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Verbraucherumfrage

Bio-Einkauf versus konventionell

Jeder Vierte kauft mehr Bio- als konventionelle Lebensmittel ein

Eine repräsentative Umfrage von PricewaterhouseCoopers Deutschland zeigt, dass Biolebensmittel in Deutschland immer beliebter werden: Ein Viertel der Befragten schätzt, mehr Biolebensmittel als konventionelle Produkte einzukaufen - bei Haushalten mit Kindern sind es gar 42 Prozent. 2017 kauften nur 14 Prozent mehr Bioprodukte. Gar kein Bio landet nur bei jedem Zehnten im Einkaufkorb, 2017 waren das noch 21 Prozent.

Besonders bei Obst und Gemüse bevorzugen knapp zwei Drittel (64 Prozent) aller Bundesbürger Bioqualität. Aber auch bei Fleisch- und Wurstwaren sowie bei Molkereiprodukten ist der Anteil der Bio-Käufer in den vergangenen vier Jahren um ein Drittel gestiegen - und liegt nun bei knapp der Hälfte (48 Prozent).

Während das wichtigste Argument für Bio der Wunsch nach einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ist, ist für knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) der Preis das Argument für das konventionelle Produkt. Noch 2017 gaben 63 Prozent an, sich aus Kostengründen für das konventionelle Produkt zu entscheiden.

Die Bereitschaft, einen Aufpreis für nachhaltige Lebensmittel zu zahlen, hängt stark vom Produkt und dem jeweiligen Preisunterschied ab: Für einen Liter Bio-Milch würde die Hälfte der Befragten im Durchschnitt bis zu 1,45 Euro bezahlen -  61 Prozent mehr als für konventionelle Milch.

Bei Fleisch wäre zwar knapp die Hälfte bereit, für ein Bio-Hähnchenbrustfilet mehr zu bezahlen, allerdings dürften 250 Gramm Bio-Geflügel im Durchschnitt nur maximal 3,91 Euro kosten. Bei einem tatsächlichen Marktpreis von 7,35 Euro greift nur jeder Fünfte (21 Prozent) zur Bio-Variante.

Gütesiegel spielen für Verbraucher eine immer wichtigere Rolle: Zwei Drittel halten solche Siegel für wichtig; bei 59 Prozent beeinflusst es ihre Kaufentscheidung. Vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 47 Prozent. 55 Prozent der Deutschen geben an, den Qualitätssiegeln zu vertrauen (2017: 44 Prozent).

Bei den Informationen und Kennzeichnungen der Lebensmittel interessiert die Befragten besonders, woher ein Produkt stammt und welche Nährwerte oder allergenen Inhaltsstoffe es enthält. Die Mehrheit der Befragten vertraut darauf, dass diese Informationen der Wahrheit entsprechen. Kritischer sehen die Verbraucher die Angaben zur Nachhaltigkeit, etwa zur Umweltbelastung der Produkte. An der Richtigkeit dieser Angaben hegt fast jeder Zweite (44 Prozent) Zweifel.

Eingekauft wird Bio am häufigsten im Supermarkt (68 Prozent), gefolgt vom Discounter mit der Hälfte der Befragten. Online bestellen lediglich sieben Prozent ihre Biolebensmittel. Für weitere 41 Prozent käme ein Onlinekauf grundsätzlich infrage, 42 Prozent lehnen das ab.

Die Vorbehalte gegenüber dem Onlinekauf von Biolebensmitteln sind unterschiedlich: Drei Viertel finden, dass das Angebot an biologisch angebauten Produkten im stationären Handel ausreicht und es deshalb nicht notwendig ist, die Produkte online zu beziehen. 69 Prozent sind der Meinung, dass frische Produkte aus ökologischem Anbau bei einem Onlineversand mehr Qualitätseinbußen erleiden als herkömmliche Produkte. Fast ebenso viele (68 Prozent) empfinden den Onlinehandel von Bioprodukten als eher umweltbelastend und damit unpassend für ökologisch hergestellte Lebensmittel.


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