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Agrarwende

Aufruf zur Wertschätzung des Wassers

Wasserversorger fordern Umsteuern in der Agrarpolitik

Verbände von Trinkwasserversorgen fordern ein sofortiges Umsteuern der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP). Gestern veröffentlichten sie einen Appell an die Europäische Kommission und die Landwirtschaftsminister der EU-Mitgliedstaaten. Um langfristig sauberes Trinkwasser zu sichern, müssten die ökologische Landwirtschaft und regionale Kreisläufe statt Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden.

„(Grund)Wasser ist unser wertvollster materieller Schatz auf der Erde. Dieser Schatz wird mit dem Klimawandel zunehmend gefährdet und immer kostbarer“, so Wolfgang Deinlein, Geschäftsführer der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet (IAWR). Zum Schutz der öffentlichen Gesundheit hat daher die IAWR zusammen mit den Trinkwasserversorger-Gemeinschaften in den Einzugsgebieten von Maas und Schelde einen großangelegten Appell zum Umsteuern der GAP und zur Anpassung der GAP an den European Green Deal gestartet.

Die bisherige konventionelle landwirtschaftliche Praxis sei mit beträchtlichen Einträgen von Pestiziden, Gülle und Düngemitteln in Luft, Böden und Grundwasser verbunden und könne irreparable Schäden der Wasserqualität erzeugen. In der Folge müssten immer weitere, teure und energieintensive Aufbereitungsanlagen in den Wasserwerken auf Kosten der Bevölkerung gebaut werden.

„Mit dem Appell möchten wir die Ziele des European Green Deal zum Klimaschutz, das Null-Schadstoff-Ziel für eine schadstofffreie Umwelt, die ‚vom Hof auf den Tisch‘-, die Chemikalien- und die Biodiversitäts-Strategie mit allem gebotenen Nachdruck unterstützen“, erklärt IAWR-Präsident Prof. Dr. Matthias Maier. Alle Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien aufgerufen, sich bei den nun anstehenden Umsteuerungsprozessen mit vereinigten Kräften zu beteiligen.

Um die Agrarwende voranzubringen, empfiehlt die IAWR als konkrete Handlungsoption zudem, die Europäische Bürgerinitiative ‚Bienen und Bauern retten!‘ zu unterschreiben. Diese fordert einen Pestizid-Ausstieg bis zum Jahr 2035 und eine Umschichtung der Agrarsubventionen. Europaweit hat sie bereits 450.000 Stimmen gesammelt. Wenn bis zum 30. Juni 2021 eine Million Unterschriften zusammengetragen werden, sind die Europäische Kommission und das Europäische Parlament verpflichtet, sich mit den Forderungen der Initiative auseinanderzusetzen.


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