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Zehn Prozent mehr Bio-Umsatz in Deutschland

Der deutsche Bio-Einzelhandel wuchs 2019 auf fast 12 Milliarden Euro Umsatz

Diana Schaack von der AMI (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbh) stellte auf der Biofach die Biomarktzahlen für 2019 vor. Danach gaben die Deutschen 2019 fast 12 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel aus – eine Steigerung von zehn Prozent. Bio legte in allen Vertriebswegen zu, am stärksten profitierte auch im vorigen Jahr der LEH.

Der herkömmliche Lebensmitteleinzelhandel konnte seinen Umsatz im letzten Jahr um 11,4 Prozent steigern. Damit entfielen auf ihn mit 7,13 Milliarden Euro 60 Prozent des gesamten Bio-Umsatzes. Lebensmittelvollsortimenter und Discounter steigerten sich ungefähr in gleichem Maße. Die Zunahme der Verkaufsmengen entsprach in etwa der des Umsatzes: durch die höherwertigen Sortimente stiegen die Preise leicht an.

Im Naturkosthandel stieg der Lebensmittel-Umsatz um 8,4 Prozent auf 3,18 Milliarden Euro. Es findet also etwas über ein Viertel des Bio-Umsatzes im Fachhandel statt. Die Preise der einzelnen Produkte sanken hier in 2019 im Durchschnitt gesehen leicht. In den sonstigen Geschäften, wie Reformhäusern, Bäckereien, Metzgereien und Wochenmärkten stiegen die Umsätze um fünf Prozent auf 1,66 Milliarden Euro.

Bis auf Brot gaben die privaten Haushalte in Deutschland für Bio-Lebensmittel über alle Produktgruppen deutlich mehr aus. Bio-Obst, Bio-Gemüse, und Bio-Kartoffeln verzeichneten die höchsten Steigerungen, Bio-Käse und -Trinkmilch, die wichtigsten Umsatzbringer am Bio-Molkereiproduktemarkt, legten um je 15 Prozent zu. Den Bio-Kartoffeln kam zugute, dass im schlechten Erntejahr 2018 der Ertrag bei den ökologisch erzeugten Kartoffeln weniger katastrophal ausfiel, als bei den konventionellen und so der Preisunterschied zwischen diesen beiden Gruppen schrumpfte – was den Verkauf der Bio-Variante förderte.

Auch Milch- und Fleischalternativen in Bio-Qualität wurden verstärkt nachgefragt. Bei den Bio-Milchvarianten sind die Umsätze um 33 Prozent gestiegen, bei den Bio-Fleischersatzprodukten um 19 Prozent.
Den höchsten Umsatzanteil am gesamten Lebensmittelmarkt erreichte Babynahrung mit mehr als 40 Prozent, Bio-Konsummilch und -Mehl mit je 26 Prozent und Bio-Eier mit 23 Prozent. Einzelne Obst- und Gemüsearten kommen ebenfalls auf hohe Bio-Anteile am Gesamtumsatz: Zitronen mit 33 Prozent, Möhren mit 31 Prozent, Zucchini mit 29 Prozent oder Bananen mit 23 Prozent.

Die Erzeugerpreise sind nach BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) trotz größerer Produktionsmengen größtenteils stabil geblieben oder nur leicht gesunken.

Bei der Bio-Milch schwankte trotz einer um 19 Prozent gestiegenen Produktion in 2018 und rund sieben Prozent mehr Bio-Milch im Jahr 2019 der Milchpreis nur geringfügig, anders als am konventionellen Markt. Auch die Bio-Preise für Schweine, Rinder und Eier blieben 2019 größtenteils stabil. Die Bio-Getreidepreise sanken mit der größeren Ernte 2019 bei den meisten Kulturen, Ausnahmen waren Bio-Dinkel und -Hafer. Die Preise für Bio-Kartoffeln übertrafen 2019 die Vorjahreswerte deutlich, weil Bio-Frühkartoffeln knapp waren und die Qualitäten sehr gut ausfielen. Für Bio-Äpfel gab es leicht gesunkene Preise im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Meinung des BÖLW zeigen die stabilen Erzeugerpreise für Bio eine anhaltend gute Nachfrage vor allem auch nach regionalen Bio-Produkten an. Außerdem seien sie Ergebnis der in der Bio-Branche häufiger geschlossenen langfristigen Verträge zwischen Landwirten und Verarbeitern.

Elke Reinecke


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