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Insektizid Chlorpyrifos EU-weit verboten

Zulassung wird nicht weiter verlängert

Die EU-Kommission hat am 6. Dezember 2019 den Einsatz des Insektizids Chlorpyrifos verboten: Der zuständige Ausschuss habe entschieden, die im Januar auslaufende Zulassung des umstrittenen Mittels nicht zu verlängern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte in einer Stellungnahme auf mögliche schwere Gefahren für die menschliche Gesundheit hingewiesen.

Das Bewertungsverfahren der EFSA läuft zwar noch, aber trotzdem gab die Behörde aufgrund der bereits verfügbaren Ergebnissen eine Bewertung zu Chlorpyrifos ab. Danach gebe es mögliche Gen- und Nerven-schädigende Wirkungen und epidemiologische Daten zeigten gesundheitliche Auswirkungen bei Kindern. Für diesen Stoff könne kein sicherer Höchstwert festgelegt werden.

In Deutschland und in sieben anderen EU-Ländern darf Chlorpyrifos bereits seit einigen Jahren nicht mehr verwendet werden. Da aber besonders in Südeuropa sowie in Drittstaaten weiterhin vor allem Obstplantagen damit behandelt werden, landen über den Import belastete Früchte dann auch in Deutschland, wie bei Kontrollen nachgewiesen wurde.

Bündnis 90/Die Grünen wiesen darauf hin, dass das EU-weite Verbot nicht nur längst überfällig sei, sondern schon bei der Zulassung des Giftes vorliegende Warnhinweise ignoriert worden wären. Harald Ebner, als Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik, wies nicht nur darauf hin, das Pestizidzulassungsverfahren sei bisher nicht wirklich Hersteller-unabhängig und müsse reformiert werden. Er verwies auch darauf, dass sich Agrarministerin Klöckner bis wenige Woche vor der Entscheidung nicht auf ein Verbot festlegen wollte.

Nächster Schritt müsse nun ein EU-weites Importverbot für Lebensmittel mit Chlorpyrifos-Rückständen sein und dass Deutschland sich für einen globalen Bann einsetzt. Chlorpyrifos gehöre auf die Liste der Schadstoffe, die sich langfristig in der Umwelt anreicherten (POP), und daher noch Stockholmer Konvention weltweit geächtet. Nach Ebner wurde das Insektizid sogar schon im arktischen Eis nachgewiesen.

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