, führte die Gruppe in ukrainischer Sprache durch den spannenden Prozess – von den ersten Kreuzungen bis zur Entwicklung einer neuen Getreide- oder Erbsensorte.

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Besuch des Biobetriebs von Karsten Ellenberg (Kartoffelvielfalt) in Barum bei Uelzen. Dort werden über 100 Kartoffelsorten kultiviert und auch eigene Sorten gezüchtet.

Kartoffeln werden in der Ukraine in fast jedem Garten angebaut. Ein besonderes Highlight der Exkursion war daher der Besuch des Biobetriebs ‚Kartoffelvielfalt‘ von Karsten Ellenberg in Barum bei Uelzen. Auf diesem Hof ließ sich eine große Vielfalt von rund 100 Kartoffelsorten bestaunen, die hier kultiviert wird, teilweise aus eigenständiger Züchtung. Ebenfalls eindrucksvoll war der Besuch des Elbers-Hofs in Nettelkamp bei Uelzen. Hier erfuhren die Teilnehmenden, wie eng die Verbindung zwischen Hof und Verbraucher:innen sein kann – und wie sie über Jahrzehnte lebendig gehalten wird. Ein großer Hofladen, Gemüsekisten, Bildungsangebote für Schulklassen und zahlreiche weitere Aktivitäten des Demeterhofs zeigten den Teilnehmern, wie Landwirtschaft und Direktvermarktung erfolgreich gelingen kann.

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Christine Bremer (Heide Geflügel) gab der Gruppe Einblicke in die ökologische Züchtung von Hühnern und Robustputen.

Christine Bremer von ‚Heide Geflügel‘ gab der Gruppe spannende Einblicke in die ökologische Züchtung von Hühnern und Robustputen. Auf dem Programm standen auch der Besuch des renommierten Bio-Unternehmens Bauck KG inklusive des Besuchs der Bauck-Höfe in Amelinghausen und Klein-Süstedt. Auch ein Besuch der Firma Voelkel gehörte zum Programm. Bei der zweistündigen Führung konnten sich die ukrainischen Bio-Landwirtinnen und -Landwirte gemeinsam mit Boris Völkel ein eindrucksvolles Bild von der Produktion am dynamisch wachsenden Voelkel-Standort in Pevestorf machen.

Abendessen mit Landwirtschaftsministerin

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Am Ende jedes Besuchs überreichten die ukrainischen Gäste eine Tasche mit Bioprodukten aus ihrer Heimat – hier an die Bauck AG.

Am Ende jedes Besuchs überreichten die ukrainischen Gäste den Biobetrieben und Unternehmen eine liebevoll zusammengestellte Tasche mit Bioprodukten aus ihrer Heimat – als Zeichen des Dankes für die Offenheit und die vielen Einblicke.

Ein weiterer Höhepunkt war das Abendessen und der lange und bewegende Gedankenaustausch mit der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. Unvergesslich blieb die große Gastfreundschaft der niedersächsischen Bio-Betriebe und -unternehmen, die ihre Türen öffneten, Erfahrungen teilten und die Gäste mit ökologisch-erzeugten Produkte aus eigener Produktion und selbstgekocht verwöhnten.

Ukraine als starker europäischer Bio-Partner

Die ukrainischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich tief beeindruckt von der Professionalität, Innovationsfreude und Offenheit, mit der sie empfangen wurden. Erfahrung und Wissen, das nun in die Ukraine weitergetragen werden kann. Das Resümee der Reise ist eindeutig: Die Ukraine hat das Potenzial, in naher Zukunft ein neues Niveau in der ökologischen Produktion zu erreichen und sich fest in der europäischen Familie zu verankern.

Mit der Fachinformationsfahrt wurde ein weiterer wichtiger Schritt für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine im Bereich des Ökolandbaus gelegt. Das Organisationsteam um Dr. Stefan Dreesmann, Oleksandr Kaliberda und Yuliia Sliepienkova vom Projekt ‚Deutsch-Ukrainische Kooperation Ökolandbau‘ dankt allen beteiligten Betrieben und Institutionen in Niedersachsen für ihre Unterstützung. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des deutschen Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

Peter Jossi

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