Frischer Fisch

Variantenreiches Angebot an Bio-Fisch für den Handel vorhanden

Bio-Fisch darf eine günstige Prognose ausgestellt werden. Gilt er doch zugleich als gesund und delikat. Bio-Fisch gibt es frisch an der Theke, geräuchert in der Kühlung tiefgekühlt oder lange haltbar als Konserve. Häufigste Verkaufsvariante ist frisch in einer der 8.000 Bedienungstheken. Aber auch TK wird immer beliebter und Bio-Convenience ist im Vormarsch, ob filetiert, panierter oder vorgekocht. Und auch in den Kühltheken sind die geräucherten Varianten zuhause.


Eine Reihe von Herstellern liefert ein interessantes Bio-Fischsortiment. Die Vermarktung steht am Anfang und birgt noch unausgeschöpftes Potenzial. Die Mengen steigen, die Vielfalt im Handel an Fischarten und verarbeiteten Produkten wächst. Es gibt bereits panierte Filets, Fischstäbchen und Salate. Convenience kommt. Komplette TK-Fischgerichte wurden allerdings noch nicht gesichtet in den Truhen. Durch die Ressourcen-Knappheit ist Fisch zur Feinkost aufgestiegen. Zur Zeit von Otto von Bismarcks war Heringsessen noch ein Zeichen von Geldmangel. Und am Oberrhein war Lachs das Arme-Leute-Essen.

Die „Deutsche See" in Bremerhaven hat Bio-Produkte bereits im Jahr 2002 in ihr Sortiment aufgenommen und damit die Marktentwicklung von Bio-Fisch maßgeblich beeinflusst. Angefangen hat es mit dem Lachs. Hier gibt es eine Reihe von Produkten: Ganz, als Seite, graved, geräuchert, frisch und TK. Dann kamen die Garnelen hinzu. Beim Süßwasserfisch startete der Großhändler mit der heimischen Bachforelle aus der Lüneburger Heide. „Die Forelle wird sehr gut angenommen", weiß Produktmanager Andreas Lippmann.

Deutsche See stockt auf

Pangasius und Tilapia wurden ins Sortiment aufgenommen und zuletzt kam der Rote Trommler hinzu. Dieser Fisch stammt ursprünglich aus dem Golf von Mexiko. Roter Trommler wird in Israel gezüchtet. Er zeichnet sich durch sein aromatisches und festes, saftiges Fleisch aus und ist in der modernen Küche vielseitig einsetzbar. Diesen Bio-Fisch hat Deutsche See exklusiv, wie Andreas Lippmann mitteilt.

Kabeljau aus Norwegen sowie Dorade und Wolfsbarsch aus Griechenland werden im Laufe des Jahres 2007 dazu kommen. „Wir werden dann mit 30 Produkten ein weltweit einzigartiges Bio-Fischangebot haben", erklärt Lippmann. Zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September verzeichnete Bio-Fisch eine Steigerung von 450 Prozent: „Das gleiche Ergebnis erwarte ich auch nächstes Jahr", gibt sich Lippmann optimistisch.


Auch unter der Feinkostmarke Beeck sind von Deutsche See vier Salate in Bio-Qualität erhältlich, darunter Garnelen-Linsensalat, Garnelensalat mit Fenchel sind im Programm. Außerdem sind sechs Antipasti geplant. Convenience kommt an beim modernen Bio-Verbraucher.

Die Bio-Linie von Deutsche See gibt es im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel und im Fachhandel. Die Nordlichter haben das breiteste Angebot und sind mit 18 Niederlassungen in Deutschland auch logistisch gut aufgestellt. Die Vertriebsflotte hat zwei Kammer-Fahrzeuge mit unterschiedlichen Temperaturen.

Der größte Bio-Lachsverarbeiter ist Laschinger in Bayern. Das Unternehmen ist auf das Räuchern von Lachs spezialisiert. Die Produkte gelangen vor allem geschnitten als Handelsmarken in die Kühlregale.

Forelle aus dem Steinofen

Wechsler aus Erftstadt in Nordrhein-Westfalen ist ein Spezialist für geräucherten Fisch. Seit 1996 veredelt Wechsler Feinfisch irischen Bio-Lachs. Außerdem wird Forelle aus Frankreich im Steinofen im Heißrauch verarbeitet. Das Unternehmen gehörte in Deutschland zu den Pionieren, die den LEH mit Bio-Räucherfisch belieferte. Heute herrscht reges Interesse beim Handel und Verbrauchern.

Zu den unternehmenseigenen Qualitätsmaßstäben gehört absolute Frische. Es gibt kein Frosten vor oder nach der Produktion „Bio-Feinkost ist für uns nicht das ganz große Geschäft, aber ein ganz wichtiger Bereich. Als Premium-Anbieter können wir in diesem Segment die Kunden von unserer Kompetenz überzeugen", deutet Theo Jansen, Vertriebsgeschäftsführer bei Wechsler, den Markt. Die Rheinländer sind im qualitätsorientierten LEH zuhause.

Ökofrost, der Bio-TK-Spezialist aus Berlin, hat auch Fisch im Programm. Lachs und Garnelen führt der Großhändler unter der Eigen-Marke Biopolar. Garnelen gibt es roh, gekocht oder im Teigmantel. Den Lachs in Natur oder mariniert. Geräucherter Lachs von Dunns of Dublin aus Irland ist ebenfalls im Programm. Ökofrost beliefert den Naturkosthandel und den Selbstständigen Einzelhandel.

Erich Geiger Fischhandel & Produktion vom Bodensee hat sich auf die Herstellung von Bio-Fisch-Convenience in TK spezialisiert. Vor allem Süßwasserfisch und Garnelen werden potioniert, paniert und tiefgefroren. Tilapia-Fischstäbchen und Fingerfood aus den Filet-Spitzen werden produziert. Es gibt sie unfritiert und vorfritiert, im Teigmantel und paniert mit Bröseln. Die Süddeutschen produzieren für Private Labels und Großverbraucher und haben sich auf dem 2. Bio Handels-Forum im September 2006 in Köln vorgestellt. Bei der BioFach sind sie auf dem Gemeinschaftstand von Naturland vertreten.

Die Ristic AG aus Oberferrieden hat zwei tiefgekühlte Bio-Produkte im Programm. Es handelt sich um Naturland zertifizierte Bio-Garnelen aus Ecuador. Einmal gibt es sie geschält, gekocht und glasiert. Die Bio-Garnelen Provencal sind pfannenfertig in Öl mariniert. Beide Produkte werden in der 200 Gramm-Faltschachtel geliefert.

Fisch-Konserven in Bio-Marinade


AS Premium aus Nürnberg bietet Fisch-Feinkost aus Wildfang in Marinaden aus biologischen Zutaten. Sechs Konserven sind im Programm: Heringsfilet in Bio-Tomatencreme, Heringsplatte Bio-Feinschmecker mit Bio-Tomatenmark, -Sonnenblumenöl und -Gewürzen, Bücklingsfilets in Bio-Sonnenblumenöl und Mak- relenfilets in Bio-Kräutercreme aus Sonnenblumenöl und Sahne, Makrele in Bio-Dill-Senf-Dillcreme und Kieler Sprotten in Sonnenblumenöl. Die Produkte ohne Bio-Siegel sind für den Naturkostfachhandel bestimmt, der Hauptbestandteil Fisch ist nicht zertifiziert.

Im Moment ist Bio-Fisch teilweise ausverkauft. Neue Projekte müssen angeschoben werden. „Es gibt aktuell eine Verknappung bei Lachs und Forelle", sagt Fischexperte Stefan Bergleiter von Naturland. In Osteuropa zum Beispiel in Ungarn liegt unerschlossenes Potenzial: „Da gibt es naturnahe, großflächige Anlagen. Kontakte dorthin sind geknüpft", blickt Bergleiter in die Zukunft. Dort gibt es den Verein ungarischer Bio-Fischzüchter, der Interesse am deutschen Markt hat.

Anton Großkinsky

 

Bio-Kabeljau kommt

Bio-Kabeljau wird noch in dieser Saison das Bio-Fischangebot bereichern. Der beliebte weißfleischige Fisch könnte ein Hit werden. Projekte von Naturland in Schottland und vom Anbauverband Debio in Norwegen sind am Laufen. „Kabeljau zu farmen macht Sinn", meint Bergleiter.

Der Fisch ist ein guter Futterverwerter, weil er eher langsam schwimmt und so Energie spart. Deshalb lässt er sich gut in Netzgehegen halten. „Der Preis wird tendenziell etwas günstiger sein als Lachs", erwartet Bergleiter. Durch die Verknappung der Wildbestände ist er nicht mehr der Massenfisch.

„Das Farmen ermöglicht hohe Liefersicherheit mit kürzeren Zeiten und erlaubt, das Produkt extrem frisch auf den Markt zu bringen", nennt der Fisch-Fachmann die Vorteile. Bei der Hochseefischerei muss der Kabeljau dagegen meist lange Zeit auf Eis liegen, wenn er nicht sofort eingefroren wird. Vor Ostern könnte der Bio-Kabeljau im Handel angekommen sein.


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