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Weltweit Bio-Rekordwachstum im Jahr 2020

Umsatz im Einzelhandel steigt auf 121 Milliarden Euro

Weltweit Bio-Rekordwachstum im Jahr 2020
v.l.n.r: Barbara Böck, Marketing-Leiterin der Biofach; Louise Luttikholt, Geschäftsführerin IFOAM – Organics International; Helga Willer, Kommunikation FiBL Schweiz; Xhona Hysa, IFOAM; Eduardo Cuoco, Geschäftsführer IFOAM – Organics Europe und Amarjit Sahota, Präsident von Ecovia Intelligence

Mit einem Plus von 14 Milliarden Euro und über zehn Prozent hat der globale Biomarkt 2020 seinen bislang höchsten Zuwachs erlebt. 3,4 Millionen Bio-Produzenten wurden weltweit erfasst, das sind 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast 75 Millionen Hektar wurden ökologisch bewirtschaftet. Die neuesten Zahlen haben das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und IFOAM – Organics International auf der gestrigen Biofach-Branchenkonferenz präsentiert.

Im von IFOAM und FiBL herausgegebenen statistischen Jahrbuch ‚The World of Organic Agriculture 2022’, das gestern in der 23. Ausgabe erschienen ist, sind Daten aus inzwischen 190 Ländern erfasst. Helga Willer, die die Publikation von Seiten des FiBLs verantwortet, gab einen Überblick über die wichtigsten Zahlen.

Die größten Bio-Märkte sind die Vereinigten Staaten (49,5 Milliarden Euro), gefolgt von Deutschland (15 Milliarden Euro) und Frankreich (12,7 Milliarden Euro). Mit 418 Euro pro Kopf gaben die Schweizer am meisten für Biolebensmittel aus. Den höchsten Biomarktanteil hält Dänemark mit 13 Prozent. In Indien wurden mit einer Anzahl von 1,6 Millionen die meisten Bioproduzenten erfasst. Das Marktwachstum war in Kanada mit 26,1 Prozent am stärksten.

Was die weltweite Bio-Fläche angeht, so hat Australien etwas an Bedeutung abgenommen, liegt aber mit 35,7 Millionen Hektar immer noch weit in Führung. Die nächsten Plätze belegen die südamerikanischen Länder Argentinien (4,5 Millionen Hektar) und Uruguay (2,7 Millionen Hektar). Dabei wird ein Großteil der Fläche von Grünland eingenommen. Der Kontinent Ozeanien beherbergt die Hälfte der globalen Bio-Fläche.

1,6 Prozent der Landwirtschaftsfläche wurden 2020 biologisch bewirtschaftet. Die Länder mit dem höchsten Bioanteil waren Liechtenstein (41,6 Prozent), Österreich (26,5 Prozent) und Estland (22,4 Prozent). In 18 Ländern wurde die zehn-Prozent-Marke beim Anteil der biologisch bewirtschafteten Fläche bereits geknackt.

„Die Corona-Pandemie hat unseren Blick auf die Klimakrise und den durch sie befeuerten Biodiversitätsverlust geschärft“, erklärte IFOAM-Chefin Louise Luttikholt. Auch die Rolle der Landwirtschaft als Knotenpunkt und zugleich Lösung der Krisen sei weiter ins Zentrum des Bewusstseins gerückt.

Amarjit Sahota, Gründer und Präsident des Bio-Marktforschungsinstituts Ecovia Intelligence, warnte angesichts der stark erhöhten Nachfrage bei einer konstanten Bio-Anbaufläche vor Betrugsrisiken. Immer mehr verschiedene Nachhaltigkeitsstandards bedeuteten zudem auch immer mehr konkurrierende Systeme zu Bio. Außerdem seien die Gründe für das Wachstum des pflanzenbasierten Sektors mit den Gedanken an Gesundheit, Tierwohl und Umwelt fast identisch mit den Gründen für den Kauf von Bio-Produkten.

Die digitale Branchenkonferenz wurde gestern vom Biofach-Team als Ersatz für die in den Sommer verschobene Präsenzmesse veranstaltet. Vom 26. bis 29. Juli trifft sich die Branche vor Ort in Nürnberg, rund 2.500 Aussteller werden dazu erwartet.


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