Start / Ausgaben / bioPress 99 - April 2019 / Der deutsche Bio-Markt 2018

Markt

Der deutsche Bio-Markt 2018

Die Umstellungswelle schlägt durch

Um 5,5 Prozent ist der Umsatz im deutschen Bio-Markt im letzten Jahr gestiegen und hat damit rund 10,9 Milliarden Euro erreicht. Dabei zeigten sowohl Trocken- als auch Molkereiprodukte ein besonders starkes Wachstum.

Die von Diana Schaak von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) anlässlich der Biofach präsentierten aktuellen Zahlen belegten einmal mehr die führende Rolle des Lebensmitteleinzelhandels. Der Umsatz im LEH stieg mit 6,43 Milliarden Euro um 8,6 Prozent an. Dazu trugen vor allem die SB-Warenhäuser und Discounter mit einer Ausweitung ihrer Bio-Sortimente bei.

Im Biofachhandel blieb der Umsatz dagegen mit 2,93 Milliarden Euro fast stabil (plus 0,8 Prozent), während sonstige Einkaufsstätten wie Bäckereien oder Wochenmärkte um 2,4 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro zulegten. Als einen Grund für die insgesamt sehr positive Entwicklung nannte die Marktexpertin die Umstellungswelle bei den Erzeugern in den Jahren 2016 und 2017, die sich jetzt auf das Handelsangebot ausgewirkt habe. Die größere Milchmenge sei etwa mit einer größeren Auswahl an Molkereiprodukten aufgefangen worden.

Durch die Zunahme an Ackerbauern konnten Diana Schaak zufolge auch die großen Lücken bei Getreide und Futtermitteln teilweise mit heimischer Ware gefüllt werden. Statt einem Drittel musste nur noch ein Fünftel importiert werden. Auf der anderen Seite zeigten sich in der Sortimentsentwicklung, speziell bei Kartoffeln und  Gemüse, aber auch Folgen der Wetterextreme des letzten Jahres. Abgesehen davon, und von Brot und Butter, gab es in den anderen wichtigen Warengruppen fast ausschließlich positive Trends – beim Umsatz und beim Absatz.

Auffällig ist, dass der Bio-Anteil an der Gesamtverkaufsmenge im Jahr 2018 in allen untersuchten Sortimenten anstieg. Die höchsten Anteile hatten – wie auch in anderen Ländern – Bio-Eier mit 13 Prozent. Auf den nächsten Plätzen folgten Mehl (10,5 Prozent), Trinkmilch (8,5 Prozent), Speiseöl (acht Prozent) und Frischgemüse (sieben Prozent).

Während konventionelle Ware mit deutlichen Preisaufschlägen zu kämpfen hatte, haben sich die Preise für Bio-Produkte nur leicht erhöht. Diana Schaak führte das unter anderem auf die langfristigeren Verträge mit den Erzeugern zurück. In diesem Zusammenhang hob sie zugleich die großen Preisunterschiede zwischen Verbands- und EU-Bio-Ware sowie zwischen EU-Bio und solcher aus anderen Ländern hervor. Hersteller und Kaufleute sollten ihrer Meinung nach auf entsprechende Fragen der Käufer vorbereitet sein.

Bettina Pabel

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