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Vergleich von Bio- und konventionellen Produkten

BÖLW hält Testkriterien der Stiftung Warentest für nicht ausreichend

Berlin, 27.09.2007. "Unterm Strich keine Unterschiede zwischen Bio- und konventionellen Produkten", so das Fazit einer heute von Stiftung Warentest veröffentlichten Auswertung aller ihrer Lebensmitteltests der letzten fünf Jahre, bei denen auch Bio-Produkte untersucht wurden. Die Bewertungskriterien der Stiftung Warentest allein sind nach Ansicht des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) aber nicht geeignet, die Qualität eines Bio-Lebensmittels zu beschreiben.

"Bio-Produkte zeichnen sich durch die Qualität des Herstellungsprozesses aus und können nicht ausschließlich über den Preis oder die Analytik beurteilt werden", so Alexander Gerber Geschäftsführer des BÖLW. "Aspekte wie umwelt- und tiergerechte Produktion, Verzicht auf Gentechnik oder die starke Einschränkung erlaubter Hilfs- und Zusatzstoffe, werden bei den Tests nur in Ausnahmefällen berücksichtigt." In diesen wenigen Fällen bekamen die Bio-Lebensmittel aber stets Spitzenbeurteilungen. "Wir begrüßen, dass die Stiftung Warentest die Bedeutung von Prozess- und Nachhaltigkeitskriterien für eine ganzheitliche Beurteilung von Lebensmitteln erkannt hat, kritisieren aber gleichzeitig scharf, dass die Stiftung Warentest nicht Willens ist, diese in das Standardtestprogramm aufzunehmen", so Gerber.

Das Fazit "unterm Strich keine Unterschiede" hält der BÖLW aufgrund der im Test-Bericht selbst dargestellten Ergebnisse für zu undifferenziert. Zur Verarbeitung von Bioprodukten ist nur ein Bruchteil all der Zusatz- und Hilfsstoffe zugelassen, die bei konventionellen Lebensmitteln eingesetzt werden. Dass deshalb Bioprodukte nicht bis in den feinporigen Cappuccinoschaum durchgestylt sind, ist genau das, was die Verbraucher an ihnen schätzen: Naturbelassenheit statt Uniformität.

Die Testergebnisse zeigen im Übrigen, dass Bioprodukte häufig Testsieger oder in der Spitzengruppe zu finden sind. Bei frischen oder wenig verarbeiteten Produkten sowie bei Pestizidrückständen schneiden sie eindeutig besser als konventionelle Produkte ab.

Andererseits wird deutlich, dass es auch bei Bio-Produkten - wie bei konventionellen - innerhalb einer Produktgruppe Qualitätsunterschiede gibt. Unerwünschte Keimbelastungen werden zu Recht beanstandet und müssen selbstverständlich abgestellt werden. Letztlich steht hier hohes handwerkliches Können für Bio-Spitzenprodukte dem Einsatz umstrittener chemisch-synthetischen Haltbarkeitsmacher bei konventionellen Produkten gegenüber. 

Dem Resümee am Ende des Artikels kann aber uneingeschränkt zugestimmt werden: Ein schonender Umgang mit der Natur - wie er im ökologischen Landbau gepflegt wird - dient letztlich der Gesundheit aller!

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