Start / Business / Rohstoffe / Rohstoff-Handel / foodwatch fordert strenge Regulierung der Agrarspekulation:

Markt

foodwatch fordert strenge Regulierung der Agrarspekulation:

Wetten auf steigende Preise beenden

foodwatch hat die exzessive Spekulation mit Agrar-Rohstoffen scharf kritisiert. Die Finanzwetten an den Rohstoffbörsen würden die aktuellen Preisanstiege etwa für Getreide zusätzlich befeuern. Spekulationsexzesse müssten daher endlich verhindert werden, forderte die Verbraucherorganisation. Das Festlegen von wirksamen Handelsschranken in der EU, sogenannten Positionslimits, sei bisher am Einfluss der Finanzlobby gescheitert.

Laut den Vereinten Nationen lagen die Lebensmittelpreise in den letzten Wochen um 34 Prozent höher als vor einem Jahr und haben den höchsten Stand seit 1990 erreicht. Die Preissteigerungen seien nicht zuletzt erheblichen Versäumnissen der EU-Kommission und der US-Regierung geschuldet. Diese hätten die ihnen unterstellten Finanzmarkt-Aufsichtsbehörden seit Jahren nicht zur Durchsetzung wirksamer Spekulations-Begrenzungsinstrumente gedrängt und im Jahr 2020 sogar Deregulierungen durchgeführt.  

„Angesichts drohender Hungerkrisen ist die Zockerei auf Agrar-Rohstoffpreise unerträglich. Die Preise steigen, weil Unternehmen und Regierungen befürchten, nicht mehr ausreichend Weizen, Sonnenblumenöl oder andere Grundnahrungsmittel kaufen zu können. Finanzspekulanten befeuern die stark steigenden Agrar-Rohstoffpreise zusätzlich: Sie wetten auf steigende Preise und hoffen auf rasche Gewinne. Es braucht Transparenz darüber, wer über welche Getreidereserven verfügt – nur so kann der Angst vor Knappheit begegnet werden“, meint Matthias Wolfschmidt, Strategiedirektor von foodwatch International.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Faire Preise per Gesetz?

ÉGalim-2 in Frankreich und Decreto-ley 5/2020 in Spanien

Faire Preise per Gesetz? © tendo23 / stock.adobe.com

Können Gesetze den Landwirten dabei helfen, fairere Erzeugerpreise zu erzielen? Vorstöße in Frankreich und Spanien haben das versucht. Die neuen Gesetzesinitiativen verfolgen das Ziel, den Wert eines Lebensmittels vom Anfang der Kette aufzubauen: von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum Verbraucher – und nicht umgekehrt.

28.09.2022mehr...
Stichwörter: Markt, foodwatch, Preisbildung, Preisspekulation

Lebensmittelpreise steigen nur noch moderat

Inflationsdruck geht zurück, Eier bleiben Preistreiber

Lebensmittelpreise steigen nur noch moderat © Statistisches Bundesamt (Destatis), 2026

Die Preise für Nahrungsmittel in Deutschland sind im Mai 2026 nur noch leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lagen die Lebensmittelpreise um 0,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate von 2,6 Prozent. Im Vergleich zum April gingen die Nahrungsmittelpreise sogar um 0,9 Prozent zurück. Vor allem bei Kartoffeln und Butter konnten Verbraucher von niedrigeren Preisen profitieren.

15.06.2026mehr...
Stichwörter: Markt, foodwatch, Preisbildung, Preisspekulation

Bündnis warnt vor Greenwashing mit ‚regenerativer‘ Landwirtschaft

Gemeinsame Erklärung veröffentlicht

Bündnis warnt vor Greenwashing mit ‚regenerativer‘ Landwirtschaft © stock.adobe.com / Miha Creative

Verschiedene Bio-, Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen haben gemeinsam ein Statement veröffentlicht, in dem sie vor ‚regenerativem Greenwashing‘ in der EU-Politik und auf den Märkten warnen. Durch fehlende klare Standards berge das Label ‚regenerativ‘ die Gefahr, dass darunter auch umweltschädliche Praktiken vermarktet werden. Gleichzeitig könne dies die Glaubwürdigkeit tatsächlich nachhaltiger Agrarsysteme in Mitleidenschaft ziehen und Ressourcen von etablierten, kontrollierten Lösungen wie dem Ökolandbau ablenken.

02.06.2026mehr...
Stichwörter: Markt, foodwatch, Preisbildung, Preisspekulation