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Die Krönung für Brot und Brötchen

Große Vielfalt bei Bio-Aufstrichen

Die Deutschen lieben Abwechslung, auch bei dem, was sie sich auf Ihr Brot streichen. Daher stellen sie neben Käse und Wurst gern verschiedene süße sowie pikante, vegetarische Brotaufstriche auf den Tisch.

Der Klassiker unter den Brotaufstrichen ist ein Hefeextrakt (Vitam-R), den es schon in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts im Reformhaus zu kaufen gab. Quasi als ‚Vorreiter funktioneller Lebensmittel’ sollten von dem vitaminreichen Aufstrich besonders Menschen mit erhöhtem Nährstoffbedarf profitieren. Heute ergänzen ihn zahlreiche weitere Sorten mit optimiertem Geschmack. Hefe dient häufig nur mehr als Würze, während Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse oder Sonnenblumenkerne die Grundlage der Brotaufstriche bilden. Sie werden mit Zutaten wie Kräutern, Gewürzen oder Pilzen verfeinert und pasteurisiert, wodurch sie sich ungekühlt locker ein Jahr lang halten. Einmal angebrochen, gehören sie jedoch in den Kühlschrank und bald gegessen – bei dem appetitlichen Geschmack kein Problem. Zudem eignen sich die streichfähigen Pasten gut als Dips oder zu Kartoffel- und Gemüsegerichten. „Zusammen mit Frischkäse als Brotbelag oder als praktischen Saucenfonds", so lautet der Tipp von Vitasan Naturkost für den Hefeextrakt. Das Hamelner Unternehmen bietet neben dem traditionellen, ergiebigen Vitam-R zahlreiche weitere, meist hefefreie Sorten an, entweder mit Gemüse oder mit Sonnenblumenkernen. Letztere werden wie die ersten Produkte in dieser Art oft als Streich bezeichnet.


Frisch im Geschmack und gut sättigend präsentieren sich beispielsweise ein würziger Schabzigerklee-Sonnenkern- und ein Bärlauch-Sonnenkern-Aufstrich. Der Nachfrage entsprechend enthalten einige Sorten Joghurt, ansonsten sind sie vegan. Neben dem milden Joghurt-Mais Aufstrich, der nicht nur den Geschmack von Kindern trifft, zählen unter anderem mit Kreuzkümmel abgeschmeckter Kichererbsenaufstrich oder die Sorten Hokkaido-Kürbis und Basilikum-Tomaten zu den Gemüse-Neuheiten. Vitasan beliefert ausschließlich den Naturkostfachhandel, aber ihr Angebot spiegelt den aktuellen Trend wieder: Der Verbraucher sucht zum einen nach leichter Kost und zum anderen will er Abwechslung auf dem Brot. Vitasan ergänzt: „Momentan ist sehr viel Bewegung auf dem Gebiet. Und jeder Aufstrich soll klar anders schmecken."


Nach wie vor bietet der Naturkostfachhandel die größte Auswahl. Dort füllen die gesunden und vielseitigen Pasteten und Cremes ganze Regale, wobei eine enorme Geschmacksvielfalt und sogar fettreduzierte Produkte die Klassiker wie Bruno Fischers Nuss-Paprika-Aufstrich, Zwergenwiese-Streichs und andere ergänzen. Doch finden sich herzhafte Brotaufstriche auch vermehrt im Lebensmitteleinzelhandel mit Bio-Sortiment, Kaufhäusern und manchen Drogeriemärkten.

Wellness und Bioqualität im Einklang

Durch große Sortimentstiefe zeichnet sich hier das Angebot von Naba aus Thüringen aus. Wie alle Bio-Brotaufstriche weisen ihre pastösen Feinkostprodukte aus Sojabohnen, Gemüse oder Sonnenblumenkernen auch ohne Zusatz künstlicher Aromen oder Geschmacksverstärker ein intensives Aroma auf. Die verwendeten Zutaten liefern bioaktive Pflanzenstoffe, sind GVO-frei, rein pflanzlich und enthalten daher kein Cholesterin. Neben der Marke NABio auf Gemüse-Basis für den Naturkostfachhandel vertreibt das Unternehmen auch Private Label Bio-Produkte im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel, aktuell bei tegut und Ihr Platz.

Die angebotenen Geschmacksrichtungen sind typisch für die momentanen Kundenvorlieben für internationale Spezialitäten und betonte Frische: Gemüseaufstriche in den Sorten Paprika-Joghurt, Linsen-Curry, Tomaten-Oliven, Kichererbsen-Mango oder Mexican. Ähnlich bei den aus Sonnenblumenkernen hergestellten Streichs, nämlich Bärlauch, Tomate-Basilikum, Paprika, Mexico und Curry-Ananas. Im Private-Label-Programm und der Produktion für Dritte werde wohl auch in Zukunft das Rückgrat des Unternehmens liegen, sagt Vertriebsleiterin Silvia Wolf.

Ziel sei aber dennoch, die Distribution ihrer eigenen Marken im konventionellen Handel deutlich zu erweitern und Akzente für die Kompetenz als Spezialitäten-Hersteller zu setzen. In diesem Zusammenhang bietet Naba ausschließlich für den LEH die moderne Linie Goodlife an, momentan in den Sorten Curry, Grünkern, Mediterran und Mexican. Das Spektrum soll aber noch erweitert werden. „Goodlife steht für Wellness-Bio-Ernährung mit Zusatznutzen und Convenience-Charakter", erklärt Silvia Wolf.

Durch den hohen Anteil an Sojabohnen von zehn bis 25 Prozent verfügten die cholesterinfreien Produkte über wichtige ernährungsphysiologische Inhaltsstoffe. Die Produkte hatten schon vor zwei Jahren ihre erfolgreiche Premiere in Österreich. Mit einem Wellness-Konzept führt Naba für die Goodlife bio-Vital Aufstriche nun auch hierzulande erste Ladenverkaufstests durch. Die Aufstriche gibt es entweder im vom Kunden gewohnten Glas, sterilisiert in Alu-Caps mit langem MHD für das Feinkost-Regal oder in kleinen Portionspackungen. Die innovativste Verpackung sind die praktischen Kunststoffschalen für das Kühlregal, denn Naba stellt Goodlife auch in der gekühlt aufzubewahrenden Version her.

„Gelegentliche Verwender greifen immer häufiger zu Bio-Produkten und gerade sie decken ihren Bedarf im klassischen Lebensmitteleinzelhandel", kommentiert Rila-Feinkost-Importe aus Stemwede-Levern die steigende Nachfrage nach Bio-Waren. Mit der Marke Rinatura bietet das Unternehmen dem klassischen LEH ein breites Bio-Vollwertkost-Sortiment an. Listungen gibt es unter anderem bei einigen Filialen von Coop, Edeka, Globus oder Rewe.

Durch ihr Bio-zertifiziertes Tochterunternehmen Jürgen Langbein in Kaltenkirchen verfügt Rila zudem über ein eigenes Produktionsunternehmen und kann insofern flexibel auf aktuelle Marktanforderungen reagieren. Bei den Bio-Brotaufstriche, die Rila von verschieden Herstellern in Deutschland und Europa bezieht, berücksichtige man bewusst aktuelle Trends und zeitgemäße Ernährungsgewohnheiten. Das Unternehmen ist überzeugt: „Bio-Käufer werden Convenience-Produkten gegenüber immer aufgeschlossener."

Zu den herzhaften Aufstrichen auf Hefebasis gehören die so genannten Sandwich-Cremes und die neue Linie Culinaria, derzeit in den vegetarischen Sorten Paprika oder Paprika mit Oliven, Gemüse und Champignon. Durch die mediterranen Zutaten passen sie sehr gut zu Ciabatta, Baguette und Co. Mit den in wiederverschließbaren Ringpulldosen angebotenen Produkten möchte es Rila dem Lebensmittelhandel ermöglichen, sein Grundsortiment durch internationale Bio-Spezialitäten trendgerecht zu erweitern und so die Absätze zu dynamisieren.

Bio-Brotaufstriche kommen überall an

Am Beispiel von Rila und Naba wird deutlich, dass sich die modernen Brotaufstriche dennoch nicht von allein verkaufen. Zu ihrem Konzept gehört beispielsweise eine gezielt appetitanregende Gestaltung der Etiketten. Das Marketing wird durch Verkostungen, Zweitplatzierungen mit Displays sowie der Auslage von Informations- und Rezeptbroschüren unterstützt. Mit dem Naba-Außendienst vor Ort können maßgeschneiderte Promotions vereinbart werden. Rila verweist außerdem auf ihre so genannte „Warenkunde auf einen Blick", bei der Piktogramme auf den Verpackungen ernährungsrelevante Besonderheiten anzeigen.

Auch die BZ Bio-Zentrale aus dem niederbayerischen Stubenberg unterstützt die Vermarktung bei Kunden wie Rewe, Edeka, Kaufland, Karstadt, Metro oder Coop durch Promotioneinsätze (über 1400 pro Jahr) sowie Beteiligung an Aktionstagen. Darüber hinaus führt das IFS-zertifizierte Unternehmen Mitarbeiterseminare auf Bio-Bauernhöfen durch. Zu den verschiedenen herzhaften Streichcremes und Aufstrichen der Bio-Zentrale gehören als neueste Kompositionen die Sorten Delikatess, Champignon und Kräuter der Provence, die unter der Marke Gut & Gerne im LEH zu finden sind.

Eigenmarken des Handels gegenüber ist man aufgeschlossen, das zeigen die Marken Bio Wertkost, Grünes Land, Bio Primo und teilweise Füllhorn. „Bio-Brotaufstriche mit Hefe passen sehr gut zu einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung", lobt auch BZ-Mitarbeiterin Rebekka Sahm die Neuheiten. Zu den ernährungsphysiologischen Pluspunkten gehört, dass die Bio-Produkte fast durchgängig vegetarisch sind (drei Wurstsorten ergänzen die pflanzlichen Aufstriche). Meist enthalten sie weder den Milchzucker Laktose noch das Getreideweiß Gluten. Letzteres macht die Cremes zu einer hervorragenden Alternative für Zöliakiebetroffene, die dabei der ganzen Familie schmeckt. Denn bei der BioZentrale gilt die Maxime: „Bio-Brotaufstriche sind zum Genießen da."

Landkrone, St. Ingbert, hat offenbar erst einmal getestet. Nach der erfolgreichen Einführung von Bio-Pasteten hat man nun das Angebot an Brotaufstrichen um die herzhaften Pikantinos erweitert. Die zarten Aufstriche sind auf Mandelbasis hergestellt und werden in drei Sorten angeboten: Gurke-Dill schmeckt frisch, Kümmel-Leinöl würzig und Mandel-Olive leicht fruchtig. Angeboten werden die Gläser allerdings nur im Naturkostfachhandel.

Anders bei Vitagermine, die auf der BioFach 2006 ihre drei neuen Vitabio Gemüseaufstriche ankündigten: Tomate-Olive, Paprika-Aubergine und Artischocke-Kürbis. Dank der Rezeptur sind sie reich an Antioxidantien, sagt Mitarbeiterin Andrea Plat. Die Aufstriche werden in Südfrankreich produziert und im LEH bereits in Frankreich verkauft, unter anderem bei Carrefour, Auchan, Leclerc und Monoprix.

Als eine der ersten Produktionsstätten in Frankreich hat sich Vitagermine sogar für den japanischen Markt zertifizieren lassen (die japanische Bio-Norm JAS logo) und stellt für Japan auch spezielle Rezepturen her. Geplant ist, die Linien Stück für Stück in den wichtigsten EU Ländern einzuführen und im asiatischen Raum noch mehr zu expandieren.

Statt auf Mittelmeer-Flair legt Biosanica bei ihren sieben verschiedenen Sun’s Brotaufstrichen Wert auf regionale Rohstoffe wie Kräuter und Gemüse. Geschäftsführer Georg Thalhammer meint: „Das kommt beim Verbraucher gut an, wie wir auf Messen und an Kundenrückmeldungen sehen." Momentan sind die Biosanica-Produkte im Naturkostfachhandel, bei Marktbeschickern, Biobäckereien, Abobetrieben oder dem Großhändler Bio Team Berlin gelistet. Das Unternehmen hat aber auch Interesse am Vertrieb der Bio-Produkte über den konventionellen Handel.

Tipp: Die Kunden sind Neuheiten gegenüber durchaus aufgeschlossen. Statt-„Öko-Flair" suchen sie gesunde, leichte Produkte. Besonders wenn sich mit ihnen ohne großen Aufwand fantasievolle Delikatessen zubereiten lassen (z.B. Crêpes mit Brotaufstrich und Salat gefüllt, eine pfiffige Pastasauce…).

Die süße Seite des Bio-Frühstücks

Auf das zweite Brötchen geben Genießer gern einen Klecks fruchtige Konfitüre, Honig, Erdnuss- oder schokoladige Nuß-Nougat-Creme. Im Bio-Bereich dominieren die Fruchtaufstriche, die weniger Zucker und dafür mehr Obst als konventionelle Konfitüren und Marmeladen enthalten. Die meisten Hersteller setzen dabei auf die beliebten roten Obstsorten, die sich durch ihr besonders intensiv-fruchtiges Aroma auszeichnen.

Durch die schonende Verarbeitung bleiben der natürliche Geschmack und die leuchtende Farbe zum größten Teil erhalten, ohne dass färbende Lebensmittel nötig wären. Teilweise unterstützt natürlicher Zitronensaft die Farberhaltung. BioGourmet aus Bad Grönenbach führt zum Beispiel die Sorten Erdbeere, Waldbeeren, Sauerkirsche, Himbeere und Hagebutte, aber auch Aprikose. Die feinen BioGourmet Aufstriche haben einen Fruchtgehalt von über 50 Prozent und sind schon länger in zahlreichen LEH-Geschäften etabliert.

Anhand der Herstellung erläutert Christiane Görries die wichtigsten Vorteile von Bio-Fruchtaufstrichen: „Die Früchte reifen ganz natürlich ohne Einsatz von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln heran und können so ihr Aroma voll entfalten. Sie werden im besten Reifestadium geerntet und nur gesundes, unbeschädigtes Fruchtfleisch verarbeitet. Um Nährstoffe und Vitamine zu erhalten, wird das Obst zum Transport oder bis zum Eindicken eingefroren. Anschließend wird es mit Rohrohrzucker sowie etwas Zitronensaft im Vakuum bei 60 Grad Celcius gekocht und dickt nach Zugabe von Apfelpektin ein. Durch die niedrige Kochtemperatur bleiben nicht nur die Fruchtstücke, sondern auch die wertvollen Inhaltstoffe weitgehend erhalten." Wie beim privaten Einmachen gewährleistet ein kurzes Aufkochen die vollständige Sterilisation, bevor der Fruchtaufstrich in Gläsern abgefüllt und verschlossen wird.

Den allgemeinen Verbrauchertrends entsprechend bietet Naba Feinkost ihre fruchtigen Brotaufstriche mit 55 Prozent Fruchtanteil ebenfalls in den Sorten Erdbeere, Aprikose, Waldbeere und Himbeere an. Bei der Bio-Zentrale sind es die Sorten Erdbeer und Aprikose, Sauerkirsch, Hagebutte, Himbeer/Heidelbeer, dazu ein ungesüßtes Apfelkraut und Zuckerrübensirup. Daniela Bautz, Projektmanagerin bei Rila, sagt: „Neben Klassikern wie Erdbeere und Hagebutte liegen derzeit Waldfrüchte im Trend." Deshalb sei ihr Sortiment ebenfalls um diese Sorte ergänzt worden. Kommt eine Sorte mal nicht so gut an, werde diese durch eine andere ersetzt. Im LEH sind die Rinatura „Sonnenfrucht" Aufstriche in den Sorten Erdbeer, Sauerkirsch und Hagebutte plus Aprikosen, erhältlich. Neben den Fruchtaufstrichen gehört zur süßen Linie des Vollwert-Unternehmens zudem ein Rüben-Apfel-Kraut aus dem eingedickten Saft der Früchte und ein Birnen-Apfel-Kraut ohne Zuckerzusatz.

Vielfalt ist machbar

Bei der großen Vielfalt an Obstsorten, fragt sich mancher Kunde, warum er keine größere Auswahl an Fruchtaufstrichen hat, so wie es im Bio-Fachhandel unter anderem Allos vormacht. Doch auch im LEH gibt es Auswahl: Vitagermine ist zum Beispiel sehr kreativ bei ihren Vitabio-Fruchtaufstrichen. Die Herstellung in der Nähe von Bordeaux leitet schon seit 30 Jahren eine Französin. Deren Erfahrung könne man schmecken, meint Mitarbeiterin Andrea Plat und fügt hinzu: „Unsere Produktionsstätte ist in Frankreich für die Herstellung von Fruchtaufstrichen ohne Zuckerzusatz bekannt." Denn die geschmacksintensiven Vitabio-Sorten werden nur mit Traubensaft leicht gesüßt. Ganz neu ist ein Feigenaufstrich mit französischen Feigen, der neun (!) weitere Sorten ergänzt, unter anderem Erdbeer/Rhabarber, Pfirsich, Trockenpflaume oder Heidelbeere.

Vitagermine könne aber fast alle Fruchtarten einsetzen und so besondere Kundenwünsche erfüllen, auch für Eigenmarken. An Ideen mangelt es dem Unternehmen partout nicht. So sollen die Aufstriche jeweils Teil einer ganzen Produktlinie werden, beispielsweise Vitabio zu „Ausgewogene Bio-Produkte für Erwachsene" und der Schokoaufstrich Kalibio zur Linie „Bio für Kinder". Hierzulande übernimmt die Firma CSB Bio-Handel den Vertrieb der Vitagermine-Produktlinien.

Auch Maintal Obstindustrie aus Haßfurt hat ein breites Repertoire an Fruchtaufstrichen. Der mittelständische Familienbetrieb kann sich mit Recht nach 120 Jahren Erfahrung als Spezialist für gesunde Biofruchtaufstriche und auch Konfitüren bezeichnen. Die Fachhandelsmarke „Annes Beste" bietet Maintal in immerhin schon acht Geschmacksrichtungen an. Neben den Klassikern Erdbeer-, Himbeer- und Sauerkirsch-Konfitüre, finden sich Aprikosen-, Hagebutten- und Waldbeer-Konfitüre, sowie eine Orangenmarmelade und Pflaumenmus. Alle Konfitüren sind in extra Qualität und mit Rohrzucker gesüßt.

Laut Mitarbeiterin Ingrid Dömling plant Maintal jedoch, auch alternativ gesüßte Fruchtaufstriche, zum Beispiel mit Agavendicksaft oder Apfeldicksaft, und sehr hohem Fruchtanteil auf den Markt zu bringen. Zur BioFach 2006 hat das Unternehmen bereits „Annes Beste Frucht" vorgestellt, bei der Agavendicksaft als Süßungsmittel dient. Für Großverbraucher, beispielsweise die Bäko, gibt es die Konfitüren auch im drei Kilo-Eimer. Eine weitere Neuentwicklung bezieht sich auf backstabile Fruchtzubereitungen im drei oder zwölf Kilo Eimer in den Sorten Waldrucht und Erdbeere, die gleichfalls für den Großverbraucher-Bereich interessant sind.

Die Umsätze im Biosegment sind weiterhin auf steilem Wachstumskurs. Daher kündigt Maintal an, dass dieser Bereich in Zukunft konsequent weiter ausgebaut werde. „Der Kunde erhält mit absoluter Sicherheit nur gesunde, beste Qualität mit Garantie", sagt Mitarbeiterin Anne Feulner. Aufgrund der Unternehmensstruktur sei es möglich, gleichzeitig industriellen Standard zu gewährleisten, aber auch kleine Stückzahlen für Eigenmarken herzustellen. Dabei könnten individuelle Kundenwünsche bezüglich Fruchtanteil und Süßungsmittel berücksichtigt werden.

Das Unternehmen ist seit März 2006 ebenfalls IFS zertifiziert und wünscht sich weitere Listungen bei den Partnern auch im konventionellen LEH. Lange sei dies daran gescheitert, dass der Handel im Biobereich gerne auf Systemanbieter zurückgreife, die ein komplettes Biosortiment liefern, so Anne Feulner. Die großen Handelsketten hätten außerdem ihre nationalen Eigenmarken, so dass ein weiterer, regionaler Lieferant in einzelnen Bereichen kaum eine Chance hätte. Dennoch wird mittlerweile auch der konventionelle Lebensmittelhandel mit steigender Tendenz von Maintal Biokonfitüren versorgt.

Bio & Fair

In einigen Märkten, etwa im KaDeWe, Famila, Hit, Karstadt, Tengelmann, Kaufland oder Budnikoswsky, trifft man jetzt auf Fair gehandelte Premium-Fruchtaufstriche in Bio-Qualität.

Die Bio-Produkte der gepa sind in Weltläden, im LEH und im Naturkostfachhandel erhältlich. Zu den Partnern des Fair Handelshauses gehören Genossenschaften und sozial engagierte Unternehmen in Afrika, Lateinamerika und Asien. Insofern umfasst das Angebot exotische Sorten, zum Beispiel Mango, Orange oder Brombeere-Papaya. Neben der Transparenz durch die Verpackung mit Angaben über die Herkunft der Rohstoffe und Vorteile des Fairen Handels unterstützt die gepa die Vermarktung über Sonderaktionen und Handzettelwerbung im Rahmen von Aktionswochen.

Auf die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten hat die Organisation mit einem speziellen Bio&Fair-Regal reagiert. „Der Verbraucher bekommt die gesamte Produktpalette auf einen Blick präsentiert und zeigt dadurch noch größeres Kaufinteresse", sagt gepa-Pressesprecherin Brigitte Frommeyer. Im harten Wettbewerb sei der Bio-Anbau für die Genossenschaften neben dem ethischen Aspekt eine zusätzliche Marktchance, meint sie. Die gepa unterstützt die Partner bei der Umstellung auf Bio-Anbau, zahlt für die Rohstoffe neben einem garantierten Mindestpreis und einem Entwicklungszuschlag auch einen Bioaufpreis.

Indem zum Beispiel auf gefährliche Pestizide verzichtet wird, schützen die Produkte aus Bio-Rohstoffen sowohl die Gesundheit der Bauern und Arbeiter im Süden als auch der hiesigen Verbraucher. Und: „Die Verbraucher sind bereit, für nachhaltig produzierte Qualitätslebensmittel auch einen angemessenen Preis zu bezahlen."

Zusätzlich zu den Fruchtaufstrichen bietet die gepa ihre Nuss Nugatcreme Bio Cocoba an. Besonders Kinder stehen auf zart-schmelzende Schoko-Aufstriche! Vitagermine hat ihre Kalibo Choco Tartine sogar speziell für und mit Kindern erarbeitet. Der Schokonuss-Aufstrich mit 15 Prozent Haselnüssen und zehn Prozent entfettetem Kakao ist mit Rohrzucker gesüßt und enthält Sonnenblumenlecithin sowie ungehärtete Pflanzenfette – charakteristisch für Bio. Nüsse sind zwar ziemlich die teuerste Zutat für die Leckerei, aber sie bringen auch die Mineralstoffe, Vitamine und ungesättigten Fettsäuren ins Produkt.

Bevor Hasel-, Erdnüsse oder Mandeln vermahlen werden, sorgt oft eine schonende Röstung für ein besonders intensives Aroma. Generell gilt, dass die Cremes umso weniger süß schmecken, je höher der Anteil an Nuss und Kakao ist. Andere Hersteller ziehen mit: So hat BioGourmet eine Peanutbutter und die Gourmina Creme im Angebot, letztere verfeinert mit Vollmilchpulver und echter Vanille. Und auch die Bio-Zentrale sorgt mit einem Erdnuss-Mus und einer Nuss-Nougat-Creme für die Schleckermäuler.

Der Klassiker Honig zählt eigentlich nicht zu den Brotaufstrichen, sondern zu den Süßungsmitteln. Doch sollte und kann jeder Händler die beliebten Bienenerzeugnisse auch in Bio-Qualität im Regal haben. Vielleicht den milden Biene Maja-Blütenhonig von Martin Evers, Blüten-, Wald- und Akazienhonig von der Bio-Zentrale, Imkerhonig von Thomas Weiss aus Zandt (Raps-, Fichtenhonig mit Weißklee, Edelkastanienhonig u.a.) oder den bekannten Fair gehandelten Bio-Honig der gepa. Flächendeckend bietet das Fair Handelshaus Flor de Campanilla öko, BioCampanilla und Canela öko. Pressesprecherin Brigitte Frommeyer sagt: „Im LEH werden die Bio-Honige stark nachgefragt. Hier verzeichneiten wir ein Umsatz- und Absatzplus von rund 50 Prozent." Wer wie die gepa sein Bio-Sortiment ständig verbessert, kann zuversichtlich sein, dass sich der positive Trend fortsetzt und neue Kunden gewinnen.

Bettina Pabel


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