BioSüd

Süßigkeiten

Auch Bio-Freunde naschen gern


Dwersteg hat in diesem Herbst eine süße Geschenkidee auf den Markt gebracht: Likör Truffels. (mehr unter www.biopress.de/produktvorstellung)
Gut, dass das Angebot an Bio-Süßwaren ständig wächst. Die bunte Warengruppe reicht von Bonbons, Gummi- oder Lakritzwaren über Schokolade, Kekse und Müsli-Riegel bis zu herzhaften Knabberartikeln. Zwar enthält auch Bio-Naschwerk reichlich Zucker und Fett, doch stammen die Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft. Künstliche Aromen oder Farbstoffe fehlen ebenso wie Geschmacksverstärker oder gehärtete Fette. Die Hersteller kommen meist mit weniger, aber hochwertigeren Zutaten aus. Beispielsweise süßen sie mit Rohrzucker, Honig oder Dicksaft, aromatisieren mit Früchten und färben mit Pflanzenextrakten.

Feine Backwaren passen hervorragend in das Sortiment vieler Bio-Hersteller. Dementsprechend bietet sich dem Lebensmitteleinzelhandel eine große Auswahl an Keksen und Gebäck. Klassiker wie Butterkeks, Spekulatius oder Vanille-Kipferl werden mittlerweile selbstverständlich von internationalen Spezialitäten à la Cantuccini und Cookies begleitet.

Beim Getreide – sowohl Vollkorn als auch Weißmehl – punkten die Bio-Backwaren durch allergikerfreundliche, seltene Sorten oder glutenfreie Mischungen.

Bio-Feingebäck für groß und klein


Als Demeter Vertragspartner stellt zum Beispiel das Traditionsunternehmen Sommer & Co. neben seinen bekannten Zwiebacken ein breites Sortiment an feinem Süßgebäck her. Der Familienbetrieb aus dem Taunus konzentriert sich vor allem auf Backwaren aus nährstoffreichem Urgetreide Emmer und Einkorn oder Dinkel, die sich durch ihre gute Bekömmlichkeit auszeichnen.


Ein Großteil der Artikel ist vegan, frei von Milch, Milchzucker oder Ei. Der Verbraucher hat die Qual der Wahl. Ungesüßte Dinkel Rübli Kekse, Dinkel-Schoko-Orange, Dinkel Ingwer Cookies oder lieber Einkorn-Keltenkekse und Dinkel-Amarant Zartgebäck? Passend zur Jahreszeit hat Sommer & Co. zudem die kleinen Dinkel-Zimtsterne neu ins Programm aufgenommen.

Auch bei den Gut&Gerne-Produkten der BZ Bio-Zentrale aus Stubenberg kommt der Saisonaspekt zum Tragen. Vertriebsleiter Bernd Schmitz-Lohmann meint: „Die Verbraucher wollen sich nicht als Asketen sehen." Deshalb steht bei den neuen Leckereien für Weihnachten der Gourmet-Aspekt im Vordergrund, wie sowohl die edel gestalteten Verpackungen als auch der feine Inhalt – Zimtsterne, gefüllte Herzen, Vanille-Kipferl, schokolierte Nüsse und mehr – belegen.

Begleitend zu den Neuheiten liefert die BZ Bio-Zentrale dem Handel bei Interesse auch Regaltrays bzw. Displays für die jeweiligen Warengruppen und Saisonartikel. Aktuell liegen ansonsten leichte, gepoppte Waffeln und Dinkelprodukte im Trend, weiß Pressesprecherin Rebekka Sahm. Die Bio-Zentrale kommt dem mit Schoko Dinkelwaffeln entgegen, bei denen Vollmilchschokolade runde Waffeln aus gepopptem Dinkel überzieht.


Weiterhin gehören Maiswaffeln und Dinkel-Hafer-Kekse zu den Neuheiten, ebenso wie Zitronen-Keks, Schoko-Keks und Schokoladenpuffreis. Mit den Gebäcken möchte man vorwiegend junge Familien mit Kindern ansprechen, insbesondere mit den Maiswaffeln und Dinkel-Gebäcken. Rebekka Sahm fügt hinzu: „Generell sind die Artikel natürlich für alle Verbraucher gedacht, die sich bewusst ernähren und trotzdem genießen möchten. Sie eignen sich aber gut auch für Personen, die Weizen nicht vertragen."

Neben gepufften Waffeln, Keksen und Salzgebäck gehört eine beachtliche Riegel-Range aus 14 verschiedenen Produkten zum Angebot. Als neueste Kreationen präsentiert das Unternehmen Müsli-Riegel mit Sesam und mit Krokant sowie Fruchtschnitten mit Sanddorn und ergänzt damit die Palette aus Müsli-, Krokant-, Gourmet-, Fitness-Riegeln und Riegel-Minis. Weiterhin findet der Kunde auch verschiedene Frucht- und Weingummis sowie Lakritz.

Das Sortiment lebt

Mit Rinatura bietet RILA Feinkost-Importe, aus dem niedersächsischen Stemwede-Levern dem Lebensmittelhandel ein umfangreiches Vollwertkost-Sortiment mit über 170 Produkten an, bei dem Süßwaren eine wichtige Rolle spielen. „Hervorragend laufen momentan die Erbeerknabberwaffeln, runde, mit Joghurt-Erdbeercreme bestrichene Reiswaffeln", sagt Holger Wankelmann aus dem Vertrieb. Ihre gepufften Vollreiswaffeln seien einfach bei allen Altersgruppen beliebt.

Rila erweitert ebenfalls aktuell die Auswahl an süßen Riegeln. Zu den bereits bekannten mit Rohrzucker gesüßten Krokantriegeln aus Sesam bzw. Erdnüssen kommen drei Sorten mit und ohne Schokoladen-Überzug. Dem Kokos-Riegel mit Vollmilchschokolade geben Kokosraspel ein typisches, etwas nussiges Aroma und Biss. Haferflocken, Feigen, Datteln und Mandeln sind die wesentlichen Zutaten des Feigen-Dattel-Riegels. Und da fruchtiger Sanddorn immer beliebter wird, gibt es noch einen Fruchtriegel mit Datteln, Sultaninen, Mandeln, Aprikosen, Haferflocken und Sanddorn.

Teilweise sind die Rinatura-Produkte ohne Zuckerzusatz, ohne Salz, ohne Ei und ohne Milch hergestellt, was die von Rila entwickelten Piktogramme optisch klar zum Ausdruck bringen. Für Diabetiker sind auch die Broteinheiten angegeben. Zur herzhaften Linie gehören neben handgemachten Vollkorn-Sticks, Dinkel-Kräckern oder kleiereichen Kadoro Vollkorn-Knabberstäbchen verschiedene Knusperbrote. Mit Käse, Kürbis-, Sesam- oder Sonnenblumenkernen und aus Vollkornmehl soll es nicht nur Knäckebrot, sondern ein herzhafter Snack für zwischendurch sein.

Auch Österreich ist vertreten


PerlingerBio aus Österreich bietet in seinem Trockensortiment für den LEH 20 Artikel in der Warengruppe Süßigkeiten an. Waffeln, Kekse, Riegel, Geleeprodukte werden geliefert. 2006 wurden Schoko Crisps in den Geschmacksrichtungen Milchschokolade und Haselnuss ins Programm aufgenommen. Cornflakes umhüllt von Vollmilchschokolade und in der Haselnuss-Variante zusätzlich mit Nuss-Nougat-Creme verfeinert, versprechen Genuss pur. Sie dienen zum Naschen oder zum Garnieren von Süßspeisen. Die Produkte haben nach Auskunft von Marketingleiter Alexander Ettinger sehr gut eingeschlagen. „Süßwaren haben eine wachsende Bedeutung und werden immer wichtiger", erklärt Ettinger. Er kündigte weitere neue Produkte im Bereich Kekse an.

Das Gebäckunternehmen Wikana aus der Lutherstadt Wittenberg feiert 2006 sein 100jähriges Bestehen. Wolfgang Fischer hatte den ehemaligen maroden DDR-Betrieb, der zwischenzeitlich auch andere Nahrungsmittel produzierte, 1992 übernommen und wieder zum Erfolg geführt. Dabei profitierte Fischer auch vom Kultstatus des Hansa Keks und anderen ehemaligen DDR-Marken.

Seit 2001 hat Fischer, mittlerweile rein auf Dauerbackwaren spezialisiert, Bio-Kekse im Programm und bringt jedes Jahr drei bis vier Neuentwicklungen auf den Markt. Momentan bietet Wikana 35 Artikel an; unter zehn Bio-Keksen finden sich beispielsweise Honig-Waffeln mit einem stolzen Honig-Anteil von 16 Prozent und die beliebten Doppelkeks-Rollen. Neben einer Kakaocreme-Füllung gibt es hier neuerdings eine Variante mit Milch-Honig-Füllung.


Während die Sandwichskekse aus Weizenmehl bestehen, backt Wilkana auch Dinkel-Butterkekse, pur oder mit Schokosplittern. „Wir können nur Kekse, die aber gut," sagt der 62jährige Firmenchef, der auch Private-Label Marken herstellt. Gute Qualität beruht auf hochwertigen Zutaten, wobei Wikana zusätzlich an der stetigen Reduzierung des Zucker- und Erhöhung des Ballaststoffanteils arbeitet, um den Gesundheitswert der Kekse zu steigern. Zukunftschancen sieht das Unternehmen mit prä- und probiotischen Produkten zudem bei Functional Food.

Dr. Karg Bread of Distinction bietet Bioland Feinschmecker-Knäcke Snacks an. Das neueste Produkt ist ein Bioland Dinkel Müsli Feinschmecker-Knäckebrot, das leicht honigsüß und dabei kernig-nussig schmeckt. „Die Produkte haben höchste Qualität, bieten maximalen Genuss und sind doch super-gesund!", lobt Klaus Karg. Schon pur, ohne alles, seien die Knäcke ein idealer Pausensnack.

Die Feinschmecker-Knäcke in der 150 Gramm-Schale sind bereits bei einigen Ketten, sowie traditionellen Einzelhändlern mit gehobenem Sortiment vertreten. Daneben gehören Drogeriemärkte und Feinkost-Häuser zu den Abnehmern. Weiteres Interesse am Vertrieb über den konventionellen Handel besteht.

Manchmal habe man den Eindruck, die Einkäufer haben keine Zeit, sich um Neuprodukte, die sich vom Marktgängigen abheben, zu kümmern, begründet Karg den schleppenden Anfang. Vielleicht fehle es auch an der Risikofreude. Manchmal würden zudem Listungsgelder und ähnliche Zahlungen erwartet, die kleine Hersteller einfach nicht leisten können. In der Zukunft sieht er die größten Chancen im Ausland, wo die Bereitschaft, neue Bio-Produkte auszuprobieren deutlich größer ist. Nach eigenen Angaben ist Dr. Karg besonders stark in England (Waitrose, Tesco) vertreten.

Handliche Kraftpakete für zwischendurch


Wie Kekse, so gibt es auch die energiereichen Riegel mal mit Schokolade, mal mit Nüssen oder Ölsaaten, mal mit Früchten. Zusätzliche Süßungsmittel haben die Energiehappen durch fruchteigene Süße kaum nötig, denn der Fruchtanteil der Bio-Riegeln liegt oft über 50 Prozent. Wenn doch gesüßt wird, dann zumeist mit Honig, Saftkonzentraten und Traubenzucker.

Teilweise füllen die Hersteller die verschiedenen Mischungen zwischen zwei Oblaten, so unter anderem Schuldt & Weber. Ihre vegane Sprossen-Schnitte besteht aus Aprikosen und anderen Trockenfrüchten mit Getreidesprossen, die sie als leichten, schnell verfügbaren Energielieferant empfehlen. Zum Sortiment gehören daneben zum Beispiel Fruchtriegel mit Pflaume, Hagebutte Apfelschnitten oder Cashew Pflaumen-Schnitten mit Honigmarzipan Cashewnüssen, 4-Kornflocken, Pflaumen und mehr.

Pure Bio-Oblaten gibt es übrigens unter anderem von Küchle aus Günzburg für das selbstgemachte Weihnachtsgebäck. Doch auch ohne Füllung lassen sich die dünnen Taler gut knabbern.

Krümeln erlaubt

CoSa Naturprodukte, die wie Allos und Ritter Tartex zur holländischen Wessanen-Gruppe gehört, führt Bio-Snacks, -Gebäck sowie -Cerealien und produziert auch Eigen- und Handelsmarken. Eine kreative Neuheit sind zum Beispiel die knusprigen fingernagelgroßen Kekstaschen, denen die würzige Füllung eine pikante Paprikanote verleiht. Gepoppte Produkte, Waffel-Schnitten, Fruchtschnitten, Riegel und Gebäcke bietet das Unternehmen ebenfalls an.

Die Sesamstraße-Kekse sehen nicht nur lustig und verlockend aus, sie schmecken den jungen Kunden auch hervorragend. Zugleich dienen sie einem guten Zweck, wie Geschäftsführer Matthias Koch erläutert. Denn von den Lizenzgebühren für die „Sesamstraße" werden verschiedene Projekte gegen Armut, Hunger oder Aids finanziert!

Einen guten Zweck erfüllen generell alle Artikel vom gepa Fair Handelshaus. Die gepa handelt nicht nur mit Trockenfrüchten und Schokolade, sondern bietet auch Schokoladenriegel in vier Bio-Varianten oder die Bio-Confiserie-Artikel Trüffel, Cappuccino, Latte Macchiato, Schoko-Kaffeebohnen, Schoko-Paranüsse und Joghurt-Cashewnüsse. Bonbons und Fruchtgummis, Waffeln und Müsli riegel (Reiswaffel, Reiswaffel mit Vollmilchschokolade, Crossita, Barritta Sesamriegel) ergänzen das Bio-Sortiment für den LEH.

Schokoriegel und Fruchtgummis (Bio Bären und Bio Cola Bären) produziert die gepa auch für die Fair Handelsorganisation EZA in Österreich. Dank des neuen, ansprechenden Designs, das anlässlich der bundesweiten Fairen Woche im September vorgestellt wurde, erreichen die Produkte jetzt auch vermehrt die Jugendlichen als Zielgruppe. Den Erfolg zeigt zum Beispiel ein Kommentar der zwölf-jährigen Enkelin von Fairtriebschef Peter Bierhance: „Die ist aber cool."

Wenn schon naschen, dann bitte mit… Wie im konventionellen Bereich gibt es auch Bio-Unternehmer, die aktuelle Ernährungstrends aufgreifen und fettreduzierte Produkte entwickeln. Dazu gehört Bio-zertifiziertes Inulin aus Agave von Tuchel & Sohn, das im November auf den Markt kommen soll. Inulin wird gelegentlich als Austauschstoff für Fett und Oligofructose als Zuckerersatz in diätätischen Lebensmitteln eingesetzt.

Außerdem können beide Naturstoffe weitere Vorteile für eine gesunde Ernährung bringen, heißt es bei dem Unternehmen aus Hamburger. Tuchel & Sohn gewinnt sie aus der mexikanischen Blauen Agave und stellt damit je nach Kundenwunsch verschiedene Produkte her. Beispielsweise kommen sie in Süßriegeln oder Backwaren zur Anwendung, um den Faserinhalt zu erhöhen, die Struktur und das Mundgefühl zu verbessern oder den Kaloriengehalt zu reduzieren.

Bunt, fröhlich und fruchtig

Für Bonbons und Gummis braucht es hauptsächlich Sirup plus Aromen, Säuerungsmittel und Farbstoffe. Bei Bio-Produkten kommen häufig Maissirup und Fruchtdicksaft zum Einsatz. Wenn Gelatine hinzugegeben wird, ist das Ergebnis das beliebte Gummibärchen. Statt auf Gelatine, vertrauen viele Anbieter auf die Verarbeitung von Apfelpektin, Agar-Agar oder Gummi arabicum.

Mit Pektin werden die Fruchtgummis weicher, mit Gummi arabicum härter als mit der tierischen Gelatine. Doch auch auf deren typische Konsistenz müssen die Kunden nicht verzichten, denn es gibt auch hochwertige, BSE-geprüfte Bio-Ware. Fruchtsaftkonzentrate und natürliche Aromen sorgen für Geschmack; Farbe in die Tüte bringen zum Beispiel Holunder und schwarze Johannisbeere (rot) oder Brennnessel und Spinat (grün).


A.Egger’s Sohn Süßwaren und Naturmittel hat rund 130 Jahre Erfahrung in der Produktion von Qualitätssüßwaren und produziert seit rund 15 Jahren auch Bio-Waren wie Fruchtgummi und Bonbons. Zur Biofach 2006 präsentierte das Traditionsunternehmen aus Österreich ihre Biene-Maya-Honigbonbons mit 20 Prozent Füllungsanteil. Durch Blütenhonig und Öle aromatischer heimischer Kräuter helfen sie bei Heiserkeit oder trockenem Hals und ergänzen die Sorten Alpenkräuter, Honig und Zitrone-Minze. Im Fruchtgummi-Bereich produziert Egger’s sowohl die typisch elastischen, gelatinehältigen Gummibärchen als auch vegane Alternativen, Joghurt- und Tropicfrüchtchen, Colafläschchen und mehr.

Auch die Georg Rösner Vertriebs GmbH bietet verschiedene Bonbons an. Die unter dem Namen Ökovital laufenden Bonbons enthalten natürliches Vitamin C aus der Acerola-Kirsche und verschiedene Kräuter, zum Beispiel Bio-Hals-Bonbons mit Malz, Bio-Kräuter- Fruchtbonbons, süße Bio-Fruchtbonbons, Honig-Bonbons, saure Fruchtbonbons in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Während sich Wilk aus Höxter auf Bio-Schokolade und Nature Med Lakritz beschränkt, führt Perlinger Bio aus Tirol wiederum ein Komplettprogramm mit Reis- und Maiswaffeln, Keksen, Riegeln und Geleeprodukten (Cola Mix, Fruchtbärchen oder Schokobananen), sowie Knabbermischungen, Nüsse und Trockenfrüchte.

Bio ist normal – diesen Eindruck kann man durchaus auch im Süßwarenbereich gewinnen. Denn sogar die beliebten Schokoküsse gibt es durch Grabower Süßwaren in 100 Prozent Bio.

Grabower, im Fachhandel auch mit der Marke Linea Natura etabliert, hat den ersten Bio-Choco-Kuss zur BioFach 2006 lanciert. Der cremige Schaumberg mit knackigem Schokoladenüberzug kommt auch im LEH hervorragend an. Daher erfährt die Bio-Marke Grabower jetzt eine umfangreiche Erweiterung. Unter einem Dutzend Produkten, Waffelblätter, Cookies und mehr, kann der Handel demnächst wählen, kündigt Frank Szeleschus an.

Bettina Pabel

 

Produktinformationen zu Bio-Süßwaren

Wie das Bio Handelsforum und speziell die Vorträge von Prof. Dr. Anton Meyer und Prof. Dr. Ulrich Hamm gezeigt haben, erwartet der Verbraucher von Bio-Artikeln, also auch bei Bio-Süßwaren, bestimmte Qualitäts-Kriterien:

gut für Gesundheit und Umwelt

möglichst hohe Bio Prozent Anteile, statt gerade 95 Prozent preiswert Bio

Genuss und natürlich unverfälschter Geschmack

Zusatznutzen hinsichtlich Premiumqualität

Zusatznutzen hinsichtlich höheren Vitamingehalten und höheren Anteilen von sekundären Pflanzenstoffen (Bio-Aktiv-Stoffen)

Faires Preis-Qualitäts-Verhältnis

positive Wellness- und -Vitalitätsaspekte

Die im Markt befindlichen Süßwarenartikel driften hinsichtlich ihren Rezepturtypen und der unterschiedlichen Erfüllung oben genannter Kriterien sehr weit auseinander.

Wenn Produkte mit 95 Prozent Bioanteilen zu einem Preis von drei Euro abgegeben werden können, kosten Produkte mit 99,5 bis 100 Prozent Bioanteile 4,50 bis fünf Euro. Der qualitative Unterschied steckt in den letzten fünf bis zehn Prozent der Zutaten.

Zur besseren Orientierung seien hier einige Aspekte herausgearbeitet, wobei das Preis-Leistungsverhältnis den Zusatznutzenkriterien gegenüber gestellt wird.

Hohe Kosten für 100 Prozent Qualität

Die Grundrezepturen enthalten bei Bonbons, Geleeprodukten, Lakritz, Marshmellows und anderen Süßwaren als Basisrohstoffe einen Grundzutatenblock aus Bio-Zucker, Bio-Sirup oder auch Bio-Melasse. Die Prozentanteile reichen für diesen Block von 60 bis über 95 Prozent! Da diese Rohstoffe relativ preiswert sind, wird bei preisgünstigen Produkten dieser Prozentanteil möglichst auf über 95 Prozent ausgedehnt. Der Zusatznutzen ist dabei sehr gering, der Produktpreis ist relativ günstig!

Binde- und Geliermittelanteile: Bewegen sich zwischen 0,5 bis 1,5 Prozent Pektin, 0,5 bis drei Prozent bei Bio-Stärken und Mehlen, 30 bis 40 Prozent Gummiarabicum, zirka 0,5 bis 2,5 Prozent Agar-Agar. Diese Rohstoffe dürfen nach Anhang VI, Art. 5.3, EG-VO 2092/91 als konventionelle Zutat eingesetzt, müssen aber bei der Bio-Prozent-Berechnung nicht berücksichtigt werden. Mehrnutzen wäre dann sehr gering, deshalb enthalten gute Süßwaren auch diese Bestandteile als Bio-Anteil.

Gelatine: Relativ günstig als konventionelle Zutat von maximal fünf Prozent (95 Prozent Regel eingesetzt). Geringer Mehrnutzen. Als Bio-Zutat mehr als doppelt so teuer mit hohem Zusatznutzen wegen BSE-Sicherheit. Sie enthält äußerst reine und hochwertige Eiweißstrukturen, jedoch keine Wachstumshormone und keine Antibiotika. Deshalb sehr hoher Zusatznutzen.

Natürliche Aromen: Laut EG-VO 2092/91 zugelassen als konventionelles Produkt. Werden in Rezepturen nur Aromen als geschmacksgebende Zutat oder nur in Verbindung mit Niedrigfruchtgehalten von Einfachsäften wie Apfel, Birne oder Traubensaftkonzentrat eingesetzt, geschieht dies, um den Preis drastisch abzusenken und höhere Gewinnmargen zu erzielen oder mittels Preisdumping Marktanteile zu erkämpfen.

Je höher dieser Anteil ist und je mehr auf echte Fruchtbestandteile verzichtet wird, desto geringer ist der Kundennutzen bei Qualität und Geschmack sowie hinsichtlich gesundheitsrelevanter Inhaltsstoffe! Teilweise sind Billigrezepturen nicht abgesichert GMO-frei, wegen der Verwendung von konventionellem Alkohol, der mittels Turbohefen (GMO) erzeugt wurde und als Lösungsmittel dient. Auch Retortengrundaromen aus Substraktkulturen können eingesetzt werden. Gute Produkte verzichten bei ihren natürlichen Aromen auf Substratkulturen, verwenden Bio-Alkohol und werden nur aus den Pflanzenteilen (Frucht, Blatt, Stängel, Rinde, Wurzel und Knolle) der namensgebenden Pflanze erzeugt!

100 Prozent Natur

Naturbelassene Rohstoffe wie Fruchtsäfte, Fruchtpürees oder Fruchtsaftkonzentrate sind Zutaten, die, anders als die Aromen, in die Bioanteile voll eingerechnet werden müssen. Die Rezeptanteile bewegen sich von sechs bis 30 Prozent und sind in der Regel sehr teuer, bringen aber hinsichtlich Geschmack, Genuss, Gesundheitsnutzen und Preis-Leistungsnutzen den höchsten Mehrwert, wenn sie in der Verarbeitung nicht mitverkocht und damit zerstört werden, wie die preiswerten Zumischungen. Sie sind also eines der wichtigsten Gradmesser. Je höher dieser Anteil an qualitativ hochwertigen Rohstoffen ist, desto höher der Zusatznutzen für den Konsumenten. Hierzu zählen auch Fruchtpulver aus getrocknetem Püree, echte Kräuterextrakte sowie mittels echten Pflanzenteilen erzeugte aromatisierte Öle, weil hier die pflanzlichen Wirkstoffe tatsächlich in hoher Konzentration enthalten sind. Oftmals dienen qualitativ minderwertige Fruchtsaftkonzentrate als Alibibestandteil der ausgewiesenen Rezeptur um der Auslobung gerecht zu werden. Sie sind aber geschmacklich und in der Qualitätsbewertung nicht mehr relevant, dafür werden dann preiswerte hochkonzentrierte Aromen eingesetzt.

Bio-Prozent-Anteile alleine sind also kein Qualitätsgradmesser. 99,5 Prozent oder 100 Prozent sind besser als nur gerade 95 Prozent, aber der echte Zusatznutzen eines Produktes, Genuss, Geschmack und Qualität ist um so größer, je größer die Bio-Prozent-Anteile von 2, 3, 4 und maßgeblich von 5 ist. Preis-Kostenrelation ist hierbei identisch mit der Preis-Qualitäts(zusatznutzen)relation.


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